Donots

Club Tour 2011 - Support: Inhuman

30.11.2011 Underground / Köln

Von: Marc Brüser

Donots Köln

Hui, das ging ja auf einmal fix. Da guckt man noch vor einigen Wochen nach Tickets für das Konzert von Ingo, Guido, Alex, Jan-Dirk und Elke aka die "Donots" aus Ibbenbüren in der Domstadt und man kann nur noch das "AUSVERKAUFT"-Schild überall lesen. Da ruft der (zweite) Arbeitgeber gut vier Stunden vor dem Konzert an und fragt, ob man nicht eine Akkreditierung, plus ZWEI (!!!) weitere Freikarten haben möchte. Wenn das nicht Schicksal ist.

Die letzten Wochen hatten es schon in sich: K.I.Z., Zebrahead, Flogging Molly und Frank Turner reihten sich in meine Konzertbesuche ein. Bei all den Bands hatte man das Gefühl, dass die Stimmung sich in den verhältnismäßig großen Hallen (Durchschnitt 1.500 Leute) ziemlich verfloss. Abgesehen von Flogging Molly hatte man nie das Gefühl, als ob Fans und Band so richtig Lust aufeinander hatten. Irgendein Störfaktor war immer mit von der Partie. Das Konzert der Donots jedoch findet in einem perfekten Rahmen dafür statt, nämlich im meiner Meinung nach schönsten Club Kölns, dem Underground in Köln-Ehrenfeld. Für diejenigen, die diese wunderbare Location nicht kennen: Stellt euch eine Art Himmel auf Erden vor in der jeden Freitag das Beste aus Rock, Metal und Punk zum Besten gegeben wird. Und das alles wird in kleinstem Rahmen vollzogen. Dann kommt man schon sehr nahe an das Underground heran. Und genau diese Venue haben sich die Jungs aus Westfalen als erste Station für ihre Clubtour durch Deutschland ausgesucht. Ich muss sagen: Eine bessere Wahl hätten sie nicht treffen können.

Support ist die Band Inhuman. Als angeblicher "Modern Rock aus Dreireich" machen sie jedoch eine nicht ganz so moderne Figur und werden den meisten Konzertbesuchern eher weniger lange im Gedächtnis bleiben. Schließlich gibt es hier und heute noch andere, bessere Musik zu belauschen.

Als kurz nach 21 Uhr das Licht ausgeht und die fünf Jungs die Bühne unter – wie nicht anders zu erwarten – tosendem Applaus betreten, tut sich schnell ein kleiner Pogopit auf, der im Verlauf des Abends ungefähr drei Viertel des Clubs einnehmen wird. Im Underground sieht man heute eine gut gelaunte Band, die stetig bemüht ist die Intensität und Stimmung auf dem Höchststand zu halten. Und wen wundert’s, es funktioniert. Geniale Hasstiraden über Facebook ("Habe gerade den Rasen gemährt roflkopterxtl – mal ehrlich, wer denkt sich so ne Scheiße aus und will sie dann der Öffentlichkeit mitteilen?") bis hin zu Crowdsurfs von der Bühne zur Theke und wieder zurück sind hier an der Tagesordnung. Und wie Sänger Ingo Knollmann richtig bemerkt "sieht man hier nur in grinsende und glückliche Gesichter".

Das Publikum ist gut gemischt, sowohl jung als auchÂ…ähÂ… Mittdreißiger sind zahlreich vertreten – was sich halt alles so ansammelt in einer 18-jährigen Bandgeschichte. Davon profitiert auch die Setlist. Neben Songs vom aktuellen Album "The Long Way Home" wird das ehrwürdige "Saccarine Smile" gespielt bis hin zum fast nostalgischen "Suitcase Life". Darüber hinaus werden auch ganz neue Songs zum Besten gegeben, die Fronter Ingo als "kleine Weltpremieren" tauft. Alles sehr hörbar, wenngleich der erste Song stark an "Hand In Hand" von den Beatsteaks in den Strophen erinnert. Mit "Whatever Hapenned To The 80’s", gefolgt von "Dead Man Walking" verabschiedet sich der Fünfer von seinem Mainset. Nach kurzen "Zugabe, Zugabe"-Rufen gibt es schließlich noch eine klassische "drei-Song-Zugabe", welche mit dem Twisted Sister Cover "We’re Not Gonna Take It" nach gut 90 Minuten ihren Abschluss findet.

Als Fazit kann man sagen: Heute hat wirklich alles gestimmt. Publikum und Band haben wunderbar miteinander harmoniert. Der Club hat dann noch mit seiner sehr familiären Atmosphäre das letzte i-Tüpfelchen draufgesetzt. Bestaunen kann man die Donots bereits im nächsten Jahr wieder. Dann bei einer umfassenden Tour in leider größeren Hallen.

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