Tour 2005 Support: Fire in the Attic
Ein sehr mulmiges Gefühl hatte ich ja schon als ich die Live Music Hall betrat um das heutige Finch Konzert zu besuchen. Der Berliner Auftritt der Band, wurde im Vorfeld mit äusserst negativer Kritik bedacht und gar grausige Meinungen machten da ihre Runde.
Aber was solls, Mut gefasst und mal schaun ob Finch vielleicht einfach nur einen schlechten Tag hatten. Immerhin kann eine Band deren Song „What it ist to Burn“ bei mir auf dauer-rotation läuft doch gar nicht so übel sein, oder?
Eröffnet wurde das ganze Spektakel von Fire in the Attic. Um die Bonner Jungs kommt man im Moment echt nicht rum (was auch gut so ist), Support für Taking Back Sunday, Millencolin und jetzt also Finch. Was immer die Herren gemacht haben, sie haben es richtig gemacht.
Sie lieferten auch prompt eine sehr spassige Performance und hielten ihren gewohnt hohen Standart ohne mühe. Selbst ein Technischer Ausfall an der Gitarre wurde mit lustigen Sprüchen locker kaschiert. Es folgten natürlich wieder die Hits der Crush/Rebuild CD und ihrer erstlings EP Decision&Action und die Menge feierte begeistert mit. Man bedankte sich brav beim Publikum und machte dann nach fast 40 Minuten, Platz für Finch.
Die Halle hatte sich sehr gut gefüllt, kein Wunder das das Konzert vom Underground in die Live Music Hall verlegt werden musste (ca. 1400 besucher würde ich sagen).
Die Herren von Finch waren zwar anfangs eher zurückhaltend in ihrer Darbietung, aber zumindest das Publikum fing sofort Feuer und Flamme. Sänger Nate Barcalow lief anfangs immer nur in Kreisbahnen über die Bühne und schien nicht so ganz anwesend zu sein, aber Gesanglich lieferte er sehr gute Arbeit.
Mit Songs wie „Awake“ „Without You Here“ und „Grey Matter“ hatte man auch zünftigen Party Stoff im Gepäck und die Menge dankte es mit begeistertem Applaus und viel Getanze. Nate fing sich nach den ersten paar Songs dann auch und wirkte wesentlich Dynamischer und gab sich sicherer auf der Bühne, er bedankte sich öfter beim Publikum und machte einige Witze mit Gitarrist R2K. Besagter Gitarrist gab sich sehr gut gelaunt und witzelte ungefähr jedes 2 Lied mit dem Publikum herum, zuvor hatte ich ihn vor der Halle gesehen und er wollte mich davon überzeugen das der Tee den er trinkt (mit Teebeutel) kein Bier ist.
Erfreulicherweise gab es auch einiges an neuem Material von der bald erscheinenden „Say Hello To Shunshine“ CD zu hören. Vom Stil her verändert sich Band anscheinend drastisch und schlägt wesentlich mehr Richtung Rock, weg von ihrem Emo Ursprung. Das ganze gefiel mir auch bei Songs wie „Bleed Brother Bleed“ und „Ink“, die man sich schon im Vorfeld auf der Bandsite anhören konnte.
Auch der alte Song „Project Mayhem“ ragte positiv heraus, es ging ungewohnt hart zur Sache und man konnte sich nach Herzenslust mal die Seele aus dem Leib schreien. „Worms of the Earth“ das auf dem Underworld Soundtrack enthalten ist, konnte Live auch sehr gut gefallen.
Nach etwas über 60 Minuten endete das Konzert dann für mich mit dem absoluten Überflieger „What It Is To Burn“ und die Halle wurde noch einmal aufgekocht, als Finch ihre letzten Kraftreserven auf die Menge entluden (für mich neben dem grandiosen Ender der beste Song des Abends). Dann war aber auch schluss, eine Zugabe gab es leider nicht weil direkt im Anschluss Disco auf dem Programm stand, sehr schade.
Den Song „Letters For You“ gab es genau wie in Berlin auch in Köln nicht zu hören, für mich aber kein Weltuntergang bei dem Potential der anderen Songs die man zu hören bekam.
Mit einem überraschend positiven Eindruck verliess ich dann die Halle und vergessen war die Angst über meinen ersten Konzert Flop. Wer weiss was in Berlin schiefgelaufen war, in Köln hat sich jedenfalls alles zum guten gewendet.