Foals

Tour 2010 - Support: Grey Television

20.05.2010 Uebel & Gefährlich / Hamburg

Von: Jessica Franke

Foals  Hamburg

Mein Herz schlägt immer noch wie verrückt, wenn ich an diesen wundervollen, ich nenne ihn liebevoll "Foals-Tag", denke, an dem ich zwei der Jungs zunächst zum Interview treffen darf und anschließend wohl das Konzert des Jahres erlebe. Bei dem äußerst sympathischen Quintett aus Oxford handelt es sich nicht einfach nur um eine Band, es handelt sich um Freunde, die gemeinsam ihrer größten Leidenschaft nachgehen – der Musik. Und genau das ist es eben auch, was man ihnen auf der Bühne anmerkt und ihre Konzerte zu etwas ganz Besonderem macht. Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Antidotes" ging es für die Foals sofort steil nach oben, in Großbritannien schlug die Scheibe ein wie eine Granate und landete sofort auf Platz 3 der UK-Charts. Die Songs prägten sich sofort ein und waren in den Clubs gern gesehene Nummern, um die Tanzfläche zu füllen. Mit ihrer zweiten Platte "Total Life Forever" folgte ein grandioses Meisterwerk (zum CD-Review hier entlang), welches aus meiner Playlist nicht mehr weg zu denken ist. Nachdem ich nun schon zwei Jahre darauf warte, die Jungs endlich mal live zu sehen, ist es heute endlich soweit. Die Foals live in Hamburg, genau im Übel & Gefährlich.

Bereits als ich am Übel & Gefährlich ankomme, ist der Andrang enorm. Der Einlass scheint sich verzögert zu haben. Ob es ausverkauft ist, kann ich nicht sagen, es ist zumindest kurz davor und eins ist gewiss: Es verspricht voll zu werden, voll und heiß. Als Support sind Grey Television angekündigt. Eine junge vierköpfige Band aus Berlin, die sich dem Indierock verschrieben hat. Leider fehlt mir bei den Jungs das Besondere, eine Indieband, wie man sie schon zur Genüge gehört hat. Außerdem kann mich zudem auch noch der Gesang nicht wirklich überzeugen. Das Publikum ist den jungen Berlinern gegenüber zwar nicht vollkommen abgeneigt, aber man merkt sichtlich, das Publikum ist wegen der Foals da!

Um 22.30 Uhr wird dieses fabelhafte Konzert mit dem Titelsong des neuen Albums "Total Life Forever" eröffnet. Mit dem ersten Gitarrenschlag ist das Publikum nicht zu halten. Man wird automatisch mitgerissen, keiner kann sich dem energiegeladenen Auftritt entziehen. Mit "Cassius" vom "Antidotes"-Album spielen sie gleich einen meiner All-Time-Favourites als zweites. Und auch den übrigen Fans gefällt’s. Es wird gesprungen, getanzt, gesungen. Es ist schon jetzt unglaublich heiß im Saal, die Hütte brennt regelrecht. Gitarrist Jimmy Smith ist durchgehend während der Songs in Bewegung. Und auch Yannis Philippakis (Vocals, Gitarre) kann sich in den gesangslosen Parts nicht zurückhalten, zeigt einige Tanzeinlagen, um anschließend richtig abzugehen. Neben den Krachern der alten Platte werden auch zahlreiche Songs der neuen Scheibe gespielt, welche von den Fans hervorragend angenommen werden. Trotz der zeitnahen Veröffentlichung des neuen Albums "Total Life Forever" Anfang Mai kennt man die Songs schon ganz genau. Während die Songs der ersten Platte eher als Tanznummern zu bewerten sind, können die Fans bei den Tracks der zweiten Scheibe Textsicherheit beweisen, was sie an diesem Abend durchweg mit Bravour meistern.

Als die fast siebenminütige, hypnotisch anschwellende Ballade "Spanish Sahara" angespielt wird, überzieht es meinen ganzen Körper mit einer Gänsehaut. Mit einem grandiosen Übergang wird mit "Red Socks Pugie" wieder ein instrumentaler Dancetrack des ersten Albums angespielt. Bei der vorerst letzten Nummer "Electric Bloom" ist dann schließlich auch Yannis endgültig nicht mehr zu halten. Voller Enthusiasmus begleitet er den Song mit seinem Tom und erklimmt anschließend den zwei Meter hohen Boxenturm, um von dort aus mit seinen Sticks weiter im Takt zu schlagen. Nach kurzem Andeuten springt er schließlich in die Menge und lässt sich von den Fans einmal durch den Raum tragen. Was für eine Show, was für eine Stimmung, was für eine Hitze im Saal... Die Fans denken überhaupt nicht daran, sich auf den Weg nach Hause zu begeben.

Bis die Foals schließlich auf die Bühne zurückkehren, ist der Raum mit tosender Begeisterung erfüllt. Als ersten Titel der Zugabe gibt es den Einstiegssong des "Antidotes"-Albums "The French Open" auf die Ohren, der ohne Überraschung vom Publikum ohne Ende abgefeiert wird. Schließlich spielen sie meinen nächsten All-Time-Favourite der alten Platte, "Two Steps, Twice", an und die Jungs geben noch mal alles. Yannis sucht erneut die Nähe der Fans und springt mit seiner Gitarre in die Menge, in der er schließlich für einige Zeit verschwindet. Das Lied scheint kein Ende zu nehmen, macht aber auch gar nichts, denn die Foals machen nicht annähernd den Eindruck als wollten sie die Bühne überhaupt verlassen. Nun kommt auch Jack Bevan von seinem Schlagzeug nach vorne und feuert die Fans vom Boxenturm aus an, nochmal alles zu geben und diese gehorchen selbstverständlich. Schließlich taucht Yannis direkt hinter mir wieder auf. Wieder zurück auf der Bühne werden die letzten Passagen des Songs gespielt und das nicht im Geringsten mit weniger Energie als zu Beginn des Konzertes. Nach insgesamt 90 Minuten gehen die Foals eindeutig als Helden des Abends von der Bühne. Zumindest sind sie es für mich. Ich danke euch Foals für diese überwältigende Vorstellung!

Setlist:

Total Life Forever
Cassius
Olympic Airways
This Orient
Balloons
Miami
Blue Blood
Spanish Sahara
Red Socks Pugie
Electric Bloom
---------------
The French Open
Two Steps, Twice

Und wer nicht mit dabei war kann sich hier nochmal die Performances von "Electric Bloom" (klick), "The French Open" (klick) und "Spanish Sahara" (klick) anschauen!

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