Hubert von Goisern

Hubert von Goisern & Freunde - mit Köster & Hocker und BAP

15.08.2008 Rheinauhafen Südbrücke / Köln

Von: Günther Schuhbäck

Hubert von Goisern  Köln

Die Linz-Europa-Tour ist Hubert von Goiserns Beitrag zu "Linz 2009 - Kulturhauptstadt Europas". Sie startete 2007 im Osten Europas und setzt sich nun auch im Westen fort. Von Goisern spielt diese Tour auf einem Schiff, mit dem er die großen Flüsse Europas bereist. Dort wo er anlegt, werden seine Konzerte von Musikern der jeweiligen Region begleitet. Meist stiegen die ortsansässigen Musiker schon ein paar Tage vorher zu, um sich so gemeinsam auf die Konzerte vorbereiten zu können.

Heute abend nun ist Hubert von Goisern zu Gast in Köln und sein Konzert ist mit gut 5.000 Besuchern schon seit Wochen ausverkauft. So war ich auch sehr glücklich, kurz vor dem Konzert zwei nette Menschen aus dem Umland Richtung Düsseldorf kennenlernen zu dürfen, die mir ihre beiden Karten zum Ladenpreis abtraten, so dass nicht nur der Rezensent aufgrund seiner Akkreditierung, sondern die ganze Familie bei diesem Ereignis zugegen sein konnte. Hierfür noch mal vielen Dank. Überhaupt war es ein Familienabend. Das Publikum, zum größten Teil über Mitte vierzig, hatte, soweit vorhanden, die Angehörigen mit eingepackt, und auch der Rest kannte sich von diversen anderen Veranstaltungen dieser Art in Köln.

Pünktlich um 19 Uhr traten Gerd Köster und Frank Hocker, ergänzt durch einen Teil von BAP, auf die Bühne und eröffneten den Liederreigen mit der „Kaat für dat Scheff“, gefolgt von dem „Ruude Jolf“. Wie immer beeindruckte Frank Hocker mit geschmackvollem Gitarrenspiel und machte damit seinem Kollegen Helmut Krumminga klar, wer der Herr im Haus ist. Und so wirkte die Gitarrenarbeit der beiden wie ein sich ständig gegenseitiges Übertrumpfenwollen, sehr schön anzuhören und auch zu sehen. Hubert von Goisern kam dann auch erstmals auf die Bühne und erzählte sowohl von seinem Projekt, als auch von den Eigenarten der gewählten Fortbewegung. So passte das, gemeinsam mit Köster und Hocker vorgetragene „Der Driss schwemmt Richtung Düsseldorf“ auch nahtlos ins Programm.

Um 19:30 Uhr war dann auch erstmal Schluss und nach einer kurzen Umbaupause kam Hubert von Goisern mit seiner auffallend jungen Band auf die Bühne zurück und spielte sich einmal quer durch sein Repertoire. Auch die Songs seines aktuellen Albums „S´Nix“ kamen nicht zu kurz, fielen aber gegen die folkloristischer angehauchten alten Songs deutlich ab, was auch an der Schweinerockenden Band lag. Für zwei Stücke betrat Wolfgang Niedecken, mit einem unter einem Blumengebinde versteckten, hutähnlichen Etwas auf dem Kopf die Bühne und wurde von Hubert von Goisern mit Gesang und Harp begleitet.

Gegen Zwanzig vor Zehn kam dann auch der Rest von BAP zum Einsatz und intonierte Songs des aktuellen Albums "Radio Pandora", aber auch vieler älterer Alben. Besonders stark fiel die „neue“ Version von „Frau, ich freu michÂ…“ ab, da ihr in diesem Arrangement einfach jeglicher Druck fehlt. Überhaupt wirkte der Auftritt von BAP wie eine Pflichtaufgabe, die etwas lustlos vorgetragen wurde. Ganz klar ist mir auch bis heute nicht, warum BAP an diesem Abend den Headliner gaben und sich Herr Niedecken bei von Goisern für dessen Auftritt und nicht etwa für die Einladung bedankte.

Zur Versöhnung gab es das obligatorische Finale mit allen Beteiligten, welches das gesamte Publikum mit ein wenig Wehmut in einen der schöneren Sommerabende entließ.

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