Death Cab for Cutie

Codes And Keys Tour 2011 - Support: Butcher The Bar

13.11.2011 E-Werk / Köln

Von: Nadine Kosanovic

Death Cab for Cutie Köln

Am heutigen Sonntag spielen Death Cab for Cutie aus Washington State, USA, vor fast ausverkauftem E-Werk in Köln. Dort stellen sie unter anderem ihr siebtes Album "Codes And Keys" vor, welches im Mai 2011 erschienen ist. Die Stimmung in der kargen Halle ist ruhig; ab und an hört man junge Mädels lachen und quietschen. Ob man das wohl "Twilight" zu verdanken hat? Ich gehe davon aus. Das Publikum ist überraschend jung für eine Band, die sich bereits 1997 gründete, und überwiegend weiblich. Die meisten Männer im Publikum sind in Begleitung ihrer Freundin da. Was die berechtigte Frage aufwirft, wer da eigentlich das Konzert sehen wollte. Anhand der Kommentare kann man davon ausgehen, dass die meisten Herren von ihrer Geliebten "gebeten" wurden mitzukommen.

Kurz vor 20 Uhr füllt sich das E-Werk rasch. Die halbleere Halle ist nun fast voll und es wird überraschend laut. Butcher The Bar ist als Vorband angekündigt; dahinter versteckt sich der Brite Joel Nicholson, der Folk-Pop macht und heute Abend ausnahmsweise nicht alleine unterwegs ist. Stattdessen hat er eine Band zur Unterstützung dabei. Sie sieht aus wie eine Schülerband und das macht auch ein wenig ihres Charmes aus. Aktuell präsentiert Joel Nicholson sein im Juni erschienenes Album "For Each A Future Tethered". Butcher The Bar plätschert so vor sich hin, ganz unaufgeregt, minimalistisch und mit einer Spur positiver Leichtigkeit. Joel Nicholson kommt dennoch - oder gerade deswegen - sehr authentisch und persönlich rüber. Er gibt seinen Songs eine persönliche Note, was dem Publikum gefällt, denn applaudiert wird am Ende der knapp 38-minütigen Performance kräftig.

Death Cab for Cutie starten ihr Set mit dem Song "Bend To Squares" und legen direkt los. Ben Gibbard, der Sänger, Gitarrist und Pianist, ist ziemlich wortkarg und die Show sieht ein wenig teilnahmslos aus. Die Jungs aus Washington spielen ein Lied nach dem anderen. Bei "Crooked Teeth" geht nun auch ein wenig das Publikum mit und erfreut sich an den Songs. Death Cab for Cutie spielen aber nicht einfach die Albumversion ihrer Songs ab, sondern versuchen einige davon in längere und ausgefeiltere Live-Versionen zu verpacken. Obwohl das Anklang findet, scheint im E-Werk die Stimmung jedoch immer noch nicht zu kochen. Dabei ist das Set eine bunte Mischung aus alten Hits wie "You Are A Tourist", "A Lack Of Color", "Translanticism" und neuen Songs vom aktuellen Album "Codes And Keys". Von Post-Weihnachtsstimmung im Song "The New Year", über das tieftraurige "What Sarah Said" bis hin zur Romanze die schiefging, wird heute Abend jede Stimmung angesprochen.

Vielleicht liegt es am glatt heruntergespielten Set der Band, das schon zu routiniert wirkt und jegliche "Persönlichkeit" der Band nimmt. Immerhin bietet die Band ihren Fans was fürs Geld: eine fast 125 Minuten lange Performance. Was für einige in Anbetracht der leblosen Performance schon zu lange zu sein scheint. Dabei sind Death Cab for Cutie durchaus in der Lage ihr Publikum zu fesseln und eine tolle Atmosphäre zu schaffen; das haben sie in vorherigen Konzerten gezeigt. Schade, dass es diesmal nicht der Fall ist. Der letzte Song der Zugabe "Translanticism" bildet dann immerhin noch einen schönen Abschluss für den Abend und die Fans.

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