Tour 2008
„Priester, Putzfrauen, Pizzabäcker, Proktologen / Wollen lieber popeln, pöpeln, prügeln, pogen“ – „Arbeit nervt“. Das Stahlwerk ist ausverkauft. Auf dem sandigen Vorplatz im Düsseldorfer Stadtteil Lierenfeld stehen schon vor Einlass die Menschen in Massen an, um einfach an dem nicht aufhörenden Hype um die Hamburger Band Deichkind teilzuhaben. Gepackt vom trashigen Style der Band kommen die Fans bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Sommerklamotten, mit kurzen Hosen, T-Shirt, 80er Jahre Frotteestirnband. Immer wieder viele Deichkindjünger in kompletter Montur, mit Neonklebestreifen bestückt, Müllsäcken, Fahne und Pyramide auf dem Kopf. Das Warmtrinken hatte bei den Temperaturen durchaus Sinn.
Zwei Schlangen bilden sich vor dem Eingang des Stahlwerks. Und es dauert gute anderthalb Stunden, bevor wirklich alle drin sind. Auf Grund der Einlassproblematik verpassen sehr viele Zuhörer das Vorprogramm. Auf einer Leinwand werden alte Musikvideos gezeigt, die Beastie Boys, Ramones, Beck, The Roots, Cypress Hill, Mickey Avalon – eine bunte Mischung. Danach fangen Deichkind ihre Show mehr als pünktlich an. Viele sind noch mit dem Ablegen der Jacken oder mit dem Getränkeholen beschäftigt, da fängt der Bass bereits an zu rollen. Vorne drin scheint es mehr als eng zu sein und man merkt, dass viele es kaum noch aushalten und endlich loslegen wollen. Für 2 Stunden endlich wieder Freak sein und am Deichkind-Spektakel mitfeilen.
„23 Dohlen“ macht den Anfang. Ein riesiger Vogel wacht über die ersten Reihen und schwingt seine Flügel unter dem Dach des Stahlwerks. „Remmidemmi“ folgt direkt im Anschluss und das heißt für 99%, dass jetzt die Party richtig abgeht. Das Frieren und Warten in der Kälte ist längst vergessen. Deichkind nehmen es sich nicht, sich auch mal selbst aufs Korn zu nehmen. Überall blitzen Neonstreifen hervor, die Bühne wird von Hüpfburgen, Trampolins und Schlauchbooten zu einem riesigen Eventschloss erweitert. Neben den aktuellen vier Deichkindmitgliedern Philipp Grütering, Ferris MC, Sebastian Hackert, DJ Phono und Porky, kommt es einem so vor als wenn da noch viel mehr Leute auf der Bühne wären. Der Voodoo Priester beschwört die Beats, der Truckdriver bekommt seinen eigenen Lastwagen. Songs, wie die aktuelle Single „Arbeit nervt“ vereinen die Freaks in den ersten Reihen und die bedächtigen Kopfnicker in der letzten Reihe. Dazwischen tanzende und fröhliche Menschen, die vom durchdringenden Bass zu nichts anderem aufgefordert werden. Der Dampfer in der Ferne ertönt und rauscht durch die Halle: „Hört ihr die Signale“ ist wahrlich kein guter Song, aber er erfüllt mehr als gewollt seinen Sinn und Zweck. Die Bierbecher fliegen durch die Luft.
Deichkind lassen keine Wünsche offen. Ältere Songs, ja schon Klassiker wie „Limit“ oder „Bon Voyage“ sind im Programm geblieben. Sogar Ferris MC’s Reimemonster bauen Deichkind ein. Bei „Hovecraft“ wird das Schlauchboot aufs Publikum losgelassen, später wird gar die ganze Hüpfburg dem Publikum überlassen. Deichkind bieten weiterhin eine kleine Entertainmentshow. Man darf den Blick kaum von der Bühne abwenden, weil immer was passiert. Einstudierte Choreographien mit neonbemalten Regenschirmen, Sprung- und Hüpfeinlagen. „Prost“ sagen wir da zur „Electric Super Dance Band“. Es bleibt echt kein Hit aus. „Urlaub vom Urlaub“ kommt richtig gut an und selbst der vernörgelte, leicht schwulstige Song „Luftbahn“ erweckt bei vielen wieder ein 80er Jahre Tanzgefühl.
Zum Schluss ertönt noch mal der Beat von „Remmidemmi“ und wie auf Knopfdruck singt das Publikum die erste Strophe und den Refrain komplett alleine, in einem Guss. Aber das war es dann auch endlich mit der Electric-Dance-Mallorca-Party. Über 2 Stunden brachten Deichkind die Düsseldorfer zum Dancen und ließen bei ihrem Set aus dem alten noch aktuellen und dem nagelneuen Material wirklich keine Wünsche offen. Dazu eine Show die bekannte alte Elemente hatte, jedoch durch vieles neues aufgebessert wurde. Wer mehr wissen will - Deichkind sind noch bis Ende Januar auf Tour.
08.12. Wiesbaden – Schlachthof
09.12. CH-Zürich – X-Tra
10.12. Ulm – Roxy
11.12. München – Muffathalle
13.12. A-Salzburg – Gusswerk
14.12. Freiburg - Alte Güterbahnhofshalle
15.12. Saarbrücken – Garage
16.12. Stuttgart – Theaterhaus
18.12. Berlin – Columbiahalle
19.12. Leipzig – Haus Auensee
20.12. Hamburg – DocksCLUB
21.12. Hamburg – DocksCLUB
22.12. Hamburg – DocksCLUB / Zusatzkonzert
15.01. NL-Groningen – Eurosonic
16.01. NL-Rotterdamm – Worm
17.01. F-Colmar – Grillen
18.01. Köln – Palladium
20.01. A- Graz – Orpheum
21.01. Passau – X-Point-Halle
22.01. Würzburg – Posthalle
23.01. Rottweil – Kraftwerk
24.01. A-Wien – FM4 Geburtstagsfest
26.01. München – Muffathalle Zusatzjkonzert
27.01. Frankfurt – Künstlerhaus Mousonturm
28.01. Erlangen – E-Werk
29.01. Erfurt – Stadtgarten
30.01. A-Innsbruck – Air & Style