Tour 2006
Die Zeiten in denen Iron Maiden nicht massenkompatibel waren sind ja bekanntlich nicht erst seit der Goldverleihung ihres letzten Albums „A matter of life and death" um. Auch der erste Platz in den deutschen Media Control Charts war eher eine logische Konsequenz aus einer Reihe von Entwicklungen über die letzten Jahrzehnte in denen sich Iron Maiden einfach zu einer festen Institution im nunmehr eher gemäßigten Bereich der New Wave of British Heavy Metal einsortiert hat.
So war es dann auch klar, dass eines der deutschen Happenings auf der aktuellen Iron Maiden Tour wieder, wie schon 2004 zur „Dance Of Death Tour", in der Dortmunder Westfalenhalle stattfand. Diese war auch restlos ausverkauft, weshalb man für die sowieso schon im Verkauf teuren Karten bei einem bekannten Internetauktionsportal ein beträchtliches Sümmchen hinlegen musste. Ähnliche Szenarien spielten sich, nebenbei erwähnt, auch an den Merchandise Ständen in der Westfalenhalle ab. Eigentlich muss man das nicht mehr kommentieren, aber 35 bis 40 Euro für ein T-Shirt und 90 für ein Hemd sprengen doch bei weitem den Rahmen und vielleicht sogar so manchen Geldbeutel der eigentlichen Zielgruppe. Denn die besteht bei Maiden, im Gegensatz zu den Rolling Stones, nicht mehr nur aus 40 und aufwärts.
Aber genug Gerede über solche Randerscheinungen. Knapp nach 21 Uhr gingen die Hallenlichter aus und die Spots an. Der Beginn einer fulminanten Lightshow auf höchstem Niveau. Über die Setliste wurde ja schon bereits seit der ersten Gigs dieser Tour so manches Wort verloren und von daher sollte es keinen überraschen dass auch in Dortmund Maiden erstmal ihr komplettes aktuelles Album zum Besten gaben. Was sich natürlich auch in der Bühnengestaltung niederschlug, die mit Stacheldraht, Sandsäcken und an Stricken aufgeknüpften Soldaten zu einem Kriegsschauplatz umgebaut wurde. Sozusagen die Konzeptshow zum Konzeptalbum – netter Gedanke. Auch wenn, jaÂ… der Zuschauer auf einem Konzert eher einen Querschnitt aus alten Hits und max. 50% neuem Material erwartet. Ein neues Album zu betouren bedeutet natürlich das neuste Material in den Vordergrund zu stellen, weil das so live natürlich noch nie vorgestellt wurde. Wenn das allerdings zur Folge hat, dass dann absolute Klassiker wie „Number Of The Beast", „Run To The Hills" oder „The Trooper" nicht gespielt werden geht das ganz klar auf Kosten der Stimmung, welche am Anfang ganz nett und zur Mitte hin verhalten war. Gegen Ende hin, nach dem „A Matter Of Life and Death" gespielt wurde (wirklich genau in der selben Reihenfolge wie auf CD) löste „Fear Of The Dark" tosenden Beifall und fanatische Liebesbekundungen der Band gegenüber aus. Schade dass der Part mit den alten Hits auch nach knapp 20 Minuten gegessen war. Während dessen fuhr Eddy mit einem Panzer auf die Bühne und erschien, ganz traditionsbewusst, auch noch mal höchstpersönlich auf der Bühne.
Resümierend kann man nur sagen, dass es ein gutes Konzert war, aber bestimmt nicht das Beste von Maiden. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt allerdings. Denn gegen Ende der Show verkündete Bruce Dickinson, dass Iron Maiden auch im nächsten Jahr wieder in Deutschland ein paar Open Air Shows spielen. „To all the old stuff" – Sein Wort in Gottes Ohr.