I Love You Dude Tour 2011
Digitalism sind auf dem Vormarsch: Zwei Veröffentlichungen auf einem Majorlabel, Clubgigs auf der ganzen Welt und Chartplatzierungen mit dem neuen Album "I Love You, Dude" in Deutschland und der Schweiz. Ab November hat ein namhafter deutscher Kräuterlikörhersteller sie sogar für 13 Shows quer durch die USA gebucht.
Da verwundert es nicht, dass der Gig im Kölner Gloria ausverkauft ist. Die Hingabe des Publikums indes sehr. Da wird gegroovt, gezuckt und gebangt, wie man es eher von Rockkonzerten her kennt. Dies liegt an der für Digitalism typischen Mixtur aus Elektro und Indierock, wobei ersteres klar überwiegt. Sphärische Klangteppiche und pumpende Beats, die sich auch mal technoiden Schlagzahlen annähern, bilden den Nährboden des Hamburger Duos, bestehend aus Jens "Jence" Moelle und İsmail "Isi" Tüfekçi. Immer wieder werden Erinnerungen an Daft Punk wach, deren Song "Technologic" sie 1996 remixten. Besonders deutlich wird diese deutsch-französische Freundschaft bei "Blitz", einem der Smasher vom neuen Album. Blitz-artig zückt denn auch das Publikum die Arme in die Höhe, um dem Adrenalinfluss freien Lauf zu lassen.
Dies ist die elektronische Seite. Die Indie-rockige Seite kommt immer dann am stärksten zum Vorschein, wenn Jence sich das Mikro schnappt und seine Stimme plötzlich den Ton angibt. So geschehen bei "Forrest Gump", ebenfalls vom neuen Album. Dem Vernehmen nach ist diesem Song ein reger E-Mail-Verkehr zwischen Jence und The Strokes-Sänger Julian Casablanca vorausgegangen, in dem sich die beiden Textzeilen hin und her schickten. Somit ist Casablanca Co-Autor des Textes; gesungen hat er ihn jedoch nie. Vielleicht kommt es ja im Rahmen der US-Tour zu einem Stelldichein auf der Bühne.
Vorerst teilt sich das Hamburger Duo indes die Bühne mit einem Schlagzeuger, welcher der elektronischen Sterilität auf der Bühne mehr Live-Charakter einhaucht. Für weitere Abwechslung sorgen die aufwändige Lightshow und Projektionen, die sich im Inneren der an die Wand geworfenen Bandlogos abspielen. Beim Song "2 Hearts" bekommt das Logo eine ganz besondere Bedeutung, denn die meisten der Besucher recken unaufgefordert ihre Hände in die Höhe, um mit Daumen und Zeigefinger das Digitalism-Logo nachzubilden.
Satter Sound, gute Performance und Top-Stimmung: Ein Großteil des überwiegend studentischen Publikums wird sich nach der Show mit Recht gedacht haben: "We love you, Dudes"!