Nokia Music Store präsentiert Duran Duran
Duran Duran heißt die Band, deren Veröffentlichungen sofort die Charts stürmen, die es wie keine andere versteht, sich in ihren Videoclips in Szene zu setzen, und die schließlich den Zuschlag bekommt, wenn es darum geht, den Soundtrack zum neuen James Bond Film zu liefern. - Das war in den 80ern! Heute, 25 Jahre später, wird das einzige Deutschland-Konzert der britischen Formation um den Sänger und Frontmann Simon Le Bon von Nokia im Rahmen der O2 World on tour in Köln präsentiert. Der Eintritt ist gratis und es gilt das Motto: Wer zuerst kommt, kommt rein!
Ich selbst stehe natürlich auf der Gästeliste, muss mir also keine Sorgen machen, ob es denn wohl für mich noch ein Plätzchen in der O2 Arena gibt, die rund 1200 Gästen Platz bietet. Aus Solidarität stelle ich mich mit drei Freunden in die Warteschlange für Normalsterbliche. Wir sind spät dran und immer wieder kursieren Gerüchte, dass nicht alle in den Genuss dieses Konzertes kommen werden können. Innere Panik macht sich breit: Wird es meinen Freunden verwehrt bleiben, den Top Act aus den 80ern noch einmal live erleben zu dürfen? Nein, unbegründet ist die Sorge, denn in den letzten 25 Jahren scheint sich das Interesse an Duran Duran dann doch ein wenig dezimiert zu haben. Die Halle ist angenehm gefüllt, und das Publikum freut sich auf die Stars von einst!
Um kurz nach acht ertönt der erste Song, und man taucht ab in die Welt des Synthie-Pops. Der Sound ist außergewöhnlich gut und ausgewogen, und die Lightshow tut ihr Übriges, um die Zuschauer angenehm auf eine Zeitreise zurück in die frühen 80er Jahre zu schicken. Neben ein paar Titeln des 2007 erschienen Albums “Red Carpet Massacre“ besteht der Großteil des fast zweistündigen Programms aus den Hits der alten Zeiten. Um diese zu hören, war das Publikum teilweise sogar von weit her angereist. Frontmann Le Bon ist gut drauf und gut in Form, man sieht ihm seine knapp 50 Lenze nicht an. Eine eingeschworene Fangemeinde feiert ihn und mit ihm Songs wie “A View To A Kill“, “Save A Prayer“, “Girls On Film“, “Notorious“ oder “Ordinary World“ und “Wild Boys“. Spätestens bei “The Reflex“ fragt sich der aufmerksam lauschende Zuhörer: Was genau ist davon eigentlich live? – Schwer zu sagen bei den Mengen an Sequenzern, Drumcomputern und synthetischer Klangerzeugung. Vielleicht liegt hier der Grund für den so perfekten und ausgewogenen Sound.
Anlass für die Veranstaltung ist u.a. die Tatsache, dass Nokia nicht mehr nur als Hersteller von Mobiltelefonen, sondern mittlerweile auch mit dem Nokia Music Store (ähnlich wie musicload.de oder der iTunes Store) in unser Leben tritt. Angenehm fällt auf, dass, obwohl es sich um eine Werbeveranstaltung von Nokia und O2 handelt, man nicht mit Werbung zugeballert wird. Bei genauerer Betrachtung wird aber klar, dass das heutzutage alles etwas subtiler funktioniert: Genau wie die Marke mit der angekauten verbotenen Frucht im Logo so setzt auch Nokia seit neuestem auf elitäre Exklusivität.
Bereits beim Betreten des Geländes muss sich jeder Besucher einem Security-Check unterziehen, der den Vergleich mit den Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Flughäfen nicht scheuen muss. Ja, ja die Wut auf Nokia ist groß in Deutschland, und dementsprechend das Aufgebot an Sicherheitskräften! Diesen Check erfolgreich hinter sich gebracht habend bekommt man von einer netten, jungen, aber vor allem weiblichen Nokia-Servicekraft ein Bänzel um den Hals gehängt, an dessen Ende ein edel laminiertes Kärtchen baumelt, das mir neben diversen wwws auch noch mal die Eckdaten zur von mir besuchten Veranstaltung liefert und mich darüber aufklärt, dass ich Gast, ähÂ…..Guest dieser Veranstaltung bin. Der Sinn jenes Bändchens mag sich mir bis heute nicht so recht erschließen. Vielleicht, wenn ich es mir zu hause an die Wand hänge, dann werde ich im fortgeschrittenen Alter daran erinnert werden, an welch feiner und exklusiver Veranstaltung ich doch teilhaben durfte.
Immerhin besuchte ich bereits den Nokia Music Store im Internet, und eine Beta Version ist immerhin schon online! Wie dumm nur, dass ich auf der Seite rein gar nichts zu tun vermag, denn mein Internet-Browser (ich benutze Mozilla Firefox - ein sehr seltenes Exemplar aus der Familie der Internet-Browser) wird von Nokia Music derzeit nicht unterstützt. Naja, man kann nicht alles haben und ein bisschen Verständnis sollte man dafür aufbringen. Schließlich setzt Nokia im Moment natürlich jede verfügbare Arbeitskraft in Rumänien zur Fertigstellung des neuen Werkes ein.
Gibt man übrigens O2 bei Google ein, so wird man bereits auf Seite 2 darüber aufgeklärt, dass es sich dabei auch um die chemische Formel von molekularem Sauerstoff handele. Toll!
P.S.: Früher war ich wirklich ein großer Duran Duran Fan.