Tour 2007
Der 07.07.07 – ein Datum, was zu einem unvergesslichen Abend einlädt. Unvergesslich, so wünschen sich sicherlich auch die Jungs der Newcomerband Empty Trash aus Berlin ihre erste Deutschlandtour, welche heute in Essen Station machte.
Bereits der Einlass lies interessante Tiefblicke zu. Eine Schlange säumte den Eingang der Weststadthalle, bestehend aus kleinen Kindern samt Eltern, dem sich definitiv in der Überzahl befindenden weiblichen Publikum im Teenageralter und vereinzelten Jungs. Der Altersdurchschnitt lag somit recht tief und viele waren nur durch ihre Neugierde auf den Ex-DSDS Kandidaten angelockt worden.
In der Halle gab es, was nicht anders zu erwarten war, sofort ein großes Gedränge und Gequetsche um die besten Plätze, vornehmlichst in der ersten Reihen. Als endlich die Vorband „Die kaum Unglaublichen“ die Bühne betraten, bereitete sich allmählich Konzertstimmung aus. Sänger Sebastian heizte die zwar nicht ganz ausverkaufte, aber doch nicht schlecht besuchte Halle ein und die Band stellte mit ihrem etwa 30-minütigen Auftritt, rockigen Sounds und interessanten Songtexten einen netten Zeitvertreib dar. Doch als „DkU“ um kurz nach acht die Bühne verließen und diese nun mit dem Bandequipment des Hauptacts ausgestattet wurde, war die Spannung in der Luft geradezu bedrohlich zu spüren.
Beim ersten Klang des Intros gingen die vorher vereinzelten Rufe in Gekreische über. Doch die Jungs ließen sich Zeit. Kamen dann gemütlich auf die Bühne, nahmen Stellung und rockten sofort, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, los. Anfangs, so schien es, wirkten vor allem Bassist Julius und Gitarrist Stefan noch ein wenig verklemmt und nervös, was sich allerdings schnell änderte. Sänger Max entzückte das Publikum mit einer rockigen und gefühlvollen Stimme und auch wenn er, aufgrund einer Krankheit, kaum laut genug sprechen konnte, um zwischen den Songs verständliche Kommentare abzugeben, so saßen beim Singen doch erstaunlicherweise die Töne.
Jeder der Jungs schien in seinem Element und die Spielfreude auf der Bühne übertrug sich ausnahmslos in das Publikum, welches, sofern bekannt, die Songtexte lautstark mitsang.
Geboten wurde ein Mix aus älteren und unter Fans bekannten Songs und neuerem Material, welches während der Tour den letzten Schliff für das kommende Album erhalten soll.
Hauptsächlich natürlich gaben sie rockige Sounds zum besten, jedoch durfte auch die romantische und herzzerreißende Ballade nicht fehlen, welche vor allem bei dem jungen Publikum vereinzelt ein Tränchen entlockte. Um etwa halb zehn, als das Pensum an Songs mit der zweiten Zugabe aufgebraucht war, verließen die Jungs vollkommen ausgepowert die Bühne und eine verschwitze Masse machte sich mit glücklichem und aufgeregtem Gemurmel auf den Weg vor die Halle, natürlich mit Abstecher zum Merchandising-Stand, mit der Hoffnung noch das ein oder andere Foto oder Autogramm der Band abzustauben.
Mal davon abgesehen, dass viele der Zuschauer die Band lediglich auf Max reduzierten und nicht einmal die Namen der anderen Bandmitglieder kannten oder gar eines der Lieder im Vorfeld gehört hatten, ging das Publikum doch erstaunlich gut mit. Auch wenn die Atmosphäre durch ständige „Max“-Rufe und ohrenbetäubendes Gekreische ein wenig gestört und der Gesang der Songs dadurch zeitweilig übertönt wurde, bin ich persönlich guter Dinge, dass dies bei der nächsten Tour bereits ganz anders aussehen wird und bis dahin sicherlich der Max-Hype abgeflacht und das Publikum der Musik entsprechend sein wird. Verdient hätten es die Jungs allemal. Denn, wer trotz des jungen Alters eine so professionelle Show abliefert und den Rock im höchsten Maße zelebriert, der kann sich auf eine tolle Zukunft gefasst machen.