Deconstruction Tour 2005 feat.: Smoke Or Fire, Only Crime, Capdown, Strike Anywhere, Boy Sets Fire, From Autumn To Ashes, Mad Caddies, Lagwagon
Obwohl meine Vorfreude auf die diesjährige Deconstruction Tour ein wenig getrübt wurde (der Kölner Termin wurde abgeblasen und stattdessen in die Gysenberghalle nach Herne verlegt) war ich doch mehr als gespannt auf die Veranstaltung.
Das Line Up bestand aus folgenden Bands und dürfte jeden Freund von Punk, Ska und Hardcore in große Begeisterung versetzen:
Smoke Or Fire
Only Crime
Capdown
Strike Anywhere
Boy Sets Fire
From Autumn To Ashes
Mad Caddies
Lagwagon
Um ca. 15:30 bin ich dann auch mit einem absolut überfüllten Bus vor der Gysenberghalle eingetrudelt und vor den Türen sammelte sich schon eine nette Menschentraube. Schnell vor Ort mit der lieben Maike noch ein paar Vorbereitungen für unser Boysetsfire Interview getroffen und schon ging es auf in Eissporthalle. Im Eingansbereich befanden sich diverse Merchandise Stände, die Peta war ebenfalls dort vertreten und eine grosse Fressbude „bereicherte“ die Luft mit ihrem doch eher penetranten Geruch.
Gegenüber der Konzert Bühne (auf der ein Deconstruction Banner vom letzten Jahr prangte und lediglich aus der 04 eine 05 gemacht wurde.. peinlich, peinlich) befand sich eine recht große Halfpipe auf der in regelmäßigen Abständen BMX und Skate Einlagen präsentiert werden sollten.
Um ca. 16:20 Uhr legten dann auch die Jungs von Smoke or Fire los und eine kleine Menschentraube versammelte sich vor der Bühne. Gespielt wurde ein sehr netter Mix aus Hardcore und Old School Punk und die Band hatte auch sichtlich ihren (leider viel zu kurzen) Spaß. Den Anwesenden gefiel das ganze sichtlich auch wenn die Halle zu dem Zeitpunkt eher noch eine gähnende Leere verströmte.
Nach gut 25 Minuten Spielzeit wurde dann Platz gemacht für die Herren von Only Crime die musikalisch um einiges melodischer zu Werke gingen. Die Halle füllte sich zunehmend und die Traube vor der Bühne wurde größer. Leider war der Sound etwas schlechter als bei Only Crime, Spaß hatten trotzdem sowohl Band als auch das Publikum und das war ja die Hauptsache.
Den folgenden Auftritt von Capdown haben wir leider komplett verpasst weil wir zu dem Zeitpunkt für das Interview eingesammelt wurden das im Boysetsfire Tourbus stattfand (großes „Danke“ an den netten Markus der uns eingesammelt hat und an Robert von BSF der uns mit seiner guten Laune fast erschlagen hat *lach*).
Nach dem sehr spaßigen und informativen Interview (mehr dazu unter „Specials“) hieß es dann auch schon ab zu Strike Anywhere. Das Quintett aus den Staaten ging auch direkt derbe zur Sache und gab der Menge direkt anspruchsvolle politische Lyrics mit auf den Weg. Die Stimmung kochte sich langsam richtig schön hoch und Crowdsurfer und Pogotänzer konnten sich beherzt austoben. Die Band ließ auch nichts anbrennen und gab weder sich selbst noch der Menge Zeit zum verschnauben.. für mich das erste große Highlight des Tages. Leider war auch diese Show mit rund 30 Minuten viel zu kurz und die Bühne wurde erneut umgebaut.
Eigentlich sollten jetzt From Autumn To Ashes spielen aber wie wir am Rande des Interviews mit Boysetsfire erfahren haben tauschten die beiden Bands kurzerhand die Plätze weil From Autumn To Ashes Probleme mit ihrem Equipment hatten. Boysetsfire hatten mit dem Tausch kein Problem und teilten auch bereitwillig die Instrumente mit FATA.. sehr nette Aktion.
Kurze Überraschung machte sich in der Menge breit da keine Info über diesen Platzwechsel rumging. Aber nachdem Boysetsfire mit „After the Eulogy“ (wohl eine DER Hardcore Hymnen überhaupt) durchstarteten war jede Verwirrung verflogen. Die Menschen stürmten wie irre nach vorne und es bildete sich im vorderen Mittelfeld ein grosser Moshpit und man brüllte lauthals die Lyrics mit. Tourmanager Gordon, der den kranken Gitarristen Josh vertrat, machte seine Arbeit hervorragend und Sänger Nathan verströmte immens gute Laune.
Mit „Release the Dogs“ und „Vehicle“ folgte ebenfalls harter Stoff für Ohren und Körper. Der neue, sehr poppige, Song „Requiem“ kam ebenfalls sehr gut an und Nathan überraschte wieder einmal mit seiner extrem wandlungsfähigen Stimme. Besonders der Gitarren und Basseinsatz während „Requiem“ begeisterte mich stark. Es folgte eine abgewandelte Version von „Still waiting for the Punchline“ und unter anderem die Klassiker „My Life in the Knife Trade“ und „Rookie“ der als letzter Song die Halle zum bersten brachte.
Ich bin mehr als gespannt auf das Kölner Konzert der Jungs, die Halle hatten sie jedenfalls in ihren 50 Minuten Spielzeit vollkommen im Griff.
Nach dem Auftritt verteilte Nathan im Fotograben noch einige Autogramme und redete was mit dem Publikum während sich From Autumn To Ashes langsam auf der Bühne einfand.
Bereits letzten November konnte ich mich auf der Vagrant Europe Tour von den Live Qualitäten der Band überzeugen und es gab auch prompt mit „Milligram Smile“ eine bombastische Eröffnung. Benjamin Perri brüllte sich förmlich die Seele aus dem Leib und bewegte sich wie ein Tornado über die Bühne.. Respekt! Es folgten Knaller wie „Cherry Kiss“ „Lilacs and Lolita“ und ein neuer Song namens „Wango Tango“ der neugierig macht auf das kommende Album. Mit „The After Dinner Payback“ gab es dann noch eine gewaltige Explosion zum Abschluss und die Meute tickte vollends aus (verständlicherweise).
Leider wurden nichtmals 30 Minuten gespielt da musste auch schon wieder das Feld geräumt werden. Sehr schade war es doch neben Boysetsfire meiner Meinung nach der gelungenste Auftritt des Abends.
Nach einer weiteren Skateboard Einlage auf der Halfpipe kamen dann auch um kurz nach 22 Uhr die Mad Caddis zum Zug. Es wurde wieder deutlich melodischer als die Band ihren Ohrwurm tauglichen Ska zum besten gab und die Menge konnte beherzt weitertanzen und sang begeistert mit. Leider bekam ich Lagwagon als Abschluss dieses großartigen Abends nicht mehr zu Gesicht.
Um 23 Uhr mussten Maike und ich aufbrechen da wir sonst nicht mehr weggekommen wären aber nach den Schilderungen vom Folgetag sollen auch Lagwagon sich keine Blöße gegeben haben und es war wohl eine mehr als gelungene Show (inklusive eines Kerls der die Bühne enterte und seinen nackten Hintern präsentierte).
Wenn man bedenkt das man für die 20 Euro Eintritt eine Auswahl von 8 qualitativ sehr guten Bands + interessanten Rand Events (Skate und BMX Einlagen, Tierschutz Informationen von der Peta) bekommt ist die Begeisterung sogar noch größer. Die nächste Deconstruction Tour ist auf jeden Fall schon fest eingeplant und ich kann dieses Event nur jedem wärmstens ans Herz legen.