Deep Purple & Alice Cooper

Tour 2006

15.06.2006 Museumsmeile / Bonn

Von: Willi Nickolaus

Es ist schon fast ein kleines Wunder, dass es Deep Purple, die Mitbegründer des Hardrock-Genres, nach 38 Jahren Sex, Drugs and Rock’n’Roll immer noch gibt. Zwar hat sich die Besetzung im Laufe der fast 4 Jahrzehnte insgesamt 8x geändert, aber vor einer Band, die mit einem Durchschnittsalter von geschlagenen 57 Jahren immer noch Power hat und die Bühnen dieser Welt rockt, kann man nur den Hut ziehen.

Ein Jahr älter ist Schockrock-Erfinder Alice Cooper, der dem Publikum auf dem Bonner Museumsplatz als Support einheizte. In typischer Manier inszenierte er eine Horrorshow, von der sich jüngere Bands noch eine Scheibe abschneiden können. Nach etlichen Verkleidungen, düsteren schauspielerischen Einlagen, einigen Tuben Theaterblut und Hits wie „School's Out“ aus dem Jahre 1972 und „Poison“ aus den 80ern hatte man das Gefühl, dass dieser Mann nichts von seinen Schock-Qualitäten verlernt hat. Schlange und Exekution gegen Ende der Show inklusive.

Um 20.20 Uhr betrat schließlich die Hauptband die Bühne, die sich nach dem Lieblingssong von Ritchie Blackmore’s Oma benannt hat. Blackmore war eines der Gründungsmitglieder, verließ die Band jedoch im Jahre 1992.
Gut gelaunt machten sich Ian Gillan, Steve Morse, Roger Glover, Don Airey und Gründungsmitglied Ian Paice ans Werk und demonstrierten dem Publikum, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören. Gleich zu Anfang gaben sie „Hush“ vom Debütalbum „Shades Of Deep Purple“ zum Besten. Der Song landete im Gründungsjahr 1968 auf Platz 4 der Single-Charts in den USA.
Im Laufe der nächsten Songs avancierten Sänger Gillan, Gitarrist Morse und Bassist Glover zu Hauptdarstellern, die die Luft auf der Bühne zum Leben brauchen.
Der braungebrannte Gillan, der so aussah als hätte ihn der Hubschrauber gerade aus St. Tropez eingeflogen, übernahm die Kommunikation mit dem Publikum, Grinsemann Morse brillierte mit virtuosen Soli und Glover unterlegte den Sound mit wummernden Bass-Klängen.
Gillan und Morse unterhielten sich auffällig oft nach den Songs und klopften sich gegenseitig auf die Schulter. Man könnte meinen, dass sich Gillan immer noch ein ums andere Mal darüber freut, dass Morse und nicht mehr Langzeitrivale Blackmore die Gitarrenseiten zupft.
Morse spielte aber auch wirklich wie ein junger Gott, so dass an diesem Abend Blackmore wohl Niemand vermisste.

Nach Hits wie „Strange Kind Of Woman“, „Perfect Strangers“, „Space Trucking”, “Highway Star” und “Smoke On The Water” endete nach gut 100 Minuten ein Konzert, dass die meisten Fans sicherlich immer positiv in Erinnerung haben werden.

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