Dredg

The Pariah, The Parrot, The Delusion-Tour 2009 - Support: Judgement Day & The Parlor Mob

02.11.2009 Live Music Hall / Köln

Von: Willi Nickolaus

Dredg Köln

Schon mal was von String Metal gehört? In der männlichen Fantasie poppen da gleich Bilder von halbnackten Metal-Sklavinnen auf, die - lediglich mit einem String bekleidet - auf der Bühne ihr Unwesen treiben. Aber weit gefehlt: "String" steht in diesem Fall nicht für Damenunterbekleidung sondern für "Seite". Die Seite einer Geige oder eines Cellos. Beides Instrumente, die Judgement Day, die erste Band des Abends, par excellence beherrschen. Kombiniert mit ein paar knackigen Drums ergibt das eine Mixtur aus getragenen sphärischen Streicher-Arrangements und progressivem Metalsound. Ein wenig sperrig, aber sehr gekonnt. Ein Grund dafür, weshalb Dredg das Trio ohne Plattenvertrag mit auf Tour genommen haben.

Die nachfolgende Band, The Parlor Mob, mag mancher Konzertbesucher schon im Frühjahr im Underground gesehen haben. Die Songs aus ihrem Debüt "And You Were A Crown" verströmen eine geballte Ladung 70er Flair und erinnern - trotz eigener Handschrift - ein ums andere an die großen Led Zeppelin. Sie allein auf diesen Vergleich festzulegen wird der Band aus New Jersey allerdings nicht gerecht, denn ihre Bandbreite ist enorm. Neben kraftstrotzenden Gitarrenriffs werden auch sanfte Töne angeschlagen.

Eine Eigenschaft, die Dredg - der Hauptact des Abends - beherrscht wie wenig andere Bands. Vielseitiger geht es eigentlich gar nicht. Waren die Alben "Leitmotif" und "El Cielo" noch sehr ungestüm und vertrackt, wendet sich die Band seit "Catch Without Arms" verhältnismäßig poppigeren Themen zu, die auf dem neuen Album "The Pariah, The Parrot, The Delusion" ihren Höhepunkt finden.

Für dieses neue seichte Fahrwasser gab es in den letzten Monaten nicht selten Kritikerschelte. Ein Grund vielleicht dafür, weshalb Dredg zwar einige Songs - wie "I Don't Know" und "Mourning This Morning" - aus dem neuen Album spielen, sich aber insgesamt darum bemühen, die poppigeren Songs etwas außen vor zu lassen.

So vielseitig die Band ausgerichtet ist, so abwechslungsreich ist auch das Publikum an diesem Abend. Neben Trägern von Pink Floyd-T-Shirts sind auch Coldpay- und Metallica-Fans zugegen, die das druckvolle Schlagzeug von Dino Campanella, die epischen Gitarren-Fillings von Mark Engles, den fetten Bass von Drew Roulette und den - wie immer - makellosen Gesang von Gavin Hayes sichtlich genießen.

Richtig schweißtreibend wird es bei den Hits "Ode To The Sun" und "Sangreal", bevor Dredg den Konzertabend mit dem traditionellen Schlagzeug-Abbau beschließen.

Setlist:

Pariah
Drunk Slide
Ireland
Stamp Of Origin: Pessimistic
Lightswitch
Gathering Pebbles
Information
Stamp Of Origin - Ocean Meets Bay
Saviour
R U O K?
I Don't Know
Mourning This Morning
Stamp Of Origin: Take A Look Around
Long Days And Vague Clues
Cartoon Showroom
Quotes
Down To The Cellar
Stamp Of Origin: Horizon
Ode To The Sun
Bug Eyes
Same Ol' Road
Eighteen People Living In Harmony
Triangle
DTD (Drum Take Down)
Sangreal

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