Habitat Tour 2006
Es ist ungemütlich in Berlin. Nieselregen. Ein wohltuendes Gefühl sich von warmherziger Musik den Abend versüßen zu lassen. Home of the lame alias Felix Gebhard ist auf kleiner Akustik-Tour. Begleitet am Keyboard von seinem schwedischen Freund Mats Bengtsson. Anlass der Clubtour im November ist die bereits am 03.11.2006 erschienene EP „Habitat“.
Mit ein wenig üblicher Verspätung betritt Felix Gebhard mit Mats Bengtsson die kleine Bühne des Cafe Zapata im Haus Tacheles. Der groß gewachsene Gebhard begrüßt mit seiner markanten, tiefen aber sehr wohltuenden Stimme das Völkchen im Cafe. Unter den erschienenen Besuchern finden sich auch einige bekannte Musiker wieder. Geben sich doch Dennis Becker (Tomte, Olli Schulz & der Hund Marie), Max Schröder (siehe Dennis Becker) und Andre Frahm (Marr, Olli Schulz & der Hund Marie), alle samt auch beim Grand Hotel van Cleef beschäftigt, die Ehre, um Home of the lame einen Besuch abzustatten. Zudem treibt sich Walter Schreifels, seines Zeichens Tausendsassa in Sachen Rockbands (Gorilla Biscuits, Quicksand, Rival Schools, Walking Concert...) dort rum.
Eine gemütliche Atmosphäre. Man kann im Sitzen sowie auch im Stehen sich von den Klängen Gebhards treiben lassen. Was ein wenig stört und wo drüber ich mit meiner Begleitung kurz diskutiere ist, warum nicht passend zum auftretenden Künstler die Hintergrundmusik vor und nach dem Konzert ausgewählt wird? Wer will schon gerne deftige Beats hören, wenn er auf ein Home of the lame Konzert geht? Nun denn...
Das Set ist eine Sammlung aus den bisherigen Veröffentlichungen von Home of the lame. Drei der vier Songs der ersten EP „Home of the lame“ finden genauso Platz im Set, wie alle neuen Songs der EP „Habitat“. Dahinschmelzen möchte man am liebsten. Machen doch die neuen Songs wie „Habitat“ oder „(You with the) Happy face“ da weiter, wo Home of the lame mit dem Album „Here, of all places“ aufgehört hat. Songs wie „Rooftops“ oder im Zugabenteil „Mirror mirror“ werden auf Grund der kleineren Instrumentierung etwas variiert dargestellt. Das melancholische „Leave and shine“ passt nahe zu perfekt in den kleinen Rahmen. Würde bei jeder größeren Location, die einzigartige Kraft dieses Songs wohl verloren gehen. Dem Applaus nach zu urteilen ein Highlight des Abends. Nach „Rub your eyes“ entlässt uns Home of the lame in die Berliner Nacht.
Wer wollte, konnte auf dem auf der Bühne schnell eingerichteten Flohmarkt noch ein Vinyl Schnäppchen oder eben das aktuelle Werk „Habitat“ ergattern. Wenn erwünscht, sogar mit Widmung des Künstlers.
Ein kleiner runder Abend in Berlin. Danke.