Hot Water Music

Tour 2009 - Support: A Wilhelm Scream und Strike Anywhere

25.11.2009 Markthalle / Hamburg

Von: Maren Röcker

Hot Water Music Hamburg

Die herbstliche Europatour von Hot Water Music, welche sich auf insgesamt sechs Konzerte in Deutschland beschränkt, hat ihren Auftakt in Hamburg, genauer gesagt in der Markthalle. Als Support hat sich die vierköpfige Band aus Gainsville, Florida A Wilhelm Scream und Strike Anywhere mit ins Boot geholt, eine auf den ersten Blick recht ungewöhnliche Wahl, die, wie sich jedoch später herausstellen soll, bei den Fans sehr gut ankommt. Interessanterweise sind wesentlich mehr Menschen mit Strike Anywhere Merchandise ausgestattet als von den anderen Bands zusammen, aber vielleicht liegt das auch am Alter der Fans. Es besteht ein durchaus höherer Altersdurchschnitt als es bei Punkrock-Konzerten sonst üblich ist, worunter die Stimmung aber keinesfalls zu leiden droht, ganz im Gegenteil.

Pünktlich um fünf nach acht fangen A Wilhelm Scream aus Massachusetts an und typisch amerikanischer Hardcorepunk prasselt auf die zunächst noch etwas zurückhaltenden Zuschauer ein. Dieser Zustand hält sich aber nicht lange, denn bereits während des ersten Songs fangen die ersten mit einem Pogopit an, der nach und nach immer mehr Leute ansteckt. Alle anderen stehen auf den Stufen drumherum, praktischerweise sieht der Konzertsaal einem Amphitheater ähnlich, zumindest vom Aufbau, also ist auch denen gegönnt, der Band zuzusehen, die gerne weiter hinten stehen. Für alle anderen bietet die Fläche vor der Bühne genügend Platz sich auszutoben. Aber genug von der Location, die Leute sind ja schließlich wegen der Musik hier und zwar nicht zu unrecht. Die Band macht gute Stimmung und zeigt sich sehr dankbar, wiederholt einige Male, dass sie sich für den Tourstart kein besseres Konzert hätten aussuchen können und das kauft man ihnen auch ab. Sie haben sichtlich Spaß bei dem, was sie tun. Nach einer guten halben Stunde ist der Auftritt schon vorbei und das Publikum spendiert angemessenen Applaus.

Als nächstes warten die Fans auf Strike Anywhere. Nach einer halbstündigen Umbaupause fällt auch bei der zweiten Band des Abends der Vorhang und die fünf Jungs aus Richmond starten gleich mit ihrer gewohnten Power. Überall im Club liegen Flyer aus, auf denen die Band für die Tierrechtsorganisation Peta2.de wirbt und auch die Ansagen zu den Songs, wenn auch recht schwer zu verstehen, beziehen sich auf aktuelle politische Umstände. Ganz typisch für amerikanische Punkbands wird auch regelmäßig zum Circlepit aufgerufen, der auch zustande kommt, zur Freude der Band und vor allem der Fans. Die Band nutzt ihre halbe Stunde, um viele Songs vom neuen Album zu präsentieren, lässt es sich jedoch auch nicht nehmen, ein Paar “alte Klassiker“ zur Freude des Publikums zum Besten zu geben. Es wird laut mitgesungen, was erst recht Spaß macht, da Sänger Thomas Barnett ständig das Mikrofon ins Publikum hält und der ein oder andere Fan gerne mal reinbölkt. Aber auch dieser Spaß ist nach einer halben Stunde wieder vorbei und die ersten Fans schleppen sich erschöpft und verschwitzt weiter nach hinten, eine Pause scheint ihnen gerade recht zu kommen. Andererseits kann es auf keinen Fall schaden, wenn man dieser mittlerweile schon zehn Jahre alten Band ein wenig mehr Zeit beimisst.

Jetzt wartet alles auf Hot Water Music. Bei den Gesprächen im Publikum während der Umbaupause fällt auf, dass teilweise sogar Fans aus Holland oder England den Weg in die Markthalle gefunden haben, auch so kann ein Abend während des Deutschlandurlaubs ausfallen. Nach einer weiteren halben Stunde ist es endlich soweit, das Licht wird gedämmt und das Intro beginnt. Unter tosendem Applaus besteigen die Bandmitglieder die Bühne, unter anderem auch Chuck Ragan, der vor kurzem noch auf einer Solotour in deutschen Städten unterwegs war. Der typische Sound der Band, eine Mischung aus Punk, Rock und Country hält live, was er auf CD schon verspricht und die rauchigen Stimmen von Ragan und Chris Wollard kommen richtig gut rüber.

Natürlich dürfen Songs wie “Poisen“ oder “Trusty Chords“ nicht fehlen, findet auch das laut mitsingende Publium. Hin und wieder taucht ein Stagediver auf der Bühne auf, zur Belustigung der Band und des Publikums und so ist es auch nicht schlimm, wenn mitten im Sprung auch mal der Schuh verloren geht und in einer ganz anderen Ecke des Konzertraums landet. Erstaunlich ist nur, dass er anscheinend bis zum Ende der Show nicht vermisst wird. Obwohl die Band seit mittlerweile 15 Jahren besteht und Ragan wie schon beschrieben auch als Solokünstler recht erfolgreich ist, bleibt der Spaß an ihrer Musik nicht auf der Strecke. Mittlerweile ist die Luft im Konzertsaal genau so rauchig wie die Stimmen der Sänger und die Stimmung scheint nicht abnehmen zu wollen. Nach circa einer Stunde geht die Band zum ersten Mal von der Bühne, aber dass noch eine Zugabe folgt, daraus macht niemand ein großes Geheimnis, außerdem wurde bisher der von den Fans sehnlichst geforderte Song “Free Radio Gainesville“ noch nicht gespielt, der dann schließlich unter großem Applaus als letzter Song hinhält. Ragan bedankt sich sympathischerweise noch einige Male bei den Supportbands und nach einer weiteren Viertelstunde ist das Konzert endgültig vorbei. Vor dem Antritt der Heimreise wird noch ein Zwischenstopp beim Merch eingelegt und das hat sich hier wohl jeder gedacht. Fazit: Ein tolles Konzert und der lange Weg nach Hamburg hat sich in jedem Fall gelohnt.

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Rhingtön
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Bon Jovi Tickets bei www.eventim.de