Die Kassierer

25 Jahre Tour 2011 - Support: Volker Putt

12.02.2011 Faust e.V. / Hannover

Von: Maren Röcker

Die Kassierer Hannover

Irgendwann im Laufe einer Woche begegnet man immer der Frage, was am kommenden Wochenende anliegt, dass kennt wohl jeder. Wenn man am Wochenende allerdings vor hat, auf ein Konzert der Kassierer zu gehen, fällt die Antwort jedoch nicht unbedingt leicht. Gegenüber jemandem aus dem gleichen Umfeld, der diese Band kennt, kann man natürlich ehrlich sein, hier bedarf es ja auch keines weiteren Erklärungsbedarfs. Gegenüber jemandem, der diese Band nicht kennt, fällt die Erklärung nicht ganz so leicht. Was will man auch sagen? Was machen die für Musik? Von der Bühnenshow mal ganz zu schweigen. Oder soll man seinem Chef gegenüber erwähnen, dass man sich am kommenden Samstag ein paar alte Herren halb- bzw. ganz nackt ansieht, wie sie Songs wie "Besoffen Sein" oder "Ich töte meinen Nachbarn" singen?

So geschieht es in Hannovers Faust und zwar an diesem Samstag. Gerüchteweise ist der Einlass erst ab 18 Jahren gestattet, verständlicherweise, hier will sich ja schließlich niemand ein Trauma für das ganze Leben einfangen. Zudem ist die Show ausverkauft und wer die Faust im alternativen Stadtteil Linden kennt, weiß, dass dies vor allem viel Gedränge bedeutet, denn die Location ist nicht die größte, zumindest was das Platzangebot angeht. Wie erwartet fügt sich das Publikum größtenteils in das Gesamtbild ein, hier ein paar Punks, dort ein paar Leute, die früher mal welche waren. Viele Betrunkene. Die Stimmung ist bereits großartig, als die Vorband, Volker Putt von der Bühne aus performed. Wenn man Punks sucht, wie sie im Buche stehen, bitte sehr! Dabei muss einmal die extrem rotzige Stimme des Sängers hervorgehoben werden, die dem gesamten Helmstedter Set einen gewissen Charme verleiht. Was ihnen aber auf jeden Fall gelingt ist, die Vorfreude auf den Hauptact zu steigern, indem sie die Fans in Pogolaune bringen.

Nach einer halbstündigen Umbaupause betreten die mächtigen Kassierer die Bühne. Ein Intro vorweg, welches mit ruhiger Stimme von der Geschichte einer Ausserirdischen-Invasion berichtet und das Publikum auf das Konzert einstimmt. Schon vor dem Auftauchen der Band wird unter den Fans das Bedürfnis, die Band unbekleidet zu sehen, lauthals kund getan, sodass Sänger Wölfi quasi keine andere Wahl bleibt, als sich vor dem ersten Song seines T-Shirts zu entledigen. Nachdem sich die halbe Band bereits halb nackt auf der Bühne stehen sieht geht es dann auch los. Natürlich werden die ganzen Klassiker gespielt: Neben den oben genannten Songs dürfen "Sex Mit Dem Sozialarbeiter" und "Das Schlimmste" (ist, wenn das Bier alle ist) nicht fehlen.

Über die Bühneneskapaden hat man ja bereits vieles gehört und auch einige Fans scheuen sich nicht, es den Musikern gleichzutun. Zwischen den Songs und ein paar vermasselten Anfängen hat sich die Kombo aus Wattenscheid ein Spiel ausgedacht. Nachdem zwei Freiwillige auserwählt und auf die Bühne geholt wurden (sie zu finden ist nicht schwer gewesen), erklärt Wölfi, dass es nun darum geht, die Unterhosen zu tauschen und die des jeweils anderen anzuziehen. Der erste Preis ist ein T-Shirt eigener Wahl vom Merchstand. Nach einem Spielertausch schafft es trotzdem nur einer der beiden Teilnehmer die Unterhose des anderen aufzutragen und gewinnt somit das Spiel. Eine Zugabe gibt es natürlich auch noch wie erwartet und nachdem jedes der Bandmitglieder mindestens einmal nackt zu sehen war und sich ein imposantes Schauspiel geboten hat, gibt es sogar noch eine (musikalische) Zugabe.

Wie gesagt, es gibt Dinge, die man seinem Umfeld, und vor allem den etwas zart besaiteten Mitmenschen lieber vorenthält und die Details eines Kassierer-Auftritts gehören definitiv dazu.

 

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