Dirty Pretty Things

Romance At Short Notice Tour 2008 – Support: Diva International

20.11.2008 Luxor / Köln

Von: Stephan Kämper

Dirty Pretty Things Köln

Es hat sich nicht viel geändert seitdem der Prime Club wieder in Luxor umbenannt wurde. Es ist immer noch der kleine, bei Konzerten 400 Menschen fassende und sehr sympathische Club in der Luxemburger Straße im Herzen Kölns. Es herrscht auch an diesem Donnerstag wieder eine familiäre Stimmung im Luxor. Abermals ist der Club wieder Standort für die Dirty Pretty Things, die schon vor zwei Jahren mit einem mitreißenden Set die Anwesenden begeisterten. Leider ist der Grund ihres Auftrittes an diesem kalten Herbstabend nicht derart positiv wie damals, als sie vor allem die Stücke des Erstlings „Waterloo To Anywhere“ spielten und sie mit drei Libertines-Songs versüßten. Die Band trennte sich vor einigen Monaten und spielt somit eine Abschiedstournee.

Das Luxor ist um kurz nach 21 Uhr gut gefüllt, als die Vorband Diva International ein mittelmäßiges Set herunterspielt. Als jene hat man es auch an diesem Abend alles andere als leicht. In der Menge spürt man schon kurz nachdem die Vorband die Bühne verlässt die große Vorfreude auf Carl Barat, Didz Hammond, Anthony Rossomando und Gary Powell. Die vier Jungs geben auch sofort Gas und lassen nichts davon erkennen, dass sie eigentlich gar keine gemeinsame Bandzukunft mehr haben.

Die erste Hälfte des Gigs ist stimmungsmäßig vielversprechend, auch wenn musikalisch nur mit „The Enemy“ und „Deadwood“ wirklich überzeugt werden kann. Dennoch hält sich die gute Laune innerhalb des Publikums und zahlreiche Lieder vom ersten und zweiten Album geben den Blick dafür frei, dass es sehr schade ist, diese aus ehemaligen Libertines- und Cooper Temple Clause-Mitgliedern zusammengefundene Band in Zukunft nicht mehr live sehen zu können. So mischt sich unter die Freude auch ein wenig Trauer.

Die Dirty Pretty Things sind auch an diesem Abend keine Band, die sehr lange Konzerte spielt und so kommt das Ende reichlich früh, was jedoch niemanden überraschen sollte. Mindestens die Intensität, mit der diese Band diesen Gig gespielt hat – auch wenn er nicht besser war als der vor zwei Jahren - sollte dafür entschädigen.

Das Ende des Konzertes mit der Zugabe ist dann ein emotionales, frenetisches und musikalisch hochwertiges Ereignis. Überrascht sind die Besucher insbesondere als sie die Klänge von „In Bloom“, einem der Nirvana-Klassiker, hören. Die Dirty Pretty Things covern diesen Song auf eine beeindruckende Art und Weise und leiten nebenbei den viel umjubelten Schlussteil des Abends ein, der mit „Bang Bang You’re Dead“ und „You Fucking Love It“ versüßt wird. Am gesamten Abend merkt man dann auch, dass es besonders die Songs des Erstlings sind, die überzeugen.

Den Schluss bildet das schnelle „I Get Along“, das auch schon auf dem Erstling „Up The Bracket“ von den Libertines den Abschluss darstellte. Als das Konzert dann nach 23 Uhr endet, ist wohl jeder gespannt, welches musikalische Projekt besonders Carl Barat in Zukunft wohl anpeilen wird.

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