Hardcore Superstar

Tour 2009 - Support: Avatar

22.10.2009 Faust e.V. / Hannover

Von: Maren Röcker

Hardcore Superstar Hannover

Im Sommer diesen Jahres erschien mit “Beg For It“ das aktuelle Album von Hardcore Superstar. Erst im Herbst schaffen die vier Schweden es jetzt im Zuge der entsprechenden Promotour für ein paar Konzerte nach Deutschland zu kommen und eines davon findet in Hannovers Faust statt.

Beim Betreten des Innenhofes der ehemaligen Fabrikanlage fällt sofort der riesige Tourbus auf, vor dem sich lauter schwarze Lederjacken und lange, dunkle Haare tummeln. Ach ja, und natürlich jede Menge Bier. Die Stimmung ist schon vor dem Konzert recht gut und die Kennzeichen an den parkenden Autos lassen vermuten, dass nicht wenige Fans auch einen weiteren Weg am Donnerstagabend nicht scheuen. Als Vorband ließen sich Avatar, ebenfalls aus Schweden, ankündigen, die schon einmal bei Hardcore Superstar die zweite Geige spielten.

Avatar fangen pünktlich an und scheinen beim Publikum recht gut anzukommen. Naja, das Klischee erfüllen sie, wie gesagt. Schwarze Klamotten und lange, dunkle Haare. Kein Wunder, dass hier Sympathie entsteht. Schlecht sind sie nicht, sie wissen auch gut mit ihren Instrumenten umzugehen, es ist aber auch nicht so, als hätten sie das Rad neu erfunden. Dem Publikum gefällt es, nur noch wenige stehen an der Bar im Nebenraum und trinken ein Bier oder sitzen gemütlich auf einem der Sofas, die am Rande stehen. Nach circa einer halben Stunde ist der Auftritt auch schon vorbei und eilig wird die Bar erneut gestürmt.

Die Umbaupause ist recht kurz und Hardcore Superstar lassen nicht lange auf sich warten. Das Intro beginnt exakt wie auf dem Studioalbum und mittlerweile befindet sich jeder im Club gespannt vor der Bühne und erwartet eine gute Stunde voller Sleazerock. Die schnellen Gitarrenriffs begeistern das Publikum und es wird schnell klar, dass der ursprünglich übertrieben wirkende Fotograben vermutlich lediglich dazu dient, dass die Fans in der ersten Reihe sich nicht beim Headbangen am Bühnenrand die Köpfe aufschlagen. Die markante Stimme von Sänger Joakim "Jocke" Berg hat noch nicht unter den ausgedehnten Liveauftritten gelitten und die Stimmung, welche die Band rüberbringt, lässt nicht zu wünschen übrig, vor allem wenn man den Gitarristenwechsel im letzten Jahr bedenkt. Songs wie “Beg On Your Head“ und “Wild Boys“ sorgen für großzügigen Applaus und die tättowierte Band macht einen nicht gerade zurückhaltenden Eindruck. Muss sie auch nicht, vor allem die Gitarrensoli kann man sich regelrecht auf der Zunge bzw. im Ohr zergehen lassen.

Zwischendurch wird dem Publikum noch ein Roadie als "Adam the slave" vorgestellt, der, wie sich später herausstellt, auch noch Drummer Magnus "Adde" Andreasson Aushilfe zu leisten hat. Sänger Jocke erzählt als Einleitung zu “She’s Offbeat“, dass Nikki Sixx von Mötley Crüe diesen Song schon damals auf Tour gerne gehört hat. Wir stimmen Nikki zu, er scheint einen guten Geschmack zu haben. Insgesamt erinnern die Hüpfereien und Tänze des Sängers auf der Bühne an die alten Auftritte von Axl Rose in seinen besten Jahren, da war schätzungsweise nicht nur Alkohol im Spiel bzw. im Blut. Interessant ist auch, dass es Bassist Martin Sandvick geschafft hat, in Pullover und Jacke zu spielen und dabei nicht umzukippen.

Am Ende der zweiten Zugabe wird als letzter Song “We Don’t Celebrate Sundays“ zum Besten gegeben, zur Erleichterung des Publikums, dass schon zu Beginn des Konzertes durch Sprechchöre auf dieses Lied aufmerksam machte. Die meisten lassen den Abend noch mit einem gemütlichen Bier an der Bar ausklingen oder besuchen die Aftershow-Party im Raum nebenan. Die Sleazerocker lassen sich zwar nicht mehr blicken, haben jedoch überzeugt und einen äußerst guten Eindruck hinterlassen.

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