Frittenbude

Schwuler als Kings of Leon - Tour 2011 - Support: Saalschutz

09.04.2011 Zakk / Düsseldorf

Von: Clara Mestwerdt

Frittenbude Düsseldorf

"Wir wollen die Freiheit der Welt und Straßen aus Zucker!" - Frittenbude ist wieder auf Tour, und zwar mit dem Album "Katzengold", das 2010 beim Platenlabel Audiolith erschien! Die Straße, die uns zum Düsseldorfer ZAKK führt, wo Frittenbude mit Saalschutz zusammen gut an die 700 begeisterte Fans angelockt hat, ist zwar vielleicht nicht aus Zucker, doch wird sie von dem einen oder anderen Shirt mit den großen gelben Buchstaben "AUDIOLITH" gesäumt, deren Träger den Einlass kaum erwarten können. Man sitzt in kleinen Gruppen in der noch angenehm warmen Abendsonne, es wird ein bisschen getrunken, geraucht, die Vorfreude ist zu spüren...

Kurz nach halb acht öffnet sich dann die recht unscheinbare Tür des Düsseldorfer ZAKKs, dessen Halle rund 800 Leute fasst - und doch tatsächlich gut gefüllt wird, von dem beinahe nur jugendlichen Publikum, dessen Altersdurchschnitt bei wahrscheinlich um die 17 Jahre liegt, was der Stimmung jedoch keinesfalls einen Abbruch tun wird, denn jeder scheint sich irgendwo in den Songtexten wiederzufinden, die humorvoll und in einigen Fällen gesellschaftskritisch sind. Einige Remixes gehören ebenfalls ins Repertoire von Frittenbude, bei denen sie nicht nur die Instrumentalisierung, sondern auch die Texte ändern, um politische Ansichten einzubringen oder vorhandene Aussagen zu verstärken. Beispiel: "Raveland" - "Graceland" von Kettcar und "Raven gegen Deutschland" (Indiefresse - Frittenbude - Remix).

Mit Saalschutz als Vorband, so gegen Viertel nach acht wollen wir "ja doch nur pogen"! Begeistert wird das Duo begrüßt, das unter anderem mit "Der Widerstand", "Ihr wollt ja doch nur pogen", "In deiner Nähe sein" und "Ravepunk für eine bessere Welt" Lieder des aktuellen Albums "Entweder Saalschutz" präsentiert und die Stimmung durch meist deutschsprachige Musik des Genres Electropunk erstaunlich steigert und rund ein Drittel der Menge in Bewegung bringt. Schon zu Anfang des Konzertes wird heftig gesprungen und vor allem textsicher mitgesungen, bis hin zu den "Zugabe"-Rufen, als sie schließlich nach 45 Minuten guter Unterhaltung die Bühne verlassen, um für den Hauptact des Abends Platz zu machen!

Es ist ungefähr Viertel nach neun, die schlicht gehaltene Bühne wird nach dem kurzen Umbau von schwachem Licht erleuchtet, während Seifenblasen durch die Luft schweben und Frittenbude auf die Bühne tritt: Johannes Rögner als Lead-Sänger und Rapper, Martin Steer an der E-Gitarre und Jakob Häglsperger am Drumcomputer. Erste Schreie erklingen, als das erste Lied "Hildegard" angestimmt wird, viele sind sehr textsicher und genießen den richtigen Start in das Konzert sehr. "Ihr seid jung, wir sind abgefuckt und kaputt, zusammen sind wir glücklich", formuliert Johannes Rögner sehr treffend, denn die verschwitzten Gesichter, die pogende Menge zeigt genau dies. Wem es dann doch etwas zu heftig abgeht im Zentrum des Geschehens, kann sich getrost etwas an den Rand der Halle zurückziehen, wo sich das Gespringe dezenter gestaltet.

Mit Liedern der Alben "Katzengold" und "Nachtigall" wie "Irgendwie lieb ich das", "Täglich grüßt das Murmeltier", "Es dreht sich alles um uns beide", "Das Licht", "Zucker", "Vom Fliegen" und "Fetter als gelb", "Raven gegen Deutschland" und "Bilder mit Katze" halten die Drei auf der Bühne ihr Niveau konstant, während die Menge sich hingibt und eifrig den einen oder anderen Glücklichen auf Händen trägt. Nach und nach erklimmen immer mehr Fans die Bühne, bis schließlich das letzte Lied, nämlich "Mindestens in 1000 Jahren" angekündigt wird und alle diesen bekannten Song genießen, alles auskosten, die Atmosphäre, Licht und natürlich den Beat... Die Zugabe, nach der nun lautstark verlangt wird, endet mit "Raveland", vielleicht dem ein oder anderen Tritt, der nicht vermieden werden konnte, mit verschwitzten "AUDIOLITH"-Shirts und höchst zufriedenen Gesichtern rundum! Fazit? Liebend gerne wieder, "Mindestens in 1000 Jahren"!

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