Tour 2011 - Support: Flimmerfrühstück
Schon gegen Mittag stehen die ersten Dick Brave Fans vor dem ausverkauften E-Werk in Köln, um sich die besten Plätze zu sichern. Das ist auch keine schlechte Idee, denn die Halle ist am Abend proppenvoll. Von hinten hat man leider kaum die Chance irgendwas zu sehen, vor allem, wenn vor einem 2 Meter Schränke stehen. Also ich sehe hauptsächlich Köpfe und Haartollen und ab und an auch mal, mit viel Glück, die Band.
Aber ab zum Anfang. Das Publikum ist überraschend gemischt, von 65-Jährigen, älteren Herren mit Lacoste Polo Shirt und um die Schultern geworfenem Pullover, bis zum perfekt durchgestylten Rockabilly findet man hier alles vor. Es ist schon ein lustiges Bild, wenn man seine Augen durchs Publikum schweifen lässt. Kurz bevor die Vorband auftritt, und das pünktlich, kann man trotzdem schon die Unruhe im Publikum spüren. Um 20 Uhr betreten Flimmerfrühstück leise die Bühne. Auch so sind die Jungs aus Halle an der Saale eher vom ruhigeren Kaliber, was in der Halle die Stimmung nicht wirklich anheizen kann. Sie spielen ein halbstündiges Set aus ihrem Album "In allen meinen Liedern", welches am 30. September veröffentlicht wurde. Der leicht jazzige Pop wird technisch gut geliefert, jedoch springt der Funke nicht wirklich auf das Publikum über. Was vielleicht daran liegt, dass man an dem Abend locker, flockigen Rock’n’Roll mit guter Laune erwartet hat und keine ruhige Pop-Jazz Nummer.
Nach einem zackigen Umbau, um knapp 21 Uhr, ist es dann soweit, das Video startet. Das Video? Ja, das Video. Die Performance von Dick Brave and the Backbeats startet mit einem Zusammenschnitt der fiktiven Dokumentation namens "Finding Brave", welche zeigt, wie Klaas Heufer-Umlauf Dick Brave in den Wäldern Kanadas aufspürt und ihn zurück auf die Bühnen dieser Welt bringt. Nachdem Klaas Dick Brave gefunden hat, startet das Konzert mit dem Song "Rock Therapy". Zum Glück sind die Fans durch die Vorband nicht ganz eingeschläfert worden, denn als der Song ertönt, springen alle fröhlich durch die Gegend und singen mit. Eine erfolgreiche Wiederbelebung des Publikums also. Die Setlist ähnelt der vom diesjährigen Rheinkultur Festival schon sehr, aber was will man auch anderes in einem Tour-Zyklus erwarten. Neben bekannten Klassikern wie Chuck Berry’s "Come On" oder Carole King‘s und Gerry Goffin’s "Take Good Care Of My Baby", werden auch die Hits "Use Somebody" von den Kings of Leon, "Sitting, Waiting, Wishing" von Jack Johnson und "Rolling In The Deep" von Adele zum Besten gegeben.
Dick Brave hat in seiner Auszeit in Kanada nichts verlernt, er rockt die Stage, lässt die Hüften schwingen und bringt alle weiblichen Herzen zum Schmelzen, jedenfalls lässt sich das aus dem Gekreische der Frauen schlussfolgern. Mit dem Song "Just Can’t Get Enough" beenden Dick Brave and the Backbeats ihren Auftritt, um dann, nach lautem Getöse, Gepfeife und Geklatsche, wieder auf die Bühne zurückzukehren und "Always On My Mind" zu performen. Wobei die Damen hierbei hinschmelzen und die Herren sich eher ihren lautstarken Gesprächen widmen, was schade ist, da es die Stimmung nieder macht. Nach der Zugabe verschwinden die Musiker geschwind wieder, um dann für eine erneute Zugabe die Bühne zu stürmen. Mit drei weiteren Songs begeistern Dick Brave und Co. ihre Fans und schließen ihr gelungenes und energiegeladenes Konzert mit "Great Balls Of Fire" von Jerry Lee Lewis ab. Abgekämpft und erschöpft verlassen die Fans in den ersten Reihen den Konzertsaal. Allerdings mit einem großen Lächeln im Gesicht.