G. Love

Tour 2007 (with Special Sauce)

14.05.2007 Brotfabrik / Frankfurt am Main

Von: Sascha Knapek

G. Love Frankfurt am Main

Das Konzert von G. Love und seiner Band Special Sauce in der Frankfurter Brotfabrik war das erste eines knappen Dutzends von Europashows die die vier Musiker diesen Frühsommer spielen. Wie es aber bei Debüts so ist, ging im Vorfeld ein bisschen was schief. G. Love, der mit richtigem Namen Garrett Dutton heißt, verpasste nämlich seinen Flieger und kam dadurch erst am Tag des Konzerts in Deutschland an. Die Lufthansa schien, wie wir später erfuhren, auch nicht gerade ihren besten Job gemacht zu haben und trug so ihren Teil zum Abend bei. Unterm Strich standen einige Verspätungen und Zeitknappheit hinter den Kulissen. Als die Show aber gegen 20.45 Uhr (eigentlich sollte es um 20.00 Uhr losgehen) anfing, waren all diese Problemchen vergessen und die Zuschauer in der gut gefüllten Brotfabrik bekamen eine HipHop-Blues (so bezeichnet G. Love selbst seine Musik) Vorstellung vom Feinsten!

Als G. Love zusammen mit seinen Mitstreitern Houseman (Schlagzeug), Jimi Jazz (Bass) und Mark Boyce (Keyboards, ehemals bei ’The Goats’) die Bühne betritt ist die „Brotfabrik“ gut gefüllt. Das Durchschnittsalter des Publikums ist erfreulicherweise relativ hoch, bei Konzerten von G. Loves Labelkollegen Jack Johnson oder Matt Costa hat man das schon anders erlebt. Aber man merkt sofort, dass viele wegen der Musik und nicht wegen eines gerade angesagten Images gekommen sind. Die Band startet mit der älteren Nummer „Sweet Sugar Mama“ ins Set und ich frage mich wie lange G. Love dort auf seinem kleinen Stuhl, auf dem er samt Gitarre Platz genommen hat, verweilen wird. Die Beine des langen Schlacks bewegen sich in einem Tempo von links nach rechts das nur so nach Muskelkater schreit. Eines fällt am Anfang besonders auf. Wieso spielt Jimi Jazz nicht auf seinem Markenzeichen, dem Kontrabass? Dieses Rätsel wird am Anfang in einer kurzen Pause zwischen den ersten Songs von Drummer Houseman (der optisch etwas an Frank Zappa erinnert und sympathischer nicht sein könnte) gelöst. Mit ein paar Brocken Deutsch erklärt er dem Publikum, dass die Lufthansa unter anderem Jimis Kontrabass verschlampt hat und er so gezwungen ist zu improvisieren und einen „normalen“ E-Bass zu benutzen. Diese Anekdote hebt nur noch mehr hervor, was im Laufe des Konzerts folgen wird. Dem Bassisten zuzuschauen ist die pure Freude! Speziell die Harmonie mit Houseman und die oft eingestreuten Improvisationen sind erste Sahne. Wie erwartet hält es der im schwarzen Anzug gekleidete G. Love nicht lange auf seinem Stuhl aus und spätestens mit dem Satz „Wir sind nicht oft hier, also wenn ihr ein bestimmtes Lied hören wollt, ruft es einfach rein“, hat er das Publikum voll und ganz auf seiner Seite.

Was Boyce, Jazz und Houseman während des Konzerts mit Hilfe ihrer Instrumente improvisierten, erledigt Frontmann G. Love mit Gitarre, Mundharmonika und des öfteren eingestreuten Freestyle-Rap-Einlagen. Jeder Song wird in ein eigenes Livegewand gekleidet. Ob alte Tracks wie „Kiss And Tell“, „This Ain’t Living“ und „Cold Beverage“ oder Nummern vom neuen Album “Lemonade” wie “Banger”, “Hot Cookin’” und „Let The Music Play“, man bekommt einen guten Querschnitt durch diverse Schaffensperioden der Band. Als Highlights des Main-Sets stechen für mich definitiv „Blues Music“ und ein brandneues Stück („Sugar“?) heraus. „Blues Music“ besticht durch das grandiose Zusammenspiel der Band und lange, klasse vorgetragene Impro-Jams. Überrascht haben mich die Liveversionen der „Lemonade“-Lieder. Auf der CD wirken einige davon meiner Meinung nach steril und überproduziert, live entwickeln und entfalten sie sich jedoch prima.

Den letzten Teil des Konzerts beginnt G. Love mit drei Solosongs. Nur mit Gitarre und Mundharmonika bewaffnet trägt er u.a. das Stück „Still Hangin’ Around“ vor und zeigt seine ruhigere Seite in Singer/Songwriter Tradition. Anschließend betreten Special Sauce wieder die Bühne und wirbeln eine neu arrangierte Version der Jack Johnson-Kollaboration „Rainbow“ in die Luft der mittlerweile sehr gut angeheizten Brotfabrik.

Mit etwas mehr als 90 Minuten hätte das Konzert zwar noch die ein oder andere Zugabe vertragen können, aber wenn man sich vor Augen führt was Garrett und seine Band an diesem 14. Mai bereits hinter sich haben, kann man ihnen ein etwas kürzeres, aber nicht minder energiegeladenes Set verzeihen. Allseits zufriedene Gesichter verließen an diesem Abend eine schmucke Brotfabrik, die den Venue-Test (ich war vorher noch nie dort) mit Auszeichnung bestanden hat. Bis zum nächsten Mal G. Love, bis zum nächsten Mal Brotfabrik. 

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Sebastian Black