Konzert im Rahmen der c/o Pop
Bei Konzerten lassen die Künstler einen immer ein bißchen warten, weil hinter der Bühne bestimmt noch viel zu erledigen ist. Auf Festivals lassen Künstler selten auf sich warten, weil der Zeitrahmen vorgegeben ist. Wieso das? Wer da zu spät dran ist, muß dann wohl der nächsten Gruppe zuschauen. GOLDFRAPP kamen spät und blieben auch nicht lange. Fünfzig Minuten spielten sie Lieder ihres neuen, dritten Albums „Supernature“.
Das Gloria war gut gefüllt, es war warm und die Luft schlecht. Dennoch ist das Gloria die beste Location in Köln, an dem eine Gruppe wie GOLDFRAPP wirken kann. Man ist sehr nah dran, die roten Wände und glitzernen Discokugeln werfen den Raum in ein seichtes, glamouröses Licht, in dem die schmollende, helle Stimme von Alison Goldfrapp zwischen sphärisch-melancholischen Balladen und poppig-dekadentem Ambient-Disco wechselt. Begleitet wird sie dabei von ihrem Partner und Entdecker Will Gregory, dem man die Erfahrung als Komponist anmerkt. Die Soundelemente von Synthesizern, Keyboard, Gitarre und Geige sind perfekt abgemischt und die vom dumpfen Bass angetriebenen Songs zum Tanzen wie gemacht. Das Publikum gemischt von Alter, als auch von den bisherigen Vorerfahrungen. Einige waren textsicher, tanzten, nickten zum Beat auf engem Raum; andere standen still, irgendwo zwischen gebannt und gelangweilt.
Für meinem Geschmack wurden die treibenden Beats allzu oft durch Balladen abgebremst. Die Art und Weise wie Alison Goldfrapp Balladen singt, scheint mir für den gepflegten Bar- und chilligen Couchbesuch noch zuträglicher, wenngleich sie manchmal zu klare Vocals anstimmt . Es klingt stellenweise nach Arienversuch, wenn man gemein sein möchte. Das will ich aber gar nicht. Ich fühle mich nur bei soviel klirrender Klarheit schnell etwas erschlagen. Mit ihrer ersten Maxi-Auskopplung „Ooh la la“ verabschiedete sich GOLDFRAPP für erste. Das Publikum klatschte das Quintett aber wieder auf die Bühne, wo sie nochmals eine Ballade zum Besten gaben. Mir war immer noch eher nach Bewegung. Die zweite geforderte Zugabe bekamen wir Zuschauer nicht. Beim Verlassen des Glorias waren doch einige unzufrieden. Hauptsächlich lag dies an der Länge des Auftritts im Verhältnis zum Preis von etwa 25€.
Fazit: Die schnelle, tanzbare Discopopmusik von GOLDFRAPP macht Spaß und gute Laune. Alison Goldfrapps Stimme und die verschrobenen Klangelemente, die einem immer wieder Freude am Zuhören bereiten, animieren zum Tanz. Wer eher elektronisch untermalte Balladen mag, sollte es auch mal mit den Belgiern von HOOVERPHONIC probieren.