More Confidence Tour 2005 Support: Culcha Canela
Mein erstes Gentleman Konzert. Ich bin sehr gespannt. Ein hervorragender Ruf als Live Act und seine Glaubwürdigkeit als Reggae Künstler – trotz seiner Hautfarbe – eilen ihm voraus.
Eine halbe Stunde im Nieselregen warten – klassischer kann eine Reggaeparty ja wohl kaum beginnen. So ergab sich die Möglichkeit, am Einlass das Publikum ein wenig zu begutachten. Erstaunlich „normal“, wer sich so alles zu Gentleman´s Konzert einfindet. Grün-Gelb-Rot ist in der Minderheit.
Die Vorgruppe Culcha Candela aus Berlin spielt schon, als wir uns in die bereits gut gefüllte Halle begeben. Eine gute, energiereiche Show bieten die sieben Jungs, die im September 2004 ihr erstes Album "Union Verdadera" herausgebracht haben. Der Name der Gruppe ist im übrigen ein English-Spanisches Kunstwort und bedeutet in etwa „feurige Kultur“.
Die Spannung und der THC-Faktor in der Halle nehmen zu. Gentleman legt um kurz nach Neun los. Die ersten Zeilen singt er hinter der Bühne. Als er auf die Bühne tritt, geht die Menge ab. Unterstützt wird Gentleman im Laufe des Abends noch von Daddy Ring und Matthias the dread. Helmut Zerlett assistiert am Keyboard.
Den ganzen Abend über bestätigt Gentleman einmal mehr seinen Ruf als fantastischer Live Musiker. Pausen gönnt er sich weder zwischen den einzelnen Songs, noch durch Schwankungen in der Performance der Titel. "Anything For Mama" und "Send A Prayer" gehören zu den Highlights des Abends.
Als Gentleman nach fast zwei Stunden "Superior" singt, mobilisiert er neue Kräfte beim Publikum. Die Halle bewegt sich als Ganzes. Bei "Dem Gone" lässt er den Refrain "so far away..." von den Fans singen und hat sie soweit, dass Jamaika nicht mehr weit scheint.
Mir als Gentleman-Neuling hat es gut gefallen. Seine Publikumsansprache in Patois ist zwar nicht für jedermann verständlich, die jedoch fast 130 Minuten Vollgas sorgen für eine ausgelassene Stimmung. Gentleman ist also nicht nur für Reggaefans zu empfehlen. Nicht umsonst hat er gerade einen Echo in der Kategorie „Künstler national“ erhalten.