The Great Bludgeoning Tour 2011
Wie kann ein verregneter Tag bloß gerettet werden? Im besten Fall mit einem Konzert, im allerbesten Fall mit dem dänischen Abriss-Quartett Hatesphere im Kölner Underground. Doch leider scheinen Bier und Metal nicht viele Leute vor die Haustüren zu bewegen. Weihnachtsstress, Wetter und berufliche Verpflichtungen lassen das Underground leer wirken.
Aufgrund von technischen Einsatzproblemen der Deutschen Bahn kann die erste Band und hiesiger Newcomer Jade & Lotus leider nicht begutachtet werden. Der Start mit The Aura in den Abend lässt auch nichts Gutes erahnen, da die Band aufgrund technischer Probleme mit dem Schlagzeug ihr Set nach nur zwei Songs wieder abbrechen muss. Musikalisch wird hier Metalcore der alten Schule angeschlagen, bekannt von Killswitch oder All That Remains.
Anschließend kommen die Lokalmatadore For All This Bloodshed auf die Bühne. Im Jahre 2009 aus den Bands Sidious und Burned zusammengesetzt, haben sie schon mit Bands wie Darkest Hour, Protest The Hero und All Shall Perish spielen dürfen. Besonders an der Band ist die Front-"kreischerin", die an dem Auftritt mit "ihren" Jungs viel Spaß zu haben scheint. Es gibt ein wuchtiges Metalbrett um die Ohren mit vielen Breakdowns, Harmonieläufen und kleinen Hardcoreelementen.
Dann endlich der Headliner Hatesphere. Hatten die Jungs im Juni 2007 noch vor 200 Leuten im gleichen Club gespielt, scheint die Band doch etwas an Einflussbereich verloren zu haben. Viele Fans hatten Probleme mit Jacob Bredahl als Sänger und dann verlässt Jonathan Albrechtsen nach nur drei Jahren Tätigkeit auch wieder diesen Posten. Mit dem ehemaligen As We Fight-Sänger Esben Hansen hat die Band daraufhin weiter gemacht und sogar ein neues Studioalbum namens "The Great Bludgeoning" eingespielt. Live wird von der Band ein Mix aus allen Hatesphere-Epochen gespielt, was bei der geringen Besucherzahl voll einschlägt. Die Band, die in den letzten Jahren doch viele Besetzungswechsel hatte, kann immer noch überzeugen. Doch ein Set von 30 Minuten ist für eine Metalband mit solch einer Diskographie eindeutig zu kurz. Hoffen wir für die Jungs auf einen noch guten weiteren Tour-Verlauf und ein Durchhalten, bis sich "The Great Bludgeoning" den Namen gemacht hat, den es zweifellos verdient.