Tour 2010
Mit Hypes wird ja bekanntlich nicht gegeizt. Im Falle von Holly Miranda scheint das jedoch mehr als zuzutreffen. Mit ihren 27 Jahren hat die junge Frau aus Detroit bereits eine ausgeprägte Geschichte hinter sich. Schon im zarten Alter von 16 zog die in einer streng gläubigen Familie aufgewachsene Holly nach New York, um dort ihr Musikglück zu suchen. Und genau diese lebenslange Leidenschaft sowie das lange Schuften für diesen Erfolg ist es schließlich, was ihr Debütalbum "The Magician’s Private Library" zu einem grandiosen Meisterwerk macht, welches sie heute im Hamburger Molotow präsentiert.
Dass das geplante Konzert im April auf den heutigen Tag verschoben wurde, scheint absolut keinen Nachteil hinterlassen zu haben. Ganz im Gegenteil. Das Molotow ist bereits als ich ankomme sehr gut gefüllt und erfreut sich einer ausgelassenen Stimmung. Das Konzert ist zwar nicht ausverkauft, es kann sich allerdings auch nicht weit davon weg bewegen. Gespannt erwartet man das Supertalent, welches schließlich um ca. 22:00 Uhr mit ihrer Band die kleine Molotowbühne betritt und den Raum fortan mit einer Präsenz erfüllt, der man sich nicht entziehen kann. Von der ersten Minute an gibt man sich leidenschaftlich der Musik hin und überträgt diese gekonnt auf das Publikum. Bei so viel Hingabe wird in dem kleinen Kellerclub eine Hitze erzeugt, der selbst die Klimaanlage nicht entgegen wirken kann und den Zuschauern den Schweiß auf die Stirn treibt.
Äußerst bezaubernd präsentiert Holly mit ihrer eindruckvollen Stimme, die zeitweise an Florence + The Machine erinnert, die Stücke ihrer Debütplatte und wird nach jedem Song dafür vom Publikum mit enthusiastischem Applaus belohnt. Neben ihrem Gesang beweist sich die junge Frau ebenso äußerst gekonnt an Gitarre und Keyboard und zeigt damit, dass auf sie die Bezeichnung "Supertalent" bestens zutrifft. Mit einer zarten, fast schon schüchtern wirkenden Stimme sucht die junge Frau stets den Kontakt zum Publikum, geht auf Zurufe aus diesem ein und sorgt so dafür, dass man sich nicht einfach nur wie auf einem Konzert füllt, sondern als wäre man unter Freunden. Nach einer durchaus vielfältigen Setlist, die sowohl Songs zum Träumen als auch vorwärtstreibende Rocksongs mit sich bringt und wohlbemerkt alle von Holly selbst komponiert wurden, verlässt die Band um 23:00 Uhr die Bühne. Das Publikum erfüllt das kleine beschauliche Molotow mit euphorischem Applaus und denkt gar nicht daran, die sympathische Holly einfach davon ziehen zu lassen. So betreten sie schon kurze Zeit später erneut die Bühne und drehen noch einmal ordentlich auf. Sehr zur Freude der zahlreich erschienenen Fans. Überall wird leidenschaftlich mitgewippt und auch den ein oder anderen textsicheren Fan kann man beobachten.
Nachdem die Band um 23:07 Uhr die Bühne schließlich verlässt, sich die ersten Zuschauer schon auf den Weg Richtung Ausgang begeben, ist die Überraschung umso größer, als Holly mit ihrem Gitarristen noch einmal die Bühne betritt, um spontan ein kleines Akkustikset zu präsentieren, mit dem sie sich wohl endgültig in die Herzen ihrer Fans spielt. Das Konzert endet schließlich um 23:17 Uhr und hinterlässt auch bei dem bloßen Gedanken daran noch immer eine Gänsehaut. Die Platte läuft seitdem jedenfalls in Dauerschleife und macht Lust auf mehr. Vielen Dank liebe Holly für einen fantastischen Abend. Ich freue mich bereits auf ein Wiedersehen!