Circle II Circle

Tour 2007 Support: Tempesta, Tomorrow´s Eve

18.04.2007 Matrix / Bochum

Von: Ingrid Silvasi

Circle II Circle Bochum

Schade, schadeÂ… es hätte ein Abend zweier Top-Acts werden können, wenn die herrliche D-USA Kombi von Savage Circus und Circle II Circle zustande gekommen wäre. Doch wie das Leben so spielt, mussten Savage Circus diesen Abend (wie auch weitere Konzerte) wegen Erkrankung des Bassisten  absagen. Enttäuschend für die vielen Blind Guardian Fans, die sich im Publikum tummelten und sich auf ein Wiedersehen mit Ex-Guardian-Drummer Thomen Stauch freuten.

Während ich noch durch die zahlreichen unterirdischen Gänge der Bochumer Matrix irre (ja, jaÂ… ich gesteheÂ… ich bin zum ersten Mal in diesem Heavy Metal TempelÂ…), spielen die Schweizer Tempesta bereits ihren ‚True Rock’, der zwar sehr an Metallica aus den guten alten Master of Puppets-Zeiten erinnert, dies aber niemanden stört. Ganz im Gegenteil: die Riffs der zwei Epiphone und Gibson Gitarren gehen ins Ohr (vielleicht gerade weil diese Metallica ähnlich sind) und die James Hetfield ähnliche Pose und Stimme des Sängers Reto Thalmann klappt auch schon vorbildlich. Reichlich Jubel gibt es zu Songs wie „Do You Understand“ und „Pain“ des letzten Studioalbums ‚Fulltime Joker’. Ungewöhnlich für eine erste Vorband: recht viele und laute Zugaberufe aus den Reihen, die noch recht spärlich besetzt sind, jedoch verhallen die Rufe nach mehr – keine Zeit...

Da können die deutschen Kollegen von Tomorrow´s Eve doch eigentlich nur besser werdenÂ… falsch gedacht! Das Publikum langweilt sich, der Sound ist scheiße, die Gitarre kaum zu hören, das Keyboard erst recht nicht. Sänger Martin glänzt mit schwachen und eher schlechten Vocals (die Grunts soll er sich bitte sparenÂ…). Er wirkt verkrampft und unruhig, bewegt sich viel zu viel auf der Bühne und hampelt während seinen Gesangspausen hinter seinen Bandkollegen rum. Ständig wickelt und entwirrt er das Mirkokabel um seinen Unterarm und kriegt das Publikum einfach nicht warm. Auf Klatschspielchen gehen die Skeptiker gar nicht erst ein. Paul Michael von Circle II Circle scheint es allerdings zu gefallen: er begutachtet gut gelaunt von der Bühnenseite die Darbietung  auf der vernebelten Bühne. Um einige der gespielten Songs zu nennen: neue Songs der Platte ‚Mirror of Creation 2 – Genesis II’ wie „Not from this world“ und „Distant Murmurs“ und „Success“ des ersten Albums in neuer Version.

Umbaupause für Circle II Circle, dessen Show mit einem Intro beginnt und in „All That Remains“ der ‚Middle Of Nowhere’ Platte übergeht. Evan hat sich am Abend zuvor wohl noch im Hamburger Ballroom mit einem Shirt ausstatten lassen und rockt wie Angus von AC/DC  über die Bühne. Noch ein Hit von diesem Album: „Open Season“ - danach folgt nach Zak´s Ankündigung ein Song der neuen Platte ‚Burden Of Truth’ nach dem anderen. Tief schaut er den Mädels in den ersten Reihen bei „Who Am I To Be“ in die Augen und streckt den Männern wirr die Zunge entgegen, um das Publikum anzufeuern. Er ist gut bei Stimme, „Messiah“ fließt in Andys Gitarrensolo über, dem kein Lächeln über die Lippen kommt, er seine Sache aber wie immer professionell erledigt.
Zak ist mittlerweile aufgedreht und aufgewärmt; das ihn anfeuernde Publikum entlockt ihm das ein oder andere Lächeln. Super gelingt der A Cappella Einsatz von Paul Michael und Zak zu „Burden Of Truth“. Zu „Evermore” wechselt Paul Michael kurz an die Keyboards und am Bass wieder seine Haare durch die Luft zu wirbeln.
Die alten Kracher folgen mit Zaks Ankündigung alte Sachen zu spielen – sprich: Savatage „stehen“ nun auf der Bühne. Das Publikum scheint nur so danach zu lechzen, denn es gibt kaum eine Kehle, die „Conversation Piece“ oder „Taunting Cobras“ nicht mitsingen kann. Paul Michael und Zak stellen sich zum letzten Schmankerl „Edge Of Thorns“ auf die seitlichen Boxen und lassen das Publikum mitsingen. Blieben heute Wünsche offen? Sicherlich nach mehr Spielzeit – mit der Absage von Savage Circus wäre zeitlich noch vielleicht etwas drin gewesen. Bei der Setlist hingegen hätte ich mir etwas mehr Einfallsreichtum gewünscht und die neuen Songs mit den alten Krachern gemischt, statt nur die Songs runterzududeln.

Die eindeutigen Gewinner dieses Abends? TempestaÂ… am Merchandise Stand gingen die CD´s weg wie warme Semmel! Gut gemacht, Jungs!

Setlist Circle II Circle:
Intro
All That Remains
Open Season
Who Am I To Be
A Matter Of Time
Heal You
Messiah
 - Andy Solo -
Revelations
Burden Of Truth
Evermore
Live As One
Conversation Piece
Labyrinths/Follow Me
Taunting Cobras
--------
Handful Of Rain
Edge Of Thorns

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