Itchy Poopzkid

Dead Serious Tour 2009 - Support: Elvis Jackson

15.12.2009 Zeche / Bochum

Von: Maren Röcker

Itchy Poopzkid Bochum

Mit der aktuellen Tour geht die Promotion für das im Januar diesen Jahres veröffentlichte Itchy Poopzkid-Album "Dead Serious" in die zweite Runde. Zwar ist auch diese Tour nicht von krankheitsbedingten Zwischenfällen verschont geblieben, wovon jedoch in Bochum nichts mehr zu merken ist. Als Support wird Elvis Jackson angekündigt, eine Ska/Funpunk Band aus Slowenien, die Itchy Poopzkid ein paar Konzerte lang begleiten und im Vorfeld für gute Laune sorgen soll. Bei der Ankunft fällt auf, dass der zugegebenermaßen übertrieben große Parkplatz nicht gerade überfüllt ist und im Club selbst ist es zwar nicht leer, aber auch nicht unangenehm voll, genau richtig eben.

Pünktlich um zwanzig Uhr betreten Elvis Jackson die Bühne. Schon am Merchandise-Stand fällt auf, dass sie es bunt mögen, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten und das scheinen diese Jungs ganz genau so zu sehen. Nicht nur optisch bieten die Punkrocker alles andere als Langeweile: Der Großteil der Band besteht aus üblen Metalertypen samt entsprechenden Instrumenten, der Sänger ist die personifizierte Geschmacksverirrung in Form einer rot-karierten Dreiviertelhose, einem hellgrünen Karohemd und zu allem Überfluss einer hawaiigeblümten orangenen Krawatte. Musikalisch haben die Jungs aber was drauf, ihre Mischung aus Punkrock, Ska und einer Prise Metal kommt echt gut an und bietet vor allem den eingefleischteren Konzertbesuchern im Allgemeinen eine echte Abwechslung. Auch die Ansagen des Sängers und vor allem die Konfettikanone verbreiten gute Laune. Für eine Vorband ist die Stimmung sehr gut und der recht kurzweilige Auftritt ist nach circa einer halben Stunde wieder vorbei. Während der Sänger den letzten Song ansagt, beginnt der Gitarrist mit dem Intro zu Guns n’ Roses "Knockin’ On Heavens Door" und an der Stelle, an der normalerweise Slashs übersteuertes Gitarrenriff einsetzt, holt der Sänger seine Trompete hervor und es entsteht eine bunte Mischung aus Ska, Metal und einer letzten, geheimen Zutat. Der Einsatz von zwei Seifenblasenmaschinen, die links und rechts von der Bühne aufgebaut sind, tut sein übriges.

Nach einer kurzen Bierpause geht das Licht erneut aus und als Intro sind Geigen und Streicher zu hören. Man möchte meinen, schon ein paar Fans im ersten Pogopit erkennen zu können. Alles wartet auf Itchy Poopzkid und als die drei Eislinger im Dunkeln die Bühne betreteten, bricht die gespannte Menge in tosenden Jubel aus. Bald darauf wechselt der harmonische Orchestersound in E-Gitarren und zu "Never Be The Same" geht das Licht an. Der Jubel geht unter in einer gehörigen Portion Punkrock und sofort fällt auf, dass das Bochumer Publikum seine Hausaufgaben in Sachen Textsicherheit gemacht hat. Nach einer kurzen Ansprache der Band geht es weiter mit Songs wie "Pretty Me" und "Better Of Alone", die wie selbstverständlich vom Publikum sehr gut angenommen werden und auch der Pogopit kann sich sehen lassen. Die Band zeigt sich schnell genervt von den anfänglichen "Ausziehen"- Rufen der vermutlich überwiegend weiblichen Fans aus der berüchtigten ersten Reihe, scheint ansonsten aber recht angetan von den Bochumer Fans, die sich wiederum mit der nunmehr alten Masche nach dem Motto "Ihr seid die lautesten bisher" schnell abspeisen lassen. Ein paar Fans hat es auf die kleine Tribüne verschlagen, bei genauerem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass es sich lediglich um weniger begeisterte Eltern noch minderjähriger Fans handelt. Sofort gehen mir die Strophen von NoFX "My Seperation Of Church And Skate" durch den Kopf: "The Kids who used to live for beer and speed now want their fries and coke". Als daraufhin ein kleines Mädchen offensichtlich den Pogopit verlässt und zu seinem Vater auf die Tribüne rennt, weil es einen Schlag ins Gesicht bekommen hat, bestätigt sich mein Verdacht.

Davon abgesehen macht das Publikum bei der traditionellen Wall Of Death eine sehr gute Figur. Zwischendurch klettert Sibbi auf seinen Gitarrenkoffer, um über den ausgestreckten Armen der Leute ein Gitarrensolo herunterzuspielen und das funktioniert wiederum sehr gut. Als dann mitten im Set das Licht erneut ausgeht und die Ersten schon nach einer Zugabe schreien, fängt plötzlich das Licht zu flackern an und es werden Aufnahmen von Maschinengewehren und Kriegsszenarien eingespielt. Eine tolle Idee, die leider im Gekreische der besagten Fans untergeht. Es folgt "Drop The Bomb", ein politisch korrekter Song vom letzten Album der Band. Ein weiteres Highlight ist "Against The Wall", welches Panzer alleine auf der Gitarre spielt. Die eingeschlichene Wehmütigkeit wird aber schnell durch "It’s Tricky", einem Run DMC-Cover als erste Zugabe, schnell wieder weggepustet. Der Song kommt echt gut rüber, vor allem weil nun der Tontechniker und der Manager die Instrumente übernommen haben und Panzer und Sibbi im Wechselgesang rappen. Als letzter Song wird "As Long As I Feel Fine" zum Besten gegeben, bei dem fast der ganze Club in die Luft springt.

Nach dem Konzert stehen die drei Musiker den Fans wie immer Rede und Antwort und erfüllen hier und da einen Autogrammwunsch oder trinken ein, zwei Bier. Die Band, allen voran Drummer Saikov machen einen sehr guten Job und nehmen sich viel Zeit für die Fans, schade nur, dass das Publikum so jung ist. Aber ein Lob gibt es auch noch: Als Dankeschön für den Platz auf der Gästeliste wurde um eine Spende für die Tierschutzorganisation WDCS gebeten, die sich um Wale und Delphine kümmert. Da gibt man doch gerne etwas mehr!       

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Newsletter abonieren! RSS Feed abonieren!
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
myMTVmobile