Tour 2009
Provokant könnte man die Behauptung in den Raum werfen „Wer Freakatronic zur Vorband hat, der muss gar nicht mehr erscheinen“. Ja, so könnte man fast sagen. In abgefahrener Montur traten die zwei Männer unter Nebelschwaden auf die kleine Bühne, die heute Abend noch ordentlich was mitmachen sollte.
In Begleitung einer Dame, deren einziger Job es war, mindestens genauso abgefahren im Hintergrund zu tanzen, fuhren Freakatronic mit einer Lichtershow auf, die nicht durch aufgemotzte Beleuchtung seitens der Decke auf den Raum hinab strahlte, sondern in Darth Vader-Manier, aus den Handschuhen der Akteure gestrahlt kam.
Genauso abstrus ging es dann weiter, mit einer Leinwand im Hintergrund und Konfettipistolen im Gebäck heizten die Boys schon gut ein.
Aber um auf die Eingangsthese zurückzukommen:
Sie haben es geschafft!
Das Bierbeben hat sich von dem ganzen Theater nicht mehr als nötig beeindrucken lassen und haben stattdessen selbst die Menschen unterhalten; auch wenn diese Art der Unterhaltung ein wenig subtiler vonstatten ging, als bei dem jungen Holz, aus dem die Vorband geschnitzt war.
Aber die zarte Julia Wilton am Mikrofon, Herr Jan Müller (Tocotronic) am Bass und Rasmus Engler sowohl an den sechs Seiten als auch an den Drums, dass sind schon drei Namen, die einen guten Abend erwarten lassen; ganz zu schweigen von dem Vierten im Bunde, Alexander Tsitsigias.
Und so singen und tirilieren sich Das Bierbeben samt Publikum durch die Nacht, in der es vor allem von der neuen self titled Platte jede Menge zu Hören gab.
Das „Ihr“ verstörend, dafür „Readyroom“ absolut tanzbar. Irgendwie war alles sowieso und generell und überhaupt tanzbar, eben alles auf eine ganz spezielle, eigene Art und Weise, für die es, wie man wohl merkt, kaum die passenden Worte gibt.
Sympathisch musizieren die Vier, tanzen ebenfalls gemeinsam, und läuten kurz vor Ende noch eine Pipi-Pause ein, zu der Sängerin Julia den Anstoß gab.
Wie bitte? Pipi-Pause? Nun ja, um ehrlich zu sein war das wohl ein recht ungelungener Versuch, dass Konzert langsam aber sicher zum Ende zu bringen. Die Fans wollten mehr; und so sollte es sein; es gab mehr!
Und zum Schluss? Tja, da gab es widererwartend doch noch einen Merchandise-Stand, den der ein oder andere während des Konzertes wohl vergeblich gesucht hat.
So ist es richtig, die Spannung halten, bis zum Schluss.
Und man kann sagen, dass haben Das Bierbeben geschafft.