Gregor Meyle & Band - Tour 2009
Für seinen Auftritt in Trier hatte sich Gregor Meyle mit dem einem Amphitheater ähnlichen Lotto-Forum auf dem Petrisberg genau die richtige Location ausgesucht. Das Wetter spielte mit an diesem Mittwochabend und die Zuschauer konnten von den leider nur locker gefüllten Rängen den wunderbaren Panoramablick über Trier genießen. Dieses tolle Ambiente trug sicher auch dazu bei, das der Abend ein wunderbares Konzerterlebnis wurde - vor allem aber war es die sympathische und offene Art von Gregor Meyle.
Aber bevor dieser selbst die Bühne betrat, tauchte dort erst mal Peter Savage auf, ein netter blonder Amerikaner, der tapfer seine Deutschkenntnisse am Publikum erprobte und mit Gesang, akustischer Gitarre und rhythmischer Unterstützung am Cajon auf den Abend einstimmte. Nach drei tollen Songs kam Gregor Meyle dazu und spielt zwei weitere Stücke von Peter mit diesem zusammen. Gregor blieb dann auch gleich auf der Bühne, stellte seine Band vor und startete sein eigenes Programm sehr passend mit "Flieg los".
Es folgten weitere Stücke von seinem Debütalbum, wie "Irgendwann", "So soll es sein", "Es ist Zeit" und "So bin ich", unterbrochen von sympathischen und sehr spontan wirkenden Ansagen. Gregor erzählt mal die Entstehungsgeschichte eines Songs, thematisiert dazwischen aber auch seinen Erfolg beim Casting von Stefan Raab und meint, er hätte es schlimmer treffen können, schließlich würde Dieter Bohlen nur seine Texte schreiben – ein Witz, den er im Lauf des Abends immer mal wieder aufgreift. Zu einem Running Gag entwickeln sich auch die häufigen Gitarrenwechsel, die immer neues Stimmen zwischen den Stücken nötig machen – was Gregor selbst auf Zehenspitzen stehend und am Mikro vorbei aufs Stimmgerät schielend erledigt, während er das Publikum bei Laune hält.
Der Sound war insgesamt überzeugend, nur Gregors Gesang ging manchmal zu sehr in der teilweise recht rockigen Begleitung unter. Bei einigen Titeln testete der Sänger das akustische Zentrum des Lotto-Forums, das knapp vor der Bühne liegt und von dem aus man auch ohne Verstärkung das gesamte Publikum erreicht. So richtig funktionierte das aber nur bei der Ballade "Kleine Welt", bei der man Schluss alle anderen Instrumente schwiegen und die wunderschön akustisch und mit Zuschauerchor ausklang.
Nach den bekannten Stücken "Kannst Du mich versteh´n", "Jetzt kommt der Tag" und "Soll ich dich befrei´n" kündigte Gregor dann zur Freude der Fans endlich einige neue Songs und gleich auch noch sein neues Album an, das er mangels Plattenvertrag jetzt in Eigenregie produzieren will. "Denk was du willst" und "Ganz normale Leute" sind tolle rockige Titel mit ironischen Texten. Mit "Finde dein Glück" folgte eine ebenfalls neue wunderschöne Meyle-Ballade, bevor die Musiker sich mit der mitreißenden Hitsingle "Niemand" zum ersten Mal von der Bühne verabschiedeten.
Ohne Zugaben ließ das Publikum Gregor Meyle natürlich nicht gehen, und so gab es noch ein paar neue Stücke zu hören – unter anderem die zwei Liebeslieder "Und dann kamst du" und "Wann bist du da". Nach Standing Ovations kam Gregor ein letztes Mal ganz alleine auf die Bühne und verabschiedete seine Zuhörer mit einer wunderschönen brandneuen Ballade, bei der man nochmal ganz deutlich spürte, dass sie tief aus dem Herzen kommt. So endete ein toller Abend mit einem großartigen Künstler, der ganz einfach sein Ding durchzieht – egal, ob er damit nun Zweiter bei einem Fernsehcasting wird, oder nur ein paar Fans glücklich macht.