Fury In The Slaughterhouse

Tour 2008

15.04.2008 Palladium / Köln

Von: Stefan Bink

Fury In The Slaughterhouse Köln

Eines der ersten Konzerte, das ich erlebt habe waren Fury In The Slaughterhouse in den frühen 90ern im Kölner E-Werk. In dieser Zeit meines hormonellen Aufbruchs emanzipierte sich auch mein Musikgeschmack und noch heute verbinde ich mit Songs der "Jau", der "Hook-A-Hey" und der "Mono" die gute alte Zeit rund um die achte Schulklasse.

Daher hat es mich umso mehr gefreut, als ich von der Fury Best Of-Tour (oder Partytour, wie es Sänger Kai Wingenfelder im Laufe des Konzerts nannte) hörte. Denn eins ist klar: I won´t forget these days!

"Cut Myself Into Pieces" von der 1991 veröffentlichten "Hook-A-Hey" war dann der Konzertopener. Was folgte war ein Konzertabend, der keine Wünsche offen ließ. Bestens aufgelegte Musiker, die mit dem Publikum einen vollkommen ungezwungenen, entspannten und hochklassigen Konzertabend feierten. Fleißig plauderten die Furys über alte Zeiten und man hatte schnell den Eindruck, dass die Band mindestens genauso viel Spaß an dem Konzert hatte, wie die Fans.

"Hang The D.J.", "Radion Orchid", "Then She Said" und "Dancing In The Sunshine Of The Dark" folgten als Querstreif durch 21 Jahre Bandgeschichte. Zwischendurch gönnten Fury sich und den Fans dann noch einen Ausflug von der Bühne. "One Good Reason" spielten sie inmitten des Publikums, das sich hierfür auf den Boden setzen sollte und als zweiten Song noch "Bring Me Home". Auf die Bühne zurückgetragen wurde die Band dann von dem vom Publikum gesungenen Refrain.

Kai kündigte dann sein persönliches Lieblingslied an. Der Song sei textlich das beste Stück, was Fury je geschrieben hätten, denn "Every Generation Got It´s Own" werde immer aktuell sein, da die Menschheit auch immer blöd sein werde.

Es folgten u.a. noch "Trapped Today, Trapped Tomorrow", "Cry It Out", "Land Of Milk And Honey", bevor dann das Mainset von "Time To Wonder" würdig geschlossen wurde.

Während der Zugabe präsentierte Fury dann bei "Won´t Forget These Days" dem Publikum noch eine Überraschung, als Wolfgang Niedecken die Hannoveraner mit der Gitarre unterstützte. Traditionell gaben Fury dann den Fans noch "Second To Fall" als letzten Song mit auf den Weg nach Hause.

An diesem Abend haben die Jungs um die Gebrüder Wingenfelder dem Volk ihr berühmtes Opium in rauen Dosen verabreicht. Eine für Fury-Romantiker tolle Songauswahl, die kaum Wünsche übrig ließ, einen Prominenten im Sack und vor allem Fury in bester Spiellaune, die über zwei Stunden hinweg ihr Publikum begeisterten.

Wer die Furys an diesem Abend erlebt hat, dem fällt es schwer an einen Abschied zu glauben. Farewell and goodbye? Just give me one good reason.

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