Tour 2010
Wenn Musiker wie Craig Finn (The Hold Steady), Nick Harmer (Death Cab For Cutie) oder Simon Neil (Biffy Clyro) unabhängig voneinander eine Band in den Himmel loben, dann darf man schon mal hellhörig werden. Und in der Tat scheinen die Frightened Rabbit aus dem schottischen Glasgow mit ihrem Indierock genau den Zahn der Zeit zu treffen.
Was als ein Soloprojekt begann, entwickelte sich zu einer fünfköpfigen Band um Sänger und Gründer Scott Hutchison, die bereits im Jahre 2006 ihr Debütalbum "Sing The Geys" veröffentlichte und damit so viel positive Kritik erntete, dass Universal nicht lange zögerte und die Schotten unter Vertrag nahm. Es folgten Veröffentlichungen und unermüdliche Tourneen innerhalb der UK und den USA. Mit der mittlerweile dritten LP "The Winter Of Mixed Drinks" haben die Schotten nun ein neues Album im Gepäck, das dem hochgelobten Vorgänger "The Midnight Organ Fight" in nichts nachsteht. Dieses gilt es natürlich auch in Deutschland vorzustellen, und so kommen die Hasen aus ihrer Grube empor, um am heutigen Abend im Hamburger Molotow Halt zu machen.
Leider komme ich etwas zu spät und es ist immerhin so gut gefüllt, dass ich mir damit einen Platz in den vorderen Reihen verspielt habe. Wirklich was ausmachen tut es allerdings nicht, denn die wunderbar ausgelassene Stimmung reicht bis in die hinteren Reihen und erfüllt schließlich den kompletten Raum. Von Beginn an geben sich die fünf Musiker auf der Bühne leidenschaftlich ihren wohlklingenden Indiesongs hin und sorgen im Publikum damit für rege Begeisterung. Fleißig wird zu den äußerst melodiösen Stücken mitgetanzt und sogar den ein oder anderen textsicheren Fan kann ich beobachten. Immer wieder findet Scott ein paar dankende Worte für die Zuschauer und hat auch sonst noch ein paar Anekdoten für diese parat. Spielend leicht können die Hasen ihre Anhänger zum kollektiven Klatschen und Mitsingen animieren. Das macht dann nicht nur der Band sichtlich Spaß, auch das Publikum fügt sich gern mit in die Show ein und belohnt die äußerst charmanten Schotten dafür schließlich mit gebührendem Applaus.
Um 23:20 Uhr verlassen sie zunächst die Bühne, können sich den Zurufen aus dem Publikum jedoch nicht lange entziehen und so kommen sie bereits kurze Zeit später zurück auf die Bühne, um uns eine weitere Viertelstunde lang zu beglücken. Mit ihren melancholischen Klängen haben sie sich heute wohl endgültig in unser aller Seelen gespielt. Ein Blick in die zahlreichen glücklichen Gesichter und die Belagerung des Merchstandes sprechen jedenfalls eindeutig dafür, dass der Indiefolk mit schottischem Einschlag auf jeden Fall auch weiterhin eine rosige Zukunft vor sich hat. Ich freu mich drauf!