Coca Cola Soundwave Discovery Tour

CCSD Tour 2009 mit Biffy Clyro, Samavayo, Bubble Session, Videoclub, Idiotlights, Ich Kann Fliegen, KÂ’s Life, The Knights

04.04.2009 Docks / Hamburg

Von: Melanie Schupp

Coca Cola Soundwave Discovery Tour Hamburg

Das erfolgreiche Konzept des von Coca Cola gesponserten Newcomer Bandwettbewerbs, das unter dem Namen „Coca Cola Soundwave Discovery“ im Jahre 2007 zum ersten Mal startete, bot auch in diesem Jahr einigen vielversprechenden Nachwuchsband die Chance sich zu beweisen. Nachdem ein erstes Auswahlverfahren durch eine Jury statt gefunden hatte, gelangten die Teilnehmer die eben diese Jury passiert hatten, zum Onlinevoting. Hier war die Öffentlichkeit gefragt und diese wählte 24 Bands, die es zu einem der großen Shows in Hamburg, Köln, München oder Berlin neben Topacts wie Biffy Clyro, Razorlight, Raemonn oder The Kooks schafften.
 
In Hamburg fand das erste Battle der Bands der CCSD Tour am 04.04. im Docks statt. Die sechs Bands, die im Norden auftreten sollten hießen Bubble Session, Videoclub, Idiotlights, IchKannFliegen, K’s Life und The Knights. Neben den Gewinnern der vorjährigen Tour, Samavayo, hatten die sechs Bands die Ehre, vor Biffy Clyro die Bretter des Docks zu rocken.

Punkt 20 Uhr fiel auch bereits der Startschuss für die erste Band des Abends. Bubble Session aus Brandenburg sollten zu zehnt auf die Bühne. Das Publikum im Docks schien bereits vollzählig zu sein, Bubble Session jedoch nicht. Oder handelte es sich um ein Missverständnis?! Nein. Der erste Song wurde zu viert performt. Erst zum nächsten Stück füllte sich die Bühne. Zwei Jahre Bandgeschichte, sowie zwei EPs können Bubble Session bereits vorweisen und dies zeichnete sich am professionellen Auftritt ab. Gechillte Rapparts, weibliche sanfte Vocals und Blasintrumente sorgten gleich zu Beginn für gute Laune.

Knapp 20 Minuten war jede der Newcomerbands vergönnt und diese wurden auch strikt eingehalten. Nach dem kurzen Bubble Session Eindruck ging es nach 5 minütigem Umbau über zu Videoclub. Dieser bunte Mix aus Münster, Hamburg und Venezuela bot eine hochwertige Soundkombination aus Indiegitarren, Synthies und Vocals mit sehr englischem Akzent. Die Burschen kamen nicht wie Newcomer sondern wie große Profis rüber. Gegen Ende wurden sogar die Pauken ausgepackt sodass Elias und Jurek noch eine kleine Stomp-Einlage liefern konnten.

Aus dem Ruhrgebiet kamen Idiotlights anschließend mit cleaner Rock-Emo-Musik im 3 Doors Down oder Jimmy Eat World Stil. Sänger und Bassist Chris überraschte mit einer Gesangsstimme, die Gänsehaut hervorrufen konnte. Mit noch ein wenig mehr Übung könnte diese Band an die im Vorfeld genannten Vergleichsbands reichen. Doch nicht nur Chris bewies Gesangstalent, auch Gitarrist Jacky nahm ihm diesen Part einmal ab. Das Ganze klang ziemlich amerikanisch und erfüllte seinen Zweck der Stimmungsanheizung.

Punkt 21 Uhr öffnete sich der Vorhang für IchKannFliegen. Die Band, die in der Vergangenheit bereits als Support für Nena, Sportfreunde Stiller oder Revolverheld unterwegs war, hatte beim Onlinevoting bereits den ersten Platz belegt. Ein ganzer Bus voll mit Fans war IchKannFliegen gefolgt, um sie zu unterstützen. Ihr Deutschrock schien auch an diesem Abend sehr gut anzukommen – und es applaudierten bei Weitem mehr Leute im Saal als „nur“ ein Fanbus. Die Stimmung erreichte einen vorläufigen Höhepunkt, was all den vorangegangen Bands zuzuschreiben war.
 
Dann war auch schon Halbzeit angesagt. Zwei der Konzertbesucher durften sich nun freuen, denn es fand eine Verlosung statt bei der es Rock am Ring Karten zu gewinnen gab. Somit konnten die Gewinner ihren Favoriten auch bei dem ausverkauften Festival unterstützen.
 
Um nicht in Verzug zu geraten wurde während der Auslosung umgebaut und nach kurzen 5 Minuten standen auch schon K’s Life vor der Menge. Diese zeigten, was man unter einem „Bluesy Powerrock Pop Trio“ verstehen konnte. Sängerin und Gitarristin Katrin legte ihr ganzes Herz in die Musik und verausgabte sich am Mikro während es die Jungs an Bass und Drums krachen ließen. Weniger bluesig ging es auf der Bühne zu – die Band machte ziemlich Action. Also eher Powerrock als bluesy.
 
Und zum Ende gab es für die letzte Newcomerband des Abends ein Heimspiel. Hatten The Knights wenige Stunden zuvor am selben Abend noch im Übel & Gefährlich mit The Rifles gespielt, standen sie nun im Docks auf der Bühne. Das nenne ich mal engagiert! Flugs zwischendurch noch ein Becks Gold gepichelt, wie sie verrieten und los konnte es gehen. In Hamburg sind die vier Jungs schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr, waren sie doch bereits seit einiger Zeit immer wieder bei Auftritten zu sehen. Kein Wunder also, dass es den Leuten nicht schwer fiel, sich auf die indielastige Musik von The Knights einzulassen. Zu ihrem Song „James Dean“ begaben sich selbst die anderen Newcomerbandmembers mit James Dean Masken bestückt, auf die Bühne und feierten mit. Was für eine Party! Noch einmal gemeinsam feiern, bevor es zum Voting und somit zum Abschied von der Hälfte der teilnehmenden Bands ging.
 
Alles verlief ruckzuck und schon war es Zeit für das Zuschauervoting mittels Klatschometer. Während die Bands vor Nervosität wahrscheinlich fast eingingen, klatschten und schrien die Zuschauer geduldig bei jeder Band mehr oder weniger lange und laut. Schließlich wollte jeder, dass sein Favorit gewinnt und zu den großen Festivals Deutschlands fahren darf. Die Kandidaten mussten auch nur 15 Minuten warten, bis sie das Ergebnis erfuhren. Wirklich eine zügige Organisation, ein dickes Kompliment an das Team! Ohne das Docks noch länger auf die Folter zu spannen wurden unverzüglich die Gewinnerbands bekannt gegeben. Nun durften sich die Fans von The Knights, Videoclub und Bubble Session freuen, denn dies sollten die Gewinner des ersten Abends der Coca Cola Soundwave Discovery Tour sein. Für die anderen Bands bedeutete dies das Ende für diesen Contest, nicht aber das Ende ihrer noch bevorstehenden Karriere. Und auch für die Zuschauer war noch kein Ende in Sicht, immerhin warteten die meisten auf den Hauptact aus Schottland: Biffy Clyro.
 
Doch diese waren noch nicht am Zuge. Zuerst kamen Samavayo, die Gewinner des letztjährigen Bandcontest auf die Bühen und legten knapp 50 Minuten Indie-Rock vom Feinsten aufs Parkett.  Dass das Publikum langsam unruhig wurde und spärlicher mit dem Applaus umging (wahrscheinlich war das Klatschometer schuld, das für rote Hände gesorgt hatte) irritierte die Jungs nicht im Geringsten. Unbeirrt rockten sie sich den Arsch ab, wie man auf gut Deutsch sagt. Sie bewiesen, dass sie nicht zu Unrecht im Vorjahr gewonnen hatten. Von der Livequalität als auch dem Songwriting an sich kamen Samavayo höchst professionell rüber. Gegen Ende hatten sich die Hände auch wieder erholt und die Jungs bekamen ihren wirklich hart verdienten Applaus – besser zu spät als nie.
 
Jetzt war es aber wirklich höchste Zeit für den letzten Act des Abends und somit dem Höhepunkt für die meisten Anwesenden. Nach verlängerter Umbaupause betraten endlich die langersehnten Schotten von Biffy Clyro die Stage. Nun gab es kein Halten mehr und es wurde zu Songs wie „Living Is A Problem Because“ ordentlich gerockt. Diesmal stieg nicht das Klatschometer, sondern das Barometer des Docks zu Höchstwerten an. Auch wenn Biffy Clyro nur eine relativ kurze Spielzeit vergönnt war, holten sie alles aus sich und dem Publikum raus. Nonstop jagten sie von einem Gitarrenriff zum nächsten, so dass keine Verschnaufspause für die Feiergemeinde vor der Bühne blieb.
 
Und auch wenn im Nachhinein einige Stimmen laut wurden, dass der Auftritt von Biffy Clyro viel zu kurz gewesen sei und eine Zugabe gefehlt hätte muss man sagen, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg war. Schließlich ging es in erster Linie um die großzügige Förderung von Newcomerbands durch Coca Cola. Dass ein bekannterer Headliner und obdrein kostenloser Eintritt nur dazu dient Leute anzuziehen steht außer Frage und ist eigentlich ein trauriges Zeichen dafür, wie schwierig es Newcomerbands in Deutschland haben. Wären diese beiden Boni nicht gewesen hätte das Ganze wahrscheinlich eher im Molotow statt im Docks statt gefunden aufgrund mangeldem Andrang. Immerhin wurde ein paar der Newcomer durch die Coca Cola Soundwave Discovery Tour nun die Chance ihres Lebens geboten. Wir drücken die Daumen, dass es für die Gewinner, als auch diejenigen, die nicht weiter dabei sein werden, stetig bergauf geht.

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