Citadel Music Festival

Citadel Music Festival mit Lucinda Williams, Lambchop & Calexico

08.07.2009 Zitadelle Spandau / Berlin

Von: Jessica Walther

Citadel Music Festival Berlin

Ein Abend voller feinstem Alternativ-Country erwartet die Besucher des Berliner Citadel Music Festivals heute in der altehrwürdigen Zitadelle. Die gute Nachricht: Es bleibt trocken. Doch auch auf der Bühne bleibt es lange Zeit etwas “trocken“.

Den Anfang des großartigen Line-Ups macht die Grand Dame der Americana-Szene, Lucinda Williams. Gutgelaunt und mit ungewohnter brünetter Haarfarbe gibt es Songs von ihrem aktuellen neunten Album “Little Honey“ ebenso zu hören wie Klassiker vom Meisterwerk “Car Wheels On A Gravel Road“, mit dem sie ihren Stand in der amerikanischen Musikszene festigte. Inzwischen kann Lucinda Williams drei Grammys ihr eigen nennen und spielt ihr eine Stunde umfassendes Set mit deutlichem Blues-Rock Fokus und einem Lächeln.

Entspannt geht es auch weiter. Denn wer ist entspannter als Kurt Wagner? Der Querkopf mit den herrlich unmodernen Kappen, spielt wie immer im Sitzen. Mit reduziertem Line-Up (zwischenzeitlich waren bei Lambchop-Konzerten mitunter 20 Mann auf der Bühne), schrumpft leider auch etwas der Sound. Aber Wagner und seine Stimme entschädigen mehr als genug dafür. Gerade das 2008er Werk “OH (Ohio)“ strotzt ja nur so vor poetischen Kleinoden, die Lambchop dann auch zu Gehör bringen.

Doch erst mit Calexico kommt richtig Stimmung auf. Bei wem kommt bei Mariachi-Bläsern nicht Begeisterung auf? Wenn sie bei “Roka“ und “Crystal Frontier“ so richtig loslegen, dann ist spätestens auch der letzte wieder wach. Calexico live, das ist Stimmung pur. Sänger Joey Burns und Schlagzeuger John Convertino sind das Rückgrat, um das musikalisch alles schunkelt und tänzelt. Neuerdings auch mit neuem Gitarristen Jairo Zavala Ruiz, der sich perfekt einfügt.

Wer die CD's kennt, kann sich an diesem Abend von allerlei Variationen, Erweiterungen und Interpretationen bekannter Calexico-Songs erfreuen lassen. Die Band möchte sich offenbar nicht selbst langweilen. Das Publikum kann jedenfalls gar nicht genug bekommen. Und als um 22 Uhr der letzte Song verklingt, will das Publikum die Band gar nicht gehen lassen. Doch das strikte Zeitmanagement des Citadel Musik Festivals ist leider unerbittlich. Nicht ohne Grund, denn im letzten Jahr gab es Klagen wegen Lärmbelästigung.

Nicht jeder hat eben eine Vorliebe für kraftvolle und ausladende Trompeteneinlagen. Die begeisterten Konzertbesucher dieses Abends, mich eingeschlossen, aber schon!

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