Genesis

Turn It On Again - Tour 2007

27.06.2007 LTU Arena / Düsseldorf

Von: Philippe Ackermann

Genesis Düsseldorf

Auch der zweite Abend in der LTU Arena war vollständig ausverkauft, so dass Genesis auch diesmal vor vollem Haus spielten und begeisterten. Das Wetter spielte leider so gar nicht mit, aber dank der modernen Technik hat man im überdachten Stadion davon nichts mitbekommen. Das Konzert wurde übrigens live übertragen, unter anderem nach England und Spanien. Spannend war vor allem zu erfahren, wie sich die Band in ihrer Pause entwickelt hat und wie das Zusammenspiel nach dieser langen Zeit sein würde. Aber Profis mit über dreißigjähriger Bühnenerfahrung kommen so schnell nicht aus der Übung.

Gegen 20.15 Uhr legte die Band dann mit einem kurzen Instrumentalmedley los. Man konnte gleich Phil Collins in seiner „Ursprungstätigkeit“, nämlich als Schlagzeuger, bewundern und somit offenbarte sich, das auch an diesem Abend bei einigen Songs, mit zwei Schlagzeugern gespielt werden würde. Songmässig wurde dann in „Turn it on again“, „No Son of Mine“ und „Land of Confusion“ eingestiegen und gleich mal die erste Palette an Hits abgeliefert, bevor man dann auf die längeren und ruhigeren Nummern aus den 70ern umstieg. Trotz des nicht mehr ganz jungen Alters der Band, konnte man ihnen immer noch die Spielfreude ansehen (obwohl Tony Banks und Mike Rutherford nie so die offensten Typen auf der Bühne waren). Phil Collins hatte das Publikum von Anfang an im Griff, kleinere Scherze wurden gerne aufgegriffen und auch „Echospielchen“ quer durch das Stadion wurden mit Begeisterung aufgenommen. Natürlich spielten Genesis fast alle ihre Hits, überraschend und etwas enttäuschend waren für mich das Fehlen von „Jesus he knows me“ und „ Abacap“ und das Verhältnis 70er- zu 80er-Jahre-Phase, welches dann doch zugunsten der 80er ausging.

Phil Collins zeigte bei den längeren Instrumentalpassagen, dass er sein Können als Schlagzeuger nach wie vor nicht verlernt hat und lieferte sich in der Mitte des Sets mit Chester Thompson ein beeindruckendes „Drumbattle“. Zur Livebesetzung von Genesis zählt übrigens auch Daryl Stuermer, welcher den Bass und bei den Parts wo Mike Rutherford Bass spielt, die Gitarre übernimmt. Man konnte übrigens auch so herausfinden, wann Songs welcher Zeit gespielt wurden, denn bei den 70er Sachen übernahm Mike Rutherford den Bass, ansonsten blieb er bei der Gitarre.

Beeindruckend waren auch die Licht- und Videoshow sowie der ganze wellenartige Bühnenaufbau. Am Ende des Sets wurde ein Feuerwerk gezündet, bevor Genesis sich zurückzogen um dann noch einmal auf die Bühne zurückzukehren für die Zugabe. Nach gut zweieinhalb Stunden war das Ganze dann endgültig vorbei.

Grosse Überraschungen gab es in der Setliste nicht. Sicherlich wird der ein oder andere enttäuscht darüber gewesen sein, dass die 70er-Jahre-Phase etwas kurz kam, aber es war auf jeden Fall ein sehens- und vor allem hörenswertes Konzert und man hat eine Band erlebt die schon sehr lange im Geschäft ist und auch ein Teil der Musikgeschichte ist.

Man darf gespannt sein, ob es in Zukunft eine Reunion Tour mit Peter Gabriel und Steve Hackett geben wird, denn das wäre auf jeden Fall ein noch viel grösseres Ereignis als bislang.

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