Disco Ensemble

Special Guest: LAPKO

09.04.2007 Kato / Berlin

Von: Melanie Schupp

Disco Ensemble Berlin

Ostern in Berlin. Was anderswo mit Eierfärben beginnen und mit Eiersuchen enden würde gestaltete sich bei mir in einem Konzertemarathon. Gab es zu Karfreitag My Chemical Romance und samstags Waterdown, so stand am Ostermontag Disco Ensemble auf dem Programm.

Die sympathischen Finnen waren just an diesem Tag aus Helsinki eingeflogen, wie sie in dem Interview vorab verrieten. Und auch einen Geheimtip hatten sie als Supportact im Gepäck. „You should do an interview with them!“ meinte Miikka und weckte somit natürlich unsere Neugier. Von Lapko hatte ich bereits den ein oder anderen Song gehört und war doch sehr erstaunt, als ich von der myspace Site erfuhr, dass die Jungs aus Finnland stammen. Ihre Musik passt – wie Sänger Malja selbst gerne betont – überhaupt nicht in die übliche Finnlandschublade. Zwar besitzt sie einen Hauch Melancholie, doch die Riffs und die Grundstimmung gehen in eine komplett andere Richtung als erwartet. Und vor allem die Stimme ist so unglaublich außergewöhnlich. Leider kam der gesamte Sound on stage nicht ganz gut rüber, da die Abmischung hätte besser sein können, doch die Leidenschaft Maljas war nichts desto trotz ungebremst. Während Bassist Nordberg bei den Mädels den Beschützerinstinkt aufgrund seines unbeholfenen Gestolpers erweckte, sprang Malja leichtfüßig ohne dabei die Sicherheit an der Gitarre zu verlieren. Es hatte auch schwer den Anschein, als würden einige Leute im Publikum die Band bereits kennen. Ich denke von dieser Band werden wir noch öfters hören.

Das Stimmungs- als auch das Temperaturbarometer stiegen. Konnte es im Kato überhaupt noch heißer werden? Ja, Disco Ensemble bewiesen uns, dass sie die Fähigkeit hatten die Temperaturen noch weiter in die Höhe zu treiben. Die saunalen Verhältnisse, die bereits nach dem ersten Song herrschten verwandelten mich in Null Komma Nichts in Liquid ManÂ… oder Woman. Die beim Interview so ruhigen und beherrschten Jungs explodieren auf der Bühne zu wahren Duracellmännchen und rockten, dass Publikum als auch ihnen selbst alles abverlangt wurde. Gut gelaunt, sichtlich erfreut über den ersten Gig der aktuellen Tour und dem großen Andrang knallten sie Hit für Hit raus. Drop Dead Casanova! und die Tanzbeine bekamen keine Ruhe denn „We Might Fall Apart“ und „This Is My Head Exploding“ standen Schlange. Doch auch die etwas ruhigeren Pausen bei „You Are The Dawn“ kamen gut an. Und es ist immer wieder amüsant als auch gleichzeitig bewundernswert wie Miikka sein kleines Keyboard, das selbst Thomas Anders neidisch gemacht hätte, bearbeitet. Während Jussis Gitarre so dicht über den Köpfen des Publikums in der ersten Reihe schwang, dass ich mich ab und zu gar wegduckte, musste man fast befürchten dass Lasse sich den Kopf am Boden stoßen könnte, so tief beugte er sich manchmal hinab beim mitrocken.

Als große Überraschung gaben Disco Ensemble auch ein paar neue Songs zum besten wie z.B. „Ghost“. Dabei handelte es sich um altbewährte Songs im geliebten Disco Ensemble Stil, die sich nahtlos in die Setliste einfügten. Nass, k.o. aber völlig aufgedreht von Disco Ensemble´s Gute Laune Musik nahm das Konzert dann früher oder später doch sein Ende. Das war mal ein guter Start für die Tour möchte ich mal sagen! Ein proppenvolles Kato am Ostermontag. Das kann sich sehen lassen. Und wir sehen uns bei Rock am Ring! Ich freue mich jetzt schon auf das niedliche kleine KeyboardÂ…

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