Interpol

Tour 2007 - Support: Blonde Redhead

19.11.2007 Palladium / Köln

Von: Philippe Ackermann

Interpol Köln

Vorband an diesem super kalten, verregneten Abend im Palladium waren Blonde Redhead. Wie Interpol ebenfalls aus New York. Zu Anfang klang die Mischung aus Björk, Radiohead und Sigur Ros durchaus faszinierend. Gerade in der minimalistischen Besetzung Schlagzeug, Gitarre, stellenweiser Keyboards- bzw. Sequenzereinlagen und Gesang intensivierte sich das Dargebotene. Leider entpuppte sich dieser Ansatz dann auf Dauer als ein wenig eintönig und man hätte sich etwas mehr Abwechslung, oder nennen wir es mal Bombast, durch ein weiteres Instrument gewünscht. Gerade da auch bei einigen Songs viel vom Band kam, hinterliess dies bei mir einen eher zwiespältigen Eindruck, was denn nun eigentlich gewollt war. Aber es ist natürlich auch schwierig, ohne zusätzliche Musiker das vorhandene Material umzusetzen bzw. unmöglich, ohne auf Sampler zurückzugreifen. Aber Blonde Redhead boten auf jeden Fall einen sanften Einstieg in den Rest des Abends, welcher dann mit Interpol, dann aber rockiger, weitergeführt wurde. Die Fans wussten die Darbietung von Blonde Redhead zu schätzen, Sängerin Kazu Makino zeigte vollen Einsatz.

Der Umbau dauerte ziemlich lang obwohl der Konzertbeginn sicherlich ein bisschen künstlich hinausgezögert wurde um die Stimmung anzuheizen. Jedenfalls war das Palladium dann zu knapp ¾ gefüllt, als Interpol endlich mit „ Pioneer to the Falls“ vom neuen Album „Our Love to Admire“ loslegten. Die Band komplett in schwarz, nur Sänger Paul Banks im weissen Hemd, bot man auch optisch den Bezug zum 80er New Wave wie z.B. The Smith oder Joy Division, welchen die Musik ja nicht von der Hand weisen kann. Überrascht war ich schon, dass der Saal ziemlich voll war, Zeichen dafür, dass Interpol sehr viele Fans haben. Grösstenteils sicherlich viele Leute die eher dem New Wave frönen, was sich auch am etwas höheren Altersdurchschnitt der Konzertgänger zeigte. Da ich Interpol vorher noch nicht Live gesehen hatte, war ich ja schon sehr gespannt, gerade weil mir das letzte Album „Antics“ sehr gut gefallen hatte und auch „ Our Love to Admire“ wirklich tolle Songs enthält. Gerade die Stimme Paul Banks hat etwas sehr Einnehmendes, Präsentes bzw. bietet sie einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Es hat mich dann auch sehr gefreut, dass Interpol Live genauso überzeugen wie auf Platte. Geboten wurde an diesem Abend ein Querschnitt durch das gesamte Schaffen von Interpol, welches die aktuelle Platte „Our Love..“, „Antics“ als auch die älteren Scheiben beinhaltete. Gerade als Gitarristen hatte es mich natürlich auch interessiert, mit welchem Equipment Interpol ihren Sound hinkriegen und überrascht hat es mich dann auch nicht sonderlich, als ich die Fenderamps und die Gibson Semiaccoustics sah, mit denen gespielt wurde. Schliesslich haben sich diese Teile schon auf vielen anderen Platten bewährt und sind einfach unschlagbar für einen cleanen, leicht angezerrten Sound.

Nach knapp über einer Stunde Spielzeit verabschiedeten sich Interpol für Erste. Nach einer, auch hier etwas längeren Pause, betrat die Band dann wieder die Bühne für die Zugabe. Dargeboten wurden dann einige der älteren Songs. Optisch untermalend und nicht überspielend, harmonierte die Lichtshow sehr gut mit der Musik an diesem Abend. Aber wahrscheinlich wäre hier etwas mehr schon zuviel des Guten gewesen. Enttäuscht wurde man an diesem Abend jedenfalls nicht.

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