Explosions In The Sky

Tour 2011 - Support: Lichens

23.05.2011 Essigfabrik / Köln

Von: Linda Spengler

Explosions In The Sky Köln

Wer sich heute in der Essigfabrik wiederfindet, darf ein "Rock-Konzert" der ganz anderen Art erleben. Kein Gesang, zwei Gitarristen, ein Bassist, ein Schlagzeuger, unvorstellbar viel Talent und Power. Das sind die Jungs von Explosions In The Sky aus Amerika. Sie haben sich 1999 in einem Pizza Pub kennengelernt und machen seitdem zusammen erfolgreich Musik. Die Texaner dürfen sich heute zu einer der größten Bands des Post-Rock zählen. Nach fünf veröffentlichten Alben und einem Soundtrack zu dem Film "Friday Night Lights", touren sie zurzeit mit ihrer neuen Platte "Take Care, Take Care, Take Care" durch Europa.

Als Support eröffnet Lichens aka Robert A.A. Lowe den Abend. Er sitzt vor einem Sequenzer während auf einer Leinwand im Hintergrund abstrakte Visualisierungen laufen. Seine Darbietung ist sogar für Liebhaber von instrumentaler Musik etwas gewöhnungsbedürftig und irgendwie eintönig. Dennoch wird er vom Publikum positiv aufgenommen.

Mit einem schüchternen aber warmherzigen "Guten Abend! ...this is the only word I know in German", begrüßt anschließend Mark Smith (Gitarre) die Zuschauer und Munaf Rayani (Gitarre), Michael James (Gitarre), Chris Hrasky (Schlagzeug) und ein Gastmusiker am Bass legen sofort los. Wenn man Explosions In The Sky vorher noch nie gehört hat, könnte man sagen, sie haben ein einziges langes Lied gespielt. Ein komplexes Lied mit Höhen und Tiefen, mit warmen Sommerregen und kalten Gewittern. Ein emotionales Lied mit Schwerelosigkeit, in der man sich bis zu den Wolken verlieren möchte und dort bleibt um auf nichts Besonderes zu warten.

Heute hat niemand getanzt oder geschubst. Es ist beeindruckend so viele Menschen vor einer Bühne zu sehen, die einfach nur stehen, zuhören und genießen. Viele haben die Augen geschlossen und es sieht fast so aus als ob der ein oder andere passend zum Kopfkino den persönlichen Soundtrack hört. Nicht nur das Geschehen vor, sondern auch auf der Bühne ist anders als man es gewohnt ist. Es gibt keinen Banner, der mit riesigen Lettern den Bandnamen ankündigt, keine Werbung auf den Instrumenten, nur die texanische Flagge hängt ganz unscheinbar über einer Box. Allein die Musik und das Publikum stehen im Vordergrund. Es ist erstaunlich zu sehen, was die Explosions, wie sie sich selbst nennen, in knapp 70 Minuten leisten können.

Das Konzert und die Stimmung lassen sich nur schwer in Worte fassen, denn die sprachlose Musik macht im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos. Ungewöhnlich, laut, aber doch gefühlvoll und mitreißend wäre ein kleiner Versuch diesen Montagabend zu beschreiben. Mark Smith bedankt sich genauso bescheiden wie zu Beginn und verabschiedet sich ganz im Zeichen der neuen Platte: "Thank You, Cologne and Take Care". Wir bedanken uns auch. Es hat Spaß gemacht.

Setlist:

First Breath After Coma
Last Known Surroundings
Greet Death
The Only Moment We Were Alone
Catastrophe And The Cure
Postcards From 1952
The Birth And Death Of Day
Let Me Back In
Your Hand In Mine

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