Tour 2010
Fanfarlo aus London beleben zur Zeit den absolut schnöden Winter und versuchen mit ihrem Indie-Folk die Depressionen wegzuscheuchen. Hochgelobt von allen Medien wird Fanfarlo bereits vor der Veröffentlichung ihres Debüts "Reservoir", das hierzulande am 22.01. erschien. Und auch bis in das kleine Studio 672 des Kölner Stadtgartens hat es sich anscheinend herumgesprochen. Sehr gut gefüllt präsentiert sich der Kellerclub. Die fünf Fast-Engländer unter der Leitung des Schweden Simon Balthazar beherzen alle Gäste an diesem späten Januarsonntag.
Mit Mandoline, Glockenspiel und Gitarre bestückt beginnen Fanfarlo ihr Set mit "Drowning Men". Simon Balthazar und Cathy Lucas sind zunächst alleine auf der Bühne, bis sich dann Mitte des Songs die restlichen Fanfarlo-Mitglieder dazugesellen. Der Sound klingt schon in den ersten Minuten sehr füllend und wohltuend. Kein Ton schmerzt, verzerrt. Die Band ist im Stile der Dreißiger Jahre gekleidet und bringt dadurch noch mehr Homogenität mit. Mit "I'm A Pilot" und "Harold T. Wilkons" kommen direkt zu Beginn bekannte und geliebte Songs. Sichtlich überrascht vom tosenden Applaus und der tiefen Anerkennung zeigt sich Frontmann Simon Balthazar. Stilvoll-druckvoll betören Fanfarlo mit Trompete und Geige das Publikum. Immer im Beat, immer im Takt. Der Gesamteindruck des Quintetts ist sehr kraftvoll. Die Umsetzung der gehörten Songs auf Platte funktioniert live also auch. "The Walls Are Coming Down" bekommt ein stampfendes Intro und wird mit zu einem Highlight an diesem Abend. "Comets" erreicht live noch einen intensiveren Eindruck als auf Platte und "Luna" bringt mit seinem etwas flotteren Sound die Leute zum hin und her wippen.
Die Zugaben "You Are One Of The Few Outsiders Who Really Understands Us" und "Fire Escape" werden genauso bejubelt wie der Rest des Sets. Auch die neuen Songs "Atlas" und "Waiting In The Wings" fügen sich passend in die Setlist ein. Zum Schluss erscheint es so, als wenn kein einziger enttäuscht nach Hause geht. Auch die Band sieht das wohl so. Fanfarlo bereichern an diesem Abend jedes Musikohr. Zarte Trompetenmelodien, Glockenspiel-, Mandolinen- und Geigeneinlagen gepaart mit sanften und gleichzeitig ausdrucksstarkem Rhythmus. Fanfarlo sind nicht zu unrecht gehyped worden. Da steckt einiges dahinter.
Setlist:
Drowning Men
I'm A Pilot
Harold T. Wilkins Or How To Wait For A Very Long Time
We Live By The Lake
Finish Line
Atlas
The Walls Are Coming Down
Ghosts
Waiting In The Wings
Comets
Luna
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You Are One Of The Few Outsiders Who Really Understands Us
Fire Escape