Eels

Tremendous Dynamite-Tour 2011 - Support: Jesca Hoop

14.06.2011 Essigfabrik / Köln

Von: Rainer Keuenhof

Eels Köln

Bereits 1995 gegründet, hält sich die Band Eels erfreulich konstant im Geschäft. Ihr Debüt "Beautiful Freak" ging gleich mehr als eine Million Mal über die Ladentheken und begeisterte auf Anhieb Fans wie Kritiker gleichermaßen. Durchschnittlich alle zwei Jahre ein neues Album und zahlreiche Touren quer durch die Welt sorgten dafür, dass sich inzwischen eine mehr als konstante Fanbasis gebildet hat. Diese ist auch heute in Köln anzutreffen. Und die Menge der angereisten Fans hat wohl auch den Veranstalter überrascht. So musste das Konzert vom Gloria in die größere Essigfabrik verlegt werden. Dabei ist "glücklich" eigentlich ein Wort, das Eels-Mastermind Mark Oliver Everett aka E immer mal wieder und für längere Zeit aus seinem Wortschatz streicht. Kein Wunder bei dem, was der Mann schon alles mitgemacht hat: Die Mutter starb an Krebs, die Schwester beging Selbstmord und seinen Vater fand er mit einem Herzinfarkt tot im Bett...

Die Essigfabrik ist zu Anfang erschreckend leer. Die meisten haben es sich im Vorhof bei Bier und Würstchen bequem gemacht und nur wenige sind schon in der Halle um sich einen Platz in den vorderen Reihen zu sichern. Eine Viertelstunde vor dem regulären Beginn wird es aber schlagartig eng im Vorhof. Und auch drinnen sammeln sich die Fans, welche meist mit T-Shirts der Band ausstaffiert sind. Um kurz vor 20 Uhr startet dann Jesca Hoop in den Abend. Bekleidet mit einem langen schwarzen Rock spielt sie ihr ungefähr 30 Minuten langes Set. Begleitet wird sie dabei nur von ihrer Gitarre. Die Musik hat keine Ecken und Kanten und sorgt für eine leicht melancholische Stimmung. Stilistisch nicht ganz passend zum Abend, aber den Anwesenden gefällt es und sie erntet einigen Applaus.

Wer versucht hat, erst genau zum Start des Eels-Sets zu erscheinen, wird möglicherweise überrascht sein. Denn bereits 15 Minuten vor dem offiziell für 21.00 Uhr angesetzten Beginn stehen die sechs Musikanten auf der Bühne und kurz darauf stürmt auch der Gründer und die zentrale Figur der Eels, Mark Oliver Everett, die Bühne. Mit Schiebermütze, Sonnenbrille und seiner voluminösen Gesichtsbehaarung wirkt er genau wie der "Beautiful Freak" aus einem seiner Songs. Von tosendem Applaus begleitet startet die Band in ihr Set. Bereits als drittes Lied wird die erste Single der Band, "Novocainforthe Soul", gespielt. Es folgen Songs wie "Souljacker", "Losing Streak" oder "Last Stop, This Town". Eine Mischung aus zerbrechlichen Balladen und rotzigem Blues. Nicht zu vergessen die obligatorisch eingestreuten Coverversionen. Eine Kommunikation mit den Fans findet zwar so gut wie nicht statt, aber auf jeden Fall verstehen es E und seine Band die Zuschauer ordentlich zum Abrocken zu bringen. Als Zugaben werden noch "Fresh Blood" und "Looking Up" ausgepackt und die Band hinterlässt eine zufriedene Essigfabrik.

Dies war auch das letzte Headlinerkonzert der Eels in Deutschland. Zumindest vorerst. Morgen geht es für sie zunächst nach Österreich und dann weiter durch Europa. Einen kurzen Besuch statten sie Deutschland aber doch nochmal ab: Beim Hurricane-Festival in Scheeßel. Man darf gespannt sein!

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