Elton John

Tour 2005

07.07.2005 Museumsmeile / Bonn

Von: Stefan Bink

Elton John Bonn

Die Bonner Museumsmeile erwartet an diesem Abend einen weiteren Hochcharäter. Reginald Kenneth Dwight, besser bekannt als Elton John ist zu Gast. Sein überragender Auftritt im letzten Jahr, als er 2 ½ Stunden nur mit Piano gespielt hat, hat die Fans in Massen wiederkommen lassen. Schätzungsweise 4000 sind es in diesem Jahr. Bei kapp 70 € für die Karte wirklich bemerkenswert.

Dafür legt er aber auch sehr zeitig los. Um kurz nach Sieben betritt er gemeinsam mit seiner Band die Bühne und begibt sich an sein Klavier. Zu den ersten Songs des Abends gehören Pinball Wizzard und Bennie & the Jets. Gerade dieses begeistert die Zuschauer und wird mit viel Applaus bedacht.

Es folgt ein Feuerwerk der Hits. Rocket Man , That´s why the call it the blues, Sacrifice und Sorry seems to be the hardestword sind Songs, die jedes Kind kennt. Zwischendrin spielt Der Sir auch neue Lieder wie Electricity, welches in der kommenden Woche veröffentlicht wird. Ein Stück in klassischster Elton John Manier.

Wie man es von ihm gewohnt ist, verschließt er sich auch der Tagesaktualität nicht. Den Song Don´t let the sun go down, der im Zusammenspiel mit George Michael richtig berühmt wurde, widmet er den Opfern und Familien des Terroranschlages vom Vormittag in London.

Saturdays Night´s allright for fighting beschließt den Haupteil des Konzerts und nach einer sehr kurzen Unterbrechung kommen Elton John und seine Band für die erste Zugabe Crocodile Rock zurück auf die Bühne. Das Lalala überlässt er sichtlich gut gelaunt dem Publikum und die Stimmung ist beinahe ausgelassen. Er bedankt sich sehr nett bei seinem Publikum und macht den deutschen Fans für ihre Begeisterungsfähigkeit ein Kompliment. Your Song ist dann das tatsächlich letzte Stück des Abends und das Konzert endet gegen 21:30 Uhr.

Insgesamt steht die Musik an diesem Abend klar im Vordergrund und auf viel Drumherum wird verzichtet. Der Bühnenaufbau ist schlicht (nur die Musiker und ihre Instrumente sind zu sehen) und Elton John verbringt den überwiegenden Teil des Konzerts hinter seinem Flügel. Der Brillenliebhaber trägt einen schwarzen Anzug und eine Sonnenbrille und lässt die Musik aus den vergangenen Jahrzehnten für sich sprechen. Routiniert aber keineswegs gelangweilt trägt Elton John seine Musik vor. Einige Male gibt er sich auch als Einheizer für sein Publikum. Viele Klassiker hat er im Programm, wobei sich seine neuen Songs nahtlos und ohne Eingewöhnungsphase einpassen. Ein Stück Kontinuität in einer schnelllebigen Welt. Woran ich mich in Bonn allerdings auch nach etlichen Konzerten nur schwerlich gewöhnen kann sind die abrupten Enden. Blitzschnell beginnen hier die Abbauarbeiten und man wird etwas unsanft wieder in die Realität zurückgeholt. Musikalisch gibt es jedoch keinerlei Beanstandungen und eine Konzertdauer über der 2-Stunden-Marke ist auf jeden Fall erwähnenswert. Was bleibt ist ein schöner Konzertabend und der Gruß: Sir John – bis zum nächsten Jahr!

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