Chuckles And Mr. Squeezy Tour 2011 - Support: Milhaven + Amplifier
An diesem sonnigen Abend in Dortmund halten sich die meisten Besucher des FZW zunächst im Biergarten auf. Um kurz nach 20:00 Uhr beginnt der erste Act des Abends. Das Freizeitzentrum West ist so aufgebaut, dass es drei Locations in einer bieten kann. Die kleine Bühne steht im Café. Wo meist Tische stehen, spielen jetzt Milhaven. Mit atmosphärischen Rocksongs treiben sie schnell viel Publikum in den kleinen Raum. Und dieser ist sehr schnell voll. Die Möglichkeit vom Biergarten aus ins Café zu schauen, wird gerne genutzt. Ungefähr 50 Minuten dauert das Set aus teil sehr melodiösen, meist ruhigen Songs. Nur ein paarmal wird es laut, dann aber mit einer Wand aus Gitarren und Schlagzeug. Bereits um kurz vor 21:00 Uhr entern dann die Jungs von Amplifier die Bühne des Clubbereichs im FZW. Und der Raum ist voll. Die Hörer stehen bis weit in den Vorraum. Es ist kein Rein- oder Rauskommen mehr. Vom Vorraum kann man zwar kaum mehr als ein paar Scheinwerfer erkennen, aber der Sound ist umso ordentlicher.
Eines wird schnell deutlich. Ein Großteil der Besucher ist nur für Dredg dort. So ist der Aussenbereich mit Biergarten noch bis kurz vor 22:00 Uhr gut gefüllt. Vereinzelt stehen Fans bereits kurz nach dem Einlass in der großen Halle, wo rund drei Stunden später Dredg auftreten. Die relativ späte Anfangszeit der Hauptband erntet aber auch ein paar gefrustete Gesichter, da kaum einer weiss, wann es denn losgeht.
Dann stehen Dredg endlich auf der Bühne und nach einer kurzen Begrüßung geht's direkt mit dem Opener des neuen Albums, "Another Tribe", los. Das erste was auffällt ist, dass die vier Jungs aus San Francisco einen weiteren Gitarristen im Schlepptau haben, welcher auch hin und wieder Sänger Gavin Hayes unterstützt. Weiter geht es mit "Upon Returning", ebenfalls der zweite Song der neuen Platte "Chuckles And Mr. Squeezy". Während das Album oft aus Drumbeats und Synthi-Sounds besteht, geht es live durchaus rockiger und mit echtem Schlagzeug zur Sache. Das gefällt auch den Fans. Diese füllen den Saal locker bis in die letzte Ecke.
Im Gegensatz zur letzten Tour, wo erst einmal fast das damals neu erschienene "The Pariah, The Parrot, The Delusion"-Album durchgespielt wurde, ist die Setlist heute besser gemischt. Es folgen Songs wie "Bug Eyes", "Information" und "Of The Room". Das Set ist mit knapp 90 Minuten durchschnittlich lang. Zugaben gibt es, wie bei den wenigsten Dredg-Shows, nicht. Viele Fans dürfte vor allem gefehlt haben, dass die Band weder Songs vom 1999er Debüt "Leitmotif", noch bekannte Songs wie "Same Ol´Road" oder "Sang Real" gespielt hat.
Nichtdestotrotz ist es wieder mal gut, Dredg live zu sehen. Die Band, die in Deutschland leider relativ wenig bekannt ist, kommt nur alle paar Jahre zu Besuch. Das könnte sich aber mit der Zeit ändern, da sich auch bei Dredg langsam der gerne genannte "Mainstream" einschleicht. So läuft die aktuelle Single "The Thought Of Losing You" im Radio und die Band spielt seit langem wieder bei Rock am Ring und Rock im Park. Dies sind aber nicht die einzigen Stops in Deutschland. Hamburg und Bielefeld dürfen sich auch noch auf die Band freuen.
Setlist:
Another Tribe
Upon Returning
Not That Simple
Bug Eyes
Information
Whoa Is Me
90 Hour Sleep
Light Switch
Ode To The Sun
Planting Seeds
Down Without A Fight
Of The Room
The Thought Of Losing You
Hungerover On A Tuesday
The Canyon Behind Her
Down To The Cellar