Intro Intim - Support: Black Box Revelation
Die Kulturkirche Köln ist eine evangelische Kirche in Köln-Nippes. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sie sich zu einer der Top-Locations für Kunst und Konzerte entwickelt. So stellte dort zum Beispiel Damon Albarn damals sein Project "The Good, The Bad And The Queen" vor und Eins-Live überträgt von dort auch häufiger Konzerte im Radio. Jeden Sonntag finden in der Lutherkirche aber auch weiterhin bebankte Gottesdienste statt, sodass einer der Roadies vor Ort den Wunsch nach aufblasbaren Bänken äußerte.
Mit mehr als 600 verkauften Karten war das Konzert von dEUS schon seit längerem ausverkauft und es waren wohl auch alle da. Um Punkt 20 Uhr begannen Jan Paternoster (Gitarre, Gesang) und Dries van Dijck (Schlagzeug) von Black Box Revelation aus Brüssel mit ihrem Programm und machten sofort klar, wo es an diesem Abend langgehen sollte. Laut, selbstbewusst und rotzig prügelten die beiden auf ihre Instrumente ein und erinnerten dabei an die guten Zeiten von Iggy and the Stooges. Nicht schlecht, aber auch nicht besonders neu oder originell. Das Publikum war aber feierwillig und bedachte die Combo mit ausuferndem Applaus, wollte aber keine Zugabe.
Nach einer halben Stunde und anschließender kurzer Umbaupause war es dann endlich soweit: dEUS standen in den Startlöchern. Wer dEUS vor zwei Jahren auf der Tour zu ihrem Album "Pocket Revolution" gesehen hat, war gespannt, ob sie ihr Live-Programm wieder so dicht und geschlossen hinbekommen würden. Die Erwartungen waren also sehr hoch, auch wenn ein großer Teil des Publikums aus Belgien mitgereist war und nicht mehr überzeugt werden musste.
Und dann ging es mit "When She Comes Down" vom neuen, heute hier zu promotenden Album "Vantage Point" los. Gleich zu Beginn wurde auch deutlich, was das Problem des Abends werden würde. Tom Barman haderte mit dem Sound, mit der Akkustik und mit seinen Instrumenten. Mehrmals pro Song wandte er sich vom Publikum ab und seinem Techniker zu und versuchte diesem mitzuteilen, was ihm gerade nicht passte.
Schade, denn so konnte der Funke nicht wirklich auf die Fans überspringen und der rauchende Teil des Publikums versammelte sich in grosser Zahl vor der Nichtraucherkirche und ging immer nur zu den jeweiligen Lieblingsliedern zurück in die Halle. Selbst so absolute Burner wie "Sun Ra" und "Instant Street" schafften es nicht, die Kirche zum Toben zu bewegen. Von den neuen Songs zündete "The Architect" noch ganz ordentlich, doch versank jegliche Dynamik in schlechtem Sound und einer nicht besonders ambitionierten Darbietung.
Als dann Tom Barman auch noch während eines Songs dreimal die Gitarre wechselte, war es mit meiner Begeisterung für diese Band für heute vorbei. Sicherlich sind dEUS eine der wichtigsten Indie-Rock Bands der Gegenwart, aber an diesem Abend schafften sie es in keiner Weise, ihre Klasse unter Beweis zu stellen. Sehr schade!