Divine Heresy

Tour 2007 - Support: Hacride, Blood Red Throne

20.12.2007 Underground / Köln

Von: Philippe Ackermann

Divine Heresy Köln

Vorbands an diesem extrem kalten Dezemberabend waren Hacride aus Frankreich und Blood Red Throne aus Norwegen. Entweder war es den meisten zu kalt oder viele waren auf dem Spice Girls Konzert, welches am gleichen Abend in Köln stattfand. Jedenfalls war das Underground noch nicht einmal halb voll.

Der Auftritt von Hacride lag in den letzten Zügen als ich den Saal betrat und die Mischung aus Trash und Progressive hatte definitiv ihren Reiz. Eine gewisse Anleihe bei Textures war nicht zu verkennen, aber das ist ja nicht das Schlechteste. Mir jeden Fall gefiel die Musik sehr. Nach kurzer Umbauphase, in welcher übrigens die herrliche „In the Absence of truth“ von Isis lief, legten dann Blood Red Throne los. Ihr sehr klassischer Death Metal konnte mich leider gar nicht überzeugen, obwohl viele Leute im Saal durchaus den Anschein erweckten, extra wegen dieser Band da zu sein. Der dauernde Wechsel zwischen Double Bass Geballer und Half Time Feel wurde auf Dauer schnell eintönig. Genauso wie das anscheinend immer gleiche Slayerriff ein paar Mal zu oft im Rhythmusteil herhalten musste. Als Slayercoverband durchaus Potential, aber für mich doch ziemlich langweilig über weite Strecken. Was eigentlich sehr schade war. Der Sound hat ordentlich gedrückt, Deathgrowls gab es auch, als gäbe es kein Morgen und die Band hat sehr tight zusammen gespielt. Wenn jetzt noch das Songmaterial ein bisschen ausgefeilter wäre, wären Blood Red Throne sicher der Brüller.

Aber zum Glück stand ja noch eine Band auf dem Programm. Und dann konnte man erleben wie eine Gitarre, wenn ordentlich runtergestimmt, knallt. Divine Heresy legten also los, mit Sampleunterstützung vom Rechner und rockten gewaltig das Underground. Dino Casares ist ein absolut tighter Rhythmusgitarrist und das Zusammenspiel mit Bassist Joe Payne und Schlagzeuger Tim Yeung war wirklich beeindruckend. Und auch Sänger Tommy Vext machte durchaus den Eindruck, also würde er sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Gemosht wurde durchwegs, zum Schluss stürmte!!! Tommy Vext dann auch noch ins Publikum und gab eine kleine Lektion wie man das richtig macht. Unglaublich auch, wie gross die Bühne im Underground sein kann, wenn man bedenkt, dass er die ganze Zeit zwischen den Bühnenrändern hin und herraste und die Band klar unterstrich, wie viel Spass man mit der Musik und dem Publikum hatte. Zwei Fear Factory Songs („Self Bias Resistor und Replica“) wurden auch zum Besten gegeben. Einerseits hatte ich wie viele andere gehofft, dass ein Song von Fear Factory gespielt wird, schliesslich war Dino Casares lange Jahre der Gitarrist dieser unglaublichen Band, andererseits konnte Tommy Vext nicht ganz die stimmliche Bandbreite eines Burton C. Bell liefern. Aber cool war es schon! Dino kann mittlerweile sogar richtige Soli spielen, was man ja von FF, Asesino und Brujeria, wo er auch viele Jahre spielte, gar nicht in der Form kannte. Am beeindrucksten, für alle Gitarristen, war natürlich die 8-saitige Gitarre die bei einigen Songs zum Einsatz kam. Nach einer guten Stunde verabschiedeten sich Divine Heresy dann, um am Merchandisingstand noch eine Runde mit den Fans zu plaudern.

Schade, dass es so leer war, hoffen wir, dass sich der Bekanntheitsgrad der Band noch erhöht, die Songs haben nämlich richtig Klasse und wer auf Fear Factory-Nummern steht, wird auch hier nicht enttäuscht.

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