Hell On Earth Tour 2011 - mit Casey Jones, Nasty, Bane, Evergreen Terrace, Unearth u.a.
Die diesjährige Hell On Earth Tour bringt an diesem Samstag einen breitgefächerten Mix aus Metalcore- und Hardcore-Bands in die Kölner Essigfabrik, die nur einen guten Abend verheißen lassen können. Pünktlich um 17.50 Uhr legt die Oberhausener Deathcore-Combo Scourge Of Humanity ein Set von 25 Minuten hin. Der Einfluss von All Shall Perish und The Black Dahlia Murder ist nicht zu verleugnen, aber so können die langsam ankommenden Besucher diese junge Band antesten und sich nun langsam auf A Traitor Like Judas freuen.
A Traitor Like Judas springen für die kurzfristig abgesagten Full Blown Chaos ein, die leider aus persönlichen Gründen die Tour in letzter Minute abgesagt haben. Nichtsdestotrotz kann sich jeder auf die Metalcore-Band aus Braunschweig freuen, die einen guten Ersatz darstellen. Sie haben vor wenigen Monaten eine Split mit Maintain rausgebracht und so werden von dieser auch Songs wie "Ideas, Hopes And Dreams" zum Besten geben. Den Leuten scheint der Mix aus melodischen Riffs und tighten Breakdowns zu gefallen. Und eine 100-prozentige Bühnenpräsenz kann man den Jungs auch nicht absprechen. Nach einer guten halben Stunde wird ein gutes Set beendet und wir hoffen auf weitere Touren und Platten dieser tollen Band.
Um 19.20 Uhr spielt die amerikanische Straight Edge-Hardcore-Band aus Jacksonville namens Casey Jones zum letzten Mal in Köln. Die Band wird sich Ende dieses Jahres auflösen und will auf der Hell On Earth Tour ihre letzte Gelegenheit für eine Europa Tour nutzen. Als Nebenprojekt von Evergreen Terrace gegründet, wurde die Band schnell als eigenständige Band anerkannt und brachte drei großartige Alben heraus. Ein paar Besucher nutzen die Möglichkeit, ihre Lieblingsband zu feiern und so gibt es endlich die ersten Stage Dives, Groupshouts und Two-Step Sessions vor der Bühne. Von ihrer im Januar releasten Platte "I Hope We're Not The Last" gibt es, wie erhofft, auch ein paar Tracks und es ist wirklich schade, dass diese Band einen Schlußstrich zieht. Eine gute Abschiedsshow in Köln wird den Besuchern des heutigen Abends auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben.
Anschließend kommt die belgisch-deutsche Beatdown-Band Nasty auf die Bühne. In ihrer Bio steht, dass sie versuchen, die agressivst-mögliche Musik zu spielen und keine Kompromisse einzugehen, was ihnen bei diesem Line Up gelingt. Stumpfe Riffs, hasserfüllte Texte und Breakdown an Breakdown sorgen im Pit für starkes Moshen und Abgehen bei den Besuchern. Ganz klar gegen Nazis in der Szene ausgesprochen, enden Nasty um 20.30 Uhr mit ihrem Set und machen Platz für die Hardcore Legenden Bane.
Die aus Worcester/Massachusetts stammende Band Bane existiert seit 1995 und wusste eh und je immer live zu begeistern. Auch wenn das Publikum nach Nasty anscheinend etwas zurückhaltender bei den Herren wird, lassen sie sich nicht beirren und geben vom ersten Song an direkt Vollgas. Es werden Songs von ihren Alben "It All Comes Down To This", "Give Blood" und "The Note" gespielt, aber leider gibt es von den beiden veröffentlichten EPs aus dem Jahre 2009 nur einen Song, was eigentlich doch recht schade ist, weil diese doch wirklich grandiose Songs haben. Wie von Aaron Bedard bekannt, wird ganz klar in den Ansagen über den Zusammenhalt der Szene gesprochen und warum solche Shows mit Bands aus verschiedenen Hardcore Genres wichtig seien. Bane hätten locker noch viel mehr Songs spielen sollen, aber leider enden sie nach 35 Minuten und verlassen ohne Zugabe die Bühne.
Mit Evergreen Terrace wird die Essigfabrik auf einmal schlagartig voller und die Jungs aus dem sonnigen Florida wissen die Leute mit ihrer Mischung aus Melodic-Hardcore und Metalcore zu überzeugen. Während Craig Chaney seinen rockigen Gesang an der Gitarre zum Besten gibt, wird von Andrew Carey als Shouter mächtig Druck gemacht. Die Stimmung im Publikum ist nach "Wolfbiker" auf ihrem Höhepunkt und auch die restlichen Songs aus ihren letzten vier Alben lassen die Leute nicht stillstehen. Nach 30 Minuten Moshen bitten Evergreen Terrace die Leute bei ihrem letzten Song "Chaney Can’t Quite Riff Like Helmets Page Hamilton" alle auf die Bühne, was ganz klar gerne angenommen wird. So schonen sich die beiden Sänger und lassen gut 50 Leute auf der Bühne Strophe und Refrain mitsingen. Klitschnass und ausgepowert verlassen Evergreen Terrace mit einem Lächeln auf dem Gesicht die Bühne.
Mit dem Headliner der Hell On Earth Tour, Unearth, soll dem bisher wirklich gelungenen Abend ein perfekter Schluss bevorstehen. Unearth haben vor wenigen Wochen erst ihre neue Platte "Darkness In The Light" veröffentlicht und damit in der Metalwelt für großes Aufsehen gesorgt. Mit überwiegend Songs aus ihrem Durchbruchsalbum "The Oncoming Storm" werden die Fans quasi mit Breakdowns und Harmonieläufen überrannt. Mit Unterstützung von Justin Foley (Drummer bei Killswitch Engage) wird ganz klar abgeräumt und gezeigt, warum Unearth oben an der Spitze der modernen Metalbewegung stehen. Ken Susi spielt und singt sogar in bester Feierlaune und hat ersichtlich eine Menge Spaß an der Show, so wie ich denke fast alle Besucher der Hell On Earth in der Essigfabrik. Auch wir freuen uns auf das nächste Jahr und damit wieder auf einen gelungenen Mix der Metalcore und Hardcore Genres.