Sonic Syndicate, Deathstars & guests
Zum zweiten Mal in diesem Jahre leuchtete Freitag, der 13. rot im Kalender auf. Doch nicht aufgrund des des abergläubisch gebrandmarkten Datums, sondern fett stand in Rot das Konzerthighlight des Monats unter der mysteriösen Zahl: passenderweise war dies der Auftritt der Schweden von Sonic Syndicate und Deathstars in der Markthalle.
Doch vorab hieß es Gastspiel bzw. Heimspiel für die guests On The Floor aus Hamburg. Die Electro Combo, die laut Pressestimmen „Standards setzt“, setzte auch an diesem Abend StandardsÂ… und zwar in Sachen Lautstärke. Der anfangs in etwa zur Hälfte gefüllte Saal bekam eine ordentliche Dröhnung der Elektrobeats und Vocals auf die Mütze. Doch so richtig aufwachen wollte das Publikum noch nicht, obwohl On The Floor ihr Bestes gaben. Gegen Ende jedoch hatten sie es geschafft und die sich stetig füllende Halle lieferte den wohlverdienten Applaus.
Nach der Umbaupause, kurz vor dem Bühnenanpfiff der Deathstars zeigte das helle Licht die schwarz gemischten Leute im Inneren der Markthalle – Uniformen, kecke Hüte, Lack & Leder oder einfach so schwarz – es war eine reine Augenweide. Und die Vorfreude stand allen in die Gesichter geschrieben. Als dann auch das Licht endlich erlosch schwoll der Applaus an und die fünf Jungs der Deathstars ließen nicht lange auf sich warten. Als zu Beginn gleich ein Song des nagelneuen Albums ertönte stieg die Befürchtung auf, die Band würde hauptsächlich die neuen Stücke runterrasseln. Aber diese Rechnung hatte ich ohne die Deathstars gemacht. Kaum ein Hit wurde ausgelassen. Lieder von „Synthetic Generation“ kamen ebenso zum Zuge wie „Last Ammunition“ oder „Tongues“ des Silberlings „Termination Bliss“. Und auch bei den brandneuen Songs erwies sich das feierfreudige Publikum sogleich textsicher. Die Halle tobte und die Band wusste das mit teilweise etwas einstudiert wirkenden Posen weiter voran zu treiben. Es fehlten weder Whiplashers anzügliche und bizarre Ansagen, noch Cats glamouröses Gepose mit der Gitarre. Ja, die Kameras liebten diese Band. Natürlich durfte auch „Cyanide“ nicht fehlen, bei dem auch das letzte Bein im Raum noch mitzuckte. Schon nach wenigen Minuten waren die Musiker auf der Bühne triefnass durch ihren Körpereinsatz und das Publikum bewies, dass ihr Schweiß nicht umsonst floss. Applaus, Mitgesinge und Gehüpfe ohne Ende. Was für eine Stimmung bei der zweiten und vorletzten Band des Abends!!
Leider (gefühlt) viel zu früh verließen die Deathstars die Bühne um ihren Kollegen von Sonic Syndicate die Klinke in die Hand zu drücken. Und diese schafften es das bereits feierfreudige Publikum noch mehr anzuheizen. Die Mischung aus Gesang und geschrienen Parts, dazu die brachialen Riffs und gnadenlosen Drums ging an keinem vorbei. Sonic Syndicate brachten die Halle restlos zum Überkochen. Der Livecharakter der Schweden war also nicht bloß ein Gerücht, hier machten sie ihrem Ruf alle Ehre. Da ihr Album „Love And Other Disasters“ nicht mehr ganz so brandneu war, hatten Sonic Syndicate einfach alle Alben im Gepäck und zögerten nicht sie rauf und runter zu spielen. Sehr bewundernswert waren die Stage Dive Aktionen der Sänger, die sich auf Händen tragen ließen und dabei weitersangen ohne die Töne großartig zu verfehlen. Der Moshpit stimmte, die Temperaturen stiegen und die Schweden hatten an diesem Abend eindeutig bewiesen, dass sie rocken! Und das gleich im Doppelpack. Sollte sich die Gelegenheit bieten, eine dieser Bands live zu sehen, sollte diese genutzt werden – es lohnt sich!
Freitag der 13. ein wirklich wunderbarer TagÂ… zumindest für die Zuschauer der Markthalle, die voll auf ihre Kosten kamen. Hoffentlich gibt es noch ganz viele solcher „schwarzen“ Tage in naher Zukunft.