Promo Tour 2006
In Zeiten von gefühlter Staffel 1463 von Deutschland sucht nen Superstar und medial gepushtem Hype um nahezu jeden, dem die Kachel beim morgendlichen Sang unter der Dusche nicht entgegenkommt, entwickelt der geneigte Hörer einen gesunden Argwohn gegen mit Vorschusslorbeeren bedachte Newcomer.
Corinne Bailey Rae soll sie also heißen – der nächste Superstar. Zumindest wenn es nach der BBC und Label EMI geht. Die britische Sendergruppe lässt einmal im Jahr Medienmitarbeiter und Musikkritiker einschätzen, wer im nächsten Jahr wohl der neue Shootingstar sein wird und sie haben damit schon einige Male Recht behalten. Frau Rae tritt nun immerhin in die Fußstapfen von Musikern wie z.B. Keane und Franz Ferdinand.
Der Wartesaal ist für ihren heutigen Auftritt zur Lounge umdekoriert. Sofas, Hocker und Tische verbreiten eine fast gemütliche Atmosphäre und Corinne betritt im weißen Kleid die Bühne. Ihre Disziplin ist eine Mischung aus Soul, Blues und Jazz und beim ersten Song Put your records on, stellt sich bei angenehmen Jazz-Bar Sound schnell ein Dejavue Erlebnis ein. Hab ich diesen Song schon mal gehört? Sollte ich zumindest, immerhin ist der Titel in den englischen Singlecharts direkt mal auf der 2 eingestiegen und macht dort Oma Madonna Feuer unterm Hintern.
Die Kraft ihrer Stimme sieht man ihrer sehr zierlichen Figur nicht an. Sicher variiert sie diese und verleiht dadurch ihrer Musik Seele. Soul Musik wie es mal gedacht war, wie sie auch bei darauf folgenden Breathless beweist. Insgesamt spielt sie acht Titel ihrer gerade in Deutschland veröffentlichten, nach ihr benannten CD. Diese sind leichtgängig, ohne langweilig zu sein. Ein angenehmer Sound und eine Stimme, die Aufmerksamkeit erregt. Und das von Song zu Song mehr. Kraftvoll und dabei sehr variabel. Darüber hinaus schreibt sie im Übrigen ihre Songs auch noch selber und spielt Gitarre. Dazu hat sie eine sehr sympathische und fröhliche Art, mit der sie das Publikum einfängt.
Die aus Leeds stammende Sängerin mit Abschluss in englischer Literatur hat tatsächlich das Zeug zum großen Durchbruch. Live ist Corinne Bailey Rae natürlich, unglaublich überzeugend und dominiert dabei den instrumentellen Teil der Musik. Hype hin, Argwohn her – die Frau ist einfach gut.
Put your records on
Breathless
Enchartment
Till it happens to you
Like a star
Trouble sleeping
I´d like it
Choux pastry heart