Home Of The Lame

Tour 2008 - Support: KÂ’s Life

05.11.2008 Glanz & Gloria / Osnabrück

Von: Sascha Knapek

Home Of The Lame Osnabrück

Wenn kleine Bands, wie Home Of The Lame, durch Deutschland tingeln, muss man von Zeit zu Zeit mit relativ leeren Clubs rechnen. Die Erwartungshaltung ist beim Betreten des Osnabrücker Glanz & Gloria also klar definiert. Der Blick zur Bühne verrät dann auch nichts Überraschendes, verstreut verteilen sich ein paar Menschen im eher spärlich beleuchteten Raum. Da sich seitlich allerdings noch gemütliche Sitzecken hinter Wänden und Pfeilern verstecken, ist die Publikumslage gar nicht so mau, wie man zuerst vermuten könnte. Die lokale und unangekündigte Vorband K’s Life hat daran gar nicht so einen geringen Anteil. Schätzungsweise 15 der knapp 50 anwesenden Menschen, kommen nämlich aus deren Umfeld. Das Trio betritt um kurz nach halb zehn die Bühne, wird von Mama gefilmt und kann auch die restlichen Besucher schnell von sich überzeugen.

Anfangs fragt man sich zwar noch, wo die große Gitarre mit der kleinen Frontfrau hin möchte, aber nach zwei bis drei Minuten vergisst man solch banale Fragen. Die Osnabrücker Band schreckt auch vor jammigen Soli nicht zurück und speziell die Gitarrenarbeit von Fräulein Remmert ist erfrischend filigran und sichtlich an große Vorbilder wie Eric Clapton oder Stevie Ray Vaughan angelehnt. Knapp 40 Minuten Zeit bekommt die Band und nutzt ihre Chance. Für wen man den Abend eröffnet, könnte zum Abschluss zwar ruhig etwas flüssiger kommen, aber der rockige Jam-Pop gefällt und orientiert sich zur Abwechslung mal nicht an den Julis, Silbermonds und Helden dieser Welt. Nur schade, dass nicht viele der K’s Life Anhänger auch das anschließende Home Of The Lame-Konzert noch mitnehmen.

Um halb elf ist das Publikum auf gut 35 Leute geschrumpft und Felix Gebhard und seine drei Mitstreiter erklimmen die Bühne. Die vertretenen Fans gehen ein paar Schritte näher ran – bei K’s Life ließ man noch knapp fünf Meter Sicherheitsabstand – und der Hauptteil des Abends beginnt mit einem genüsslich zelebrierten Intro. Fortan gibt der Vierer viel von den beiden LPs “Here, Of All Places“ und “Sing What You Know“ zum Besten. “Rub Your Eyes“, “Rooftops“, “Big Machines“, “After Travelling“, “Clouds“ und “New Winter“ heißen einige Protagonisten des vorgestellten Songmaterials und man ist nicht selten positiv verwundert, wie hart und dampfgeladen es mitunter auf der Bühne zugeht. “Without You“ von der “Habitat“-EP ist eine der eher wenigen Verschnaufpausen, bei denen Gebhart die Akustikklampfe auspackt. Aber da nicht nur die Band, sondern auch das Publikum zum Rocken gekommen ist, passt das Konzept perfekt.

Zwei kleine Bemerkungen zum Obama-Fernsehmarathon kann sich Gebhard nicht verkneifen. Allgemein ist die Kommunikation mit den Anwesenden äußerst familiär und selbst die Ankündigung nachher noch bedruckte Unterhosen zu verkaufen, passt ins Bild der knapp 40-köpfigen Home Of The Lame-Familie. Nicht viele Bands haben derartige Goodies. Nach einem ohrenbetäubenden Feedbackchaos entlässt uns das Quartett mit “The Radio“ um kurz vor Mitternacht in die dunkle, verregnete Osnabrücker Nacht. Im Glanz & Gloria steht das Partyvolk auf der Matte und die Band steht am Bühnenrand und verkauft CDs, Schallplatten, T-Shirts und vielleicht auch die erwähnten Unterhosen – um das herauszufinden, müsst ihr selbst auf ein Konzert gehen. Man darf hoffen, dass Home Of The Lame wiederkommen und ihr erster Besuch in der niedersächsischen Universitätsstadt nicht ihr letzter gewesen ist.

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