Götz Widmann

Hingabe Tour 2010 - Support: Kriss Cologne

20.05.2010 Die Kantine / Köln

Von: Paul Kuntzsch

Götz Widmann Köln

Heute Abend spielt der Godfather des Liedermachings… zum mindestens 20. Mal in der Kantine und wie immer, bissig, ironisch und satirisch frisch. Vor dem Eingang herrscht bereits um halb acht ein unglaublicher Andrang. Man hat das Gefühl, dass sich hier wieder mal ein eingeschworener Kreis versammelt hat, alle scheinen sich irgendwie zu kennen. Vielleicht von anderen Konzerten, vielleicht sogar noch aus der Zeit, als "Joint Venture" noch aufgetreten sind, die Chemie zwischen Musiker und Publikum stimmt offensichtlich.

Als Support hat sich Götz Kriss Cologne mitgebracht. Der Liedermacher aus Köln, sagt mir – Schande über mich – gar nichts. Doch die Songs gefallen mir richtig gut, z.B. “Akustik HipHop” oder “Menschen sind wie Lieder” von seinem Album “Reden...und reden lassen”. Und nicht nur ich, sondern auch das restliche Publikum hat seinen Spaß.

Ohne Pause geht es dann mit Götz Widmann weiter. Götz hat sich ein amtliches Programm zusammengestellt. Insgesamt ca. 30 Liedern kann das Publikum lauschen, wobei viele es natürlich nicht nur dabei belassen: es wird vor allem bei den altbekannten Hits kräftig mitgesungen. Direkt im ersten Teil des Konzertes gibt es einen Mix aus Songs von der neuen Platte (z.B. “Schwanger”, Laptopwebcammann”, “Mannhirn” oder “Wie gut mir Deine Liebe tut”) und älteren Songs. Die Neuen kommen ja schon sehr gut beim Publikum an, aber zusätzlich hat Götz direkt einige Hits mit in sein Programm gepackt, die dann erstmal so richtig abgefeiert werden. Songs wie “Zaubersteuer”, “Politiker beim Ficken”, “Sitzend Pinkeln” oder “Zöllner vom Vollzug abhalten” sind nun mal einfach großartig!

Nach einer kurzen Pause die 20 Minuten dauert, geht es direkt wieder mit “Scheiss auf Deine Ex” in die Vollen und das Publikum ist sofort wieder mit dabei. Hier gibt es dann einen Klassiker nach dem anderen, von der neuen CD kommen nur noch wenige Lieder, z.B. der Titeltrack “Hingabe” und das ausnahmsweise mal englische “Bubble Bubble Blablabla”, welches sehr schön rotzig gesungen ist. Dafür kommen jetzt Songs wie “Chronik meines Alkoholismus”, “Podolski”, “Kamikazefraun”, “Ich liebe mich”, “In der S-Bahn” oder “Die zwei Trauben”. Natürlich durften “Holland” und “Hank starb an einer Überdosis Hasch” nicht fehlen, die kräftig gefeiert werden. Nur das von vielen verlangte “Eduard der Haschischhund” will Götz nicht mehr spielen. Begründung: Eduard wurde eingeschläfert.

Nach 11 Songs kündigt Götz dann das Ende des Konzertes an, doch das Publikum hat da so einiges gegen. Da ist bei “Er muss uns jetzt was singen” der Name absolut Programm. Natürlich ist das Konzert noch lange nicht zu Ende, für den alten Joint Venture-Song “Nicht zur Arbeit” holt sich Götz wieder Kriss aus Köln als Verstärkung auf die Bühne.

Inzwischen ist es schon weit nach 23 Uhr, zu den Klängen von “Ne Frau, die sich mich leisten kann” muss ich dann gehen, schließlich wird am nächsten Tag der Wecker wieder früh klingeln. Wie lange es noch weiter ging, weiß ich daher nicht, aber wenn es nach dem Publikum gegangen ist, dann sicher noch bis in die tiefe Nacht. Und auch Götz hatte sichtlich Spaß. Auf jeden Fall mal wieder ein super Abend mit klasse Stimmung, viel zum Mitsingen und auch viel viel Spaß. Bis zum nächsten Mal!

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