Gary Moore

Tour 2008 - Support: The Urge

10.03.2008 E-Werk / Köln

Von: Jörg Haberland

Gary Moore Köln

Als pünktlich um 20.00 Uhr der heutige Support The Urge die Bühne des schon mehr als gut gefüllten E-Werks betritt, können die Jungs aus Newcastle wohl nicht wirklich mit einem so netten Empfang rechnen. Zu festgefahren und wohl auch selbstverliebt scheint doch im allgemeinen die Bluesszene. Hier und in diesem Fall ist das jedoch anders. Akkord um Akkord erobern sie sich von einem Großteil des Publikums mehr als nur ein anerkennendes Kopfnicken.

Mit ihren schnörkellosen 3- bis 5-Minuten Songs, mit klaren Anleihen an Led Zeppelin, die Stones oder AC/DC kann man ja auch eigentlich nicht viel falsch machen. Jedenfalls wenn es so professionell und eben doch nicht routiniert rübergebracht wird wie bei The Urge. Wer also ehrlichen handgemachten Rock auf seiner Fahne stehen hat, der sollte hier unbedingt mal reinhören. Ich habe es jedenfalls gerne gemacht.

Nach einer guten Stunde Umbaupause steht dann wohl einer der besten Bluesgitarristen der Gegenwart hier auf der Bühne des nun fast völlig gefüllten E-Werks. Völlig unspektakulär betritt Moore samt Band die dezent gestaltete Bühne. Ganz klar, hier hat die Musik das Sagen. Vor allen Dingen eine LP-Gibson! Überflüssiger Schnickschnack wäre hier nur fehl am Platze.

Zum Einstieg gleich “Oh Pretty Woman”, mit erstem Gänsehautsolo. Genau deshalb ist man hier. Der mittlerweile 55-Jährige spielt sich durch fast sein gesamtes Solo-Programm, die 80er Hardrockphase mal ausgeklammert. Über “Since I Met You”, “Bad For You Baby” und “Have You Heard” vom neuen Album “Close As You“, mit welchem er einmal mehr zurück zu seinen Wurzeln ging. Höhepunkt dabei ist vielleicht das auf 10 Minuten ausgedehnte “I Love You More, Than You´ll Ever Know”. Mehr als klasse improvisiert. Zum Schluß des Hauptteils der Show dann das unvermeidliche “Still Got The Blues” und “Walking By Myself”.

Insgesamt betrachtet war Moore´s Abend genau das, was man erwartet hat. Blues pur! Ich für meinen Teil hätte mir vielleicht doch noch ein paar mehr “Extravaganzen“ mit “Ecken und Kanten” gewünscht. Teilweise kam das alles schon ein wenig zu routiniert daher. Aber der Ire ist mit seinen 55 Lenzen halt immer noch eine einwandfreie Bank im wohl nie tot zu spielenden Blues.

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