Iamx

Kingdom Of Welcome Addiction Tour 2009 - Support: James Nemo

06.11.2009 Grünspan / Hamburg

Von: Melanie Schupp

Iamx Hamburg

Extravaganz hat seine Neuverkörperung in Form der Berliner Band IAMX gefunden. Schon lange ist dieser Name nicht mehr ganz so unbekannt wie vor ungefähr 2 Jahren. Die stetigen Liveshows in umwerfender Qualität und ansteckender nie versiegen wollender Energie haben IAMX in kürzester Zeit eine große Fangemeinde beschert.

Kein Wunder, dass das Hamburger Grünspan an einem Freitag im November sich mehr und mehr füllte; denn auf ihrer Kingdom Tour statteten IAMX dem Norden einen Besuch ab. Unter anderem aufgrund ihres wiederholten Auftritts an dem Gothic und Wave Festival M’Era Luna gestaltete sich das Publikum an diesem Abend tendenziell schwarz. Natürlich spielte hierbei auch die die tief melancholische Musik der Band eine Rolle, doch an diesem Freitag schien niemand melancholisch gestimmt.

Bereits zur “Vorband”, die aus einer Person mit Gitarre bestand, wärmte sich der Saal auf. James Nemo im Alleingang ohne seine Band “Nemo” faszinierte durch wavelastige an die 80er Jahre erinnernde Musik mit träumerischen jedoch schwungvollen Vocals. Auch der ein oder andere Nemo-Song zauberte er aus dem Ärmel. Sehr selbstbewusst trat der junge Mann auf. Die Gitarre stets im Anschlag, einzig begleitet durch etwas Elektropopmusik vom Band. Die Tanzschuhe der Zuschauer gerieten bereits in Wallung und das Grünspan füllte sich. Es war erstaunlich wie fesselnd ein einzelner Musiker im Rampenlicht wirken konnte und welch eine Atmosphäre James Nemo mit seinen Klängen schaffen konnte.

Motiviert durch diesen gelungenen Vorspann warteten gespannte Gesichter in der kurzen Pause auf den Hauptact des abends. Das Grünspan schien mehr als ausverkauft zu sein, das Gedränge konnte man fast schon als anstrengend beschreiben. Doch als das Licht gelöscht wurde und der Vorhang für IAMX fiel, war die Enge vergessen. Lauter Jubel brach aus, als “Kingdom” angespielt wurde und von der ersten Sekunde an geriet der gesamte Saal in Bewegung. Wie immer bot die Combo um Chris Corner eine qualitativ hochwertige als auch theatralische Show. Von Kleidung über Make Up bis hin zur musikalischen Darbietung gab es nur vom Feinsten für Augen und Ohren. Die Musiker lebten ihre Musik on stage und das Publikum lebte mit ihnen. Schwitzende Leiber bewegten sich zu “The Alternative” und wiegten sich im Takt von „Nature Of Inviting“. Janine schlängelte sich dabei des öfteren hinter ihrem Keyboard hervor, um die Meute weiter anzufeuern, während Chris Corner eine neben dem Schlagzeug darpierte altmodische Trommel bearbeitete. Das ungestüme, doch organisierte Chaos erhielt eine wohlverdiente Atempause als Chris Corner sich hinter ein Keyboard im hinteren Bereich der Bühne setzte und dramatisch “Running” zum Besten gab. Sofort kehrte wieder ein wenig Ruhe ein im Saal. Das folgende „Tear Garden“ weckte mit seinen eindringlichen Drumparts wieder auf. Als nach „I For An I“ auch noch der Hit “Spit It Out” erklang, brach ohrenbetäubender Jubel aus und das Publikum tanzte wie wild, sofern das in dem vollen Saal möglich war. Die Stimmung blieb auf dem Höhepunkt bis das vorerst letzte Stück „Think Of England“ verklungen war.

Und da der Höhenflug nicht enden wollte, ließen sich IAMX nicht lange bitten und erschienen erneut auf der Bühne. Hier durften natürlich „Kiss And Swallow“, „President“ und „Nightlife“ nicht fehlen. Auf der Bühne als auch davor wurde nochmal ordentlich geschwitzt, bevor die Gäste in das Nightlife der Hamburger Reeperbahn entlassen wurden.

Bei dieser vorerst letzten Show dieser Tour in Deutschland gaben IAMX wieder einmal alles. Perfektionismus ist bei dieser Band nicht nur ein Wort. Selbst jetzt, einige Tage nach dem Konzert jagt mir die Erinnerung daran noch einen Schauer nach dem nächsten über den Rücken!

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